24.06.2019: Wohnhäuser vor Qualmwolken, die von einem Waldbrand in der Lieberoser Heide aufsteigen (Quelle: rbb24)
Video: rbb24 | 24.06.19 | M. Feuser, L. Smolka | Bild: rbb24

70 Hektar in Flammen - Waldbrand in der Lieberoser Heide weitet sich aus

Das Brandgebiet auf dem früheren Truppenübungsplatz Lieberoser Heide hat sich im Laufe des Montags deutlich vergrößert: 70 Hektar standen am Abend in Flammen. Trockenheit, Wind und Munitionsreste bereiten den Löschteams Probleme.

In der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) hat sich im Laufe des Montag ein Waldbrand ausgebreitet. Am Abend waren rund 70 Hektar betroffen. Über die Nacht sollte eine Brandwache eingerichtet werden.

Der Brand war am Morgen kurz vor 9 Uhr gemeldet worden. Am Nachmittag standen zunächst etwa 15 Hektar in Flammen. Der Amtsdirektor von Lieberose-Oberspreewald, Bernd Boschan, sagte dem rbb zu diesem Zeitpunkt aber schon, die Tendenz sei "leider steigend".

Boschan zufolge facht ein böiger Wind das Feuer an wechselnden Orten an - und das auf einem ohnehin schon schwer zugänglichen Gebiet. Bei der Brandfläche besteht nach Angaben der Behörden der Verdacht auf Munitionsbelastung. Die Rettungskräfte können den Boden daher nicht betreten.

Polizei und Bundespolizei unterstützen die Löscharbeiten daher mit Hubschraubern. Seit Montagnachmittag ist ein Transporthubschrauber der Bundespolizei im Einsatz: Der Helikopter vom Typ "Super Puma" könne rund 2.000 Liter Wasser transportieren, hieß es von der Bundespolizei. Rund 120 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren tagsüber vor Ort.

24.06.2019: Feuerwehrleute im Einsatz beim Waldbrand in der Lieberoser Heide (Quelle: rbb24)
Bild: rbb24

Auch Bäume brennen

Boschan zufolge handelt es sich - anders als bei einem großen Brand im vergangenen Jahr - auch nicht nur um einen Bodenbrand. Auch ganze Bäume stünden in Flammen. Demnach brennen Kiefernbestände sowie Mischwald. Wie Boschan sagte, geht zudem Totholz, das nach den Stürmen vom vergangenen Herbst auf dem Boden liegt, jetzt in Flammen auf.

Weil es durch das Feuer zu starker Rauchentwicklung kommt, wurde am Nachmittag eine amtliche Gefahrenmeldung herausgegeben. Die Behörden bitten die Anwohner im Umkreis von rund 20 Kilometern um den Ort Butzen-Byhlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Kriminalpolizei hat inzwischen Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Hohe oder höchste Waldbrandgefahrenstufe

Wegen der großen Trockenheit in der Region ist die Waldbrandgefahr in Südbrandenburg wieder angestiegen. In elf von 14 Waldbrandbereichen galt am Montag eine hohe oder die höchste Waldbrandwarnstufe [Waldbrandgefahrenstufen, mlul.brandenburg.de].

Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge bereits 220 Waldbrände im Land
registriert.
885 Hektar waren betroffen. Allein 744 Hektar wurden Anfang Juni bei dem bislang größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Mitleidenschaft gezogen.

Auch in der Lieberoser Heide hat es in diesem Jahr schon gebrannt. Im Juli 2018 gab es dort ein Feuer auf einer Fläche von 400 Hektar. Das Problem dort ist, dass Brände fast nur aus der Luft bekämpft werden können, weil sich im Boden des ehemaligen Truppenübungsplatzes noch Munition befinden könnte.

Lage der Ortschaft Byhlen:

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