25.06.2019, Brandenburg, Lieberose: Löschwasser wird in die Baumwipfel eines Waldes in der Lieberoser Heide gespritzt (Quelle: ZB/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 25.06.2019 | Sperfeld, Reinke, Herkner, Gäsche | Bild: ZB

Feuer auf knapp 100 Hektar - Brand in der Lieberoser Heide eingedämmt

Mit Hilfe von zwei Löschhubschraubern ist der Brand in der Lieberoser Heide auf ein Gebiet von knapp unter 100 Hektar eingedämmt worden. An den Rändern des Brandgebietes sind rund 150 Einsatzkräfte aber weiter im Einsatz gegen die Flammen.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Die aktuelle Version finden Sie hier.

In der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) kämpft die Feuerwehr am Mittwoch weiter gegen den Waldbrand. Noch immer brennen in dem Gebiet nördlich von Cottbus knapp 100 Hektar Waldfläche.

Der Brand sei unter Kontrolle, sagte Einsatzleiter Henry Strasen dem rbb. Bereits am Dienstagabend war es gelungen, dass sich die Brandfläche nicht weiter vergrößerte, wie Kreisbrandmeister Christian Liebe erklärte. In der Nacht sei der Einsatz aller Kräfte noch einmal verstärkt worden. Seit dem Vormittag unterstützen Feuerwehrleute aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz bei der Brandbekämpfung. Auch die beiden Löschhubschrauber der Bundespolizei kommen am Mittwoch wieder zum Einsatz.

Ein Polizeihubschrauber soll die Lage im Waldbrandgebiet aus der Luft beobachten. Die Ergebnisse werden am Mittag bei einer Lagebesprechung ausgewertet.

Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben

Wegen des Feuers kommt es nach Angaben der Regionalleitstelle Lausitz bei Butzen-Byhlen im Umkreis von etwa zehn Kilometern zu einer starken Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung. Es wurde eine Amtliche Gefahrenmitteilung herausgegeben.

Zudem bittet die Feuerwehr alle Bewohner in der Region, weiter Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Brandgeruch zieht auch in Richtung Nordwesten. Von Geruchsbelästigung betroffen sind laut Regionalleitstelle Nordwest auch Brandenburg an der Havel und Potsdam-Mittelmark. Eine aktuelle Gefährdung liege aber nicht vor.

Grund für die starke Rauchentwicklung sei, dass richtiger Waldbestand brenne, wie der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel, dem rbb sagte. Nach derzeitigen Angaben handelt es sich um Kiefern und Mischwald. Bei einem großen Brand im Juli 2018 Jahr hatte überwiegend Vegetation am Boden gebrannt.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt bei Löscharbeiten über einem Waldstück in der Lieberoser Heide (Quelle: dpa/Bundespolizei)..

Löscharbeiten könnten Tage dauern

Ausgebrochen war das Feuer am Montagmorgen. Nach Angaben des Landkreises brennt es seitdem in einem dicht bewachsenen Areal nördlich des Teerofensees zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz. Nach Aussagen von Einsatzleiter Christian Liebe können sich die Löscharbeiten noch einige Tage hinziehen.

Das Brandenburger Innenministerium hat daher das neu eingerichtete Koordinationszentrum Krisenmanagement aktiviert. "Wir richten uns darauf ein, dass der Einsatz in der Lieberoser Heide mindestens noch mehrere Tage, wenn nicht länger als eine Woche andauern wird", sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange. "Sobald zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden, werden wir das in Potsdam koordinieren." Einsatzkräfte auch aus anderen Landkreisen seien bis zum kommenden Mittwoch durchgeplant.

Kritik an verzögerten Brunnenbohrungen

Der Landrat von Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), kritisierte im rbb, dass die Landesregierung nach den Bränden des vergangenen Jahres noch keine Brunnen für Löscharbeiten gebohrt habe. Außerdem seien die sandigen Waldwege ein großes Problem für die Löschfahrzeuge.

Lange betonte, das Land sei deutlich besser aufgestellt als im vergangenen Jahr. Im Ministerium gebe es ein Krisenzentrum, das die Einsatzkräfte unterstütze. Außerdem seien Förderrichtlinien umgestellt und neue Technik angeschafft worden, sagte Lange dem rbb. Das Land stelle zudem Gelder zur Verfügung, um Brunnen zu bohren, dafür müssten von den Eigentümern aber Anträge gestelt werden. Die Naturschutzstiftung habe inzwischen zwei Anträge gestellt, nun müssten die Brunnen noch gebohrt werden.

Ungefährer Brandort:

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10 Kommentare

  1. 10.

    In Hellersdorf hat es auch die ganze Nacht und heute morgen gestunken wie verrückt.

  2. 9.

    ich würde rings um die "HEIDE" eine Schneise mit Räumpanzern zienen lassen
    und da drin alles abbrennen lassen, da wird wahrsch.gleich die Munition mitentsorgt
    danach erholt sich die Natur von selbst ( wie bei Brandrodung )

  3. 8.

    Endlich spricht mal einer aus , was wirklich dort vorgeht, schon im letzten Jahr gab es massive Behinderungen seitens der Besitzer.Zb. gab es Verbote Wasser aus bestimmten Seen zu nehmen , das kann einfach nicht sein.

  4. 7.

    .. Schlimm, vor allem weil die notwendigen Wege zur Brandbekämpfung durch die Stiftung mit verschlossenen Schranken versperrt sind. Ein Schelm wer böses denkt...

  5. 6.

    Heute morgen um 06.00 Uhr roch es in PLZ 14974 stark nach Waldbrand, was durchaus vom Brand in der Lieberoser Heide bei Straupitz herübergeweht worden sein kann, da wir zu dieser Zeit schwachen bis mäßigen Wind aus Richtung Südost hatten und der Brandort nur rund 75-80 km Luftlinie entfernt liegt...

    Alles in allem jedoch nur ein etwas anderer Geruch als sonst und bei weitem nicht so unangenehm, wie die Geruchsbelästigung, von sämtlichen gemischten Abfällen eines im Industriepark betriebenen Abfalllagers und Abfallumschlagplatz eines großen Entsorgungsunternehmens (mit Hauptsitz in FF/O).

    Bei Ostwind müffelt es im L'felder Industriepark West und sorgt für Belästigung, gerade weil die Werkhallen und Bürofenster bei der Wärme zum Lüften aufstehen...

  6. 5.

    Ja und nein.Im Fall von Jüterbog sind es oft alte zerrostete Geschosse,wo Pulver und andere Verbindungen frei durch herunter gewehten Sand sich selbst entzünden.Die Lieberoser Heide ist allerdings nicht so wie Jüterbog schon seit Preussenzeit und Kaiser Wilhelm als Schiessplatz genutzt worden.Und ja,im Gegensatz zu Feldbränden durch Technik oder Böschungsbränden an Bahnstrecken(in der Dampflokzeit gab es z.B so gut wie gar keine zugewachsenen Bahnstrecken!), wird wohl ein grosser Teil der jetzigen Feuer neben Fahrlässigkeit auf absichtliche Brandstiftung zrückzuführen sein.Auf Kosten des Staates und der Einsatzkräfte,leider

  7. 4.

    Hallo Christian, danke für den Hinweis. Zunächst hatte es geheißen, dass diese Landkreise über Geruchsbelästigung klagen. Das ist mittlerweile korrigiert. Es handelt sich um die Städte Brandenburg an der Havel und den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Beste Grüße aus der Redaktion

  8. 3.

    " Von Geruchsbelästigung betroffen sind laut Regionalleitstelle Nordwest Brandenburg an der Havel und Potsdam, sowie die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. "
    Die räumliche Zuordnung zur Lieberoser Heide passt hier nicht. Bitte Überprüfen :)

  9. 2.

    @ Helene, ja eine wirklich traurige Situation. Ich denke das aufgrund der Trockenheit eine refletierende Glasscherbe o.ä. aureicht um ein Freuer in Gang zu bringen. Ja, in Berlin riecht es oft nach Brand. Es stinkt und macht Halzkratzen. Oft sind es Mülltonnen oder wie bei mir lustige Nachbarn beim Lagerfeuer mit Steaks drin. Bei dieser Hitze für viele immer noch ein beliebter Zeitvertreib. :(

  10. 1.

    Schlimm, traurig.
    Entweder die LIeberoser Heide riecht bis nach Berlin oder es brennt bereits ortsnäher schon wieder Wald.
    Noch schlimmer: so allmählich "gewöhnt" man sich an den Geruch.
    Sicher kein Vergnügen bei der Hitze für die Feuerwehren im Einsatz, wobei das in diesem Falle ja offenbar mehr Bundeswehr und von oben zu sein scheint.
    Insgesamt wäre mal interessant zu wissen, ob man an Brandstiftungen glaubt, vorsätzlich oder fahrlässig oder tatsächlich "nur" daran, dass all die Brände den aktuellen klimatischen Umständen geschuldet sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein bei Luckau umgestürztes Windrad, das in zwei Teile zerbrochen ist.
Ordnungsamt Stadt Luckau

Offenbar Materialermüdung - Windrad bei Luckau umgestürzt

Ein 70 Meter hohes Windrad ist am Mittwoch in der Nähe von Luckau abgeknickt und in mehrere Teile zerbrochen - offenbar hatte zu starker Wind dem Material zugesetzt. Dabei war die Laufzeit des Windrads gerade erst verlängert worden.