Archivbild vom 28.05.2018: Brandenburg, Petershagen: Ausgetrocknet und aufgerissen ist der Boden auf dem nicht bestellen Teil eines Feldes. Die anhaltende Trockenheit in fast allen Regionen von Brandenburg macht zunehmend den Landwirten zu schaffen. (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.06.2019 | Daniel Friedrich | Bild: dpa/Pleul

Kaum Erholung nach Hitzesommer 2018 - Wassersituation in der Lausitz angespannt

In der Lausitz fehlen 30 Millionen Kubikmeter Wasser. Ändert sich das Wetter nicht, reichen die Reserven nur noch zwei Monate. Für Gewässer wie den Senftenberger See kann das problematisch werden - und auch für den privaten Verbrauch Folgen haben.

Die Wassersituation in der Lausitz ist kritisch. Das teilte Kurt Augustin vom Landesumweltministerium dem rbb am Donnerstag auf Nachfrage mit. So hätten sich die Wasserspeicher nach dem Rekordsommer 2018 nicht erholen können. Die Situation sei derzeit angespannter als im vergangenen Jahr.

"Wir haben im Moment, gegenüber dem letzten Jahr, ein Defizit von 30 Millionen Kubikmeter und das bedeutet, dass wir natürlich bei anhaltender Witterung, wie sie sich derzeit zeigt, schauen müssen, wie wir es schaffen, die wichtigsten Abflüsse zu stabilisieren", so Augustin.

Der Abfluss aus Wasserspeichern wie der Talsperre Spremberg bestimmt beispielsweise die Wassermenge und Fließgeschwindigkeit der Spree im Spreewald.

Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig

Seit dieser Woche trifft sich alle 14 Tage eine Arbeitsgruppe, um zu prüfen, wie den Flüssen trotz sinkender Pegel weiter Wasser zugeführt werden kann. In der Arbeitsgruppe treffen sich Vertreter der Länder Brandenburg, Sachsen und Berlin, sowie der LEAG und des Bergbausanierers LMBV.

"Wir haben nach wie vor das Kontingent aus Sachsen", erklärt Augustin. "Das heißt, dass die Sachsen uns mit der Talsperre Bautzen und Quitzdorf 20 Millionen Kubikmeter zur Verfügung stellen. Dann haben wir die Speicher der LMBV, da haben wir auch Wasserreserven und die gilt es jetzt so aufzuteilen, dass wir hoffentlich über einen langen Zeitraum kommen."

Möglicherweise Einschränkungen für private Wassernutzung

Für die nächsten zwei Monate würden die Reserven reichen, so Augustin. Sofern sich das Wetter nicht ändert. Wird aber der Ablauf aus den Talsperren reduziert könnte die Situation für Gewässer wie den Senftenberger See kritisch werden. Dieser benötige eine gewisse Füllmenge. Wegen Niedrigwasser war erst im letzten Jahr ein Teil einer Insel im See abgerutscht.

Auch für den privaten Verbrauch könnte die Situation Folgen haben. In der nächsten Woche würden Schreiben an die Unteren Wasserbehörden in den Gemeinden verschickt, mit der Bitte zu prüfen, ob der private Gebrauch von Wasser in Teilen verboten werden könne. Aber auch die wasserrechtlichen Erlaubnisse müssten geprüft werden, das gelte beispielsweise für die Landwirtschaft.

In Oranienburg bereits Enschränkungen

In Teilen Oranienburgs (Oberhavel) müssen sich Gartenbesitzer bereits seit Mittwoch umstellen. Zwischen 7 und 21 Uhr darf dort nicht mehr gewässert werden, heißt es vom Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband. Für die Ortsteile Basdorf, Wandlitz, Stolzenhagen, Schmachtenhagen, Wensickendorf, Zehlendorf und Zühlsdorf wurde ein Sprengverbot ausgesprochen.

Begründet wurde das Verbot mit der "Sicherstellung von Mindestparametern für die Trinkwasserversorgung für den unmittelbaren menschlichen Gebrauch." Man gehe mittlerweile von einer länger anhaltenden Trockenheit aus.

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13 Kommentare

  1. 13.

    Irgendwie will mir die Flutung des Ostsees da nicht so recht ins Bild passen.
    Wer glaubt heute noch daran, dass der See bis Mitte 20er Jahre voll ist und gehalten werden kann, wenn wir es nicht mal mehr schaffen die Reserven aufzufüllen?
    Wie lange wurde der Ostsee befüllt nach dem feierlichen Start der Flutung? 3 oder 4 Woche?

  2. 12.

    "bestimmt sind auch dort massenhaft windräder aufgebaut, oder? Kein wunder, dass es dort nicht regnet."
    Das sieht ganz nach AfD Verschwörungstheorie aus. Da geistert doch wirklich von denen die Behauptung durch das Netz, Windräder beeinflussen den Jet Stream. Man ist das eine irre Truppe.

  3. 11.

    Steht doch direkt in den Zeilen darunter. Z.B. private Gärten nicht wässern dürfen, ist eine Einschränkung privaten Wassergebrauchs. Eine allgemeine Rationierung wäre eine schärfere. Von Wasserwagen redet hier niemand. Also Empörungslevel einfach mal runterschrauben.

  4. 9.

    Tja, die Natur schickt die Rechnung. Leider folgt die Strafe erst mit Verzögerung. Man darf gespannt sein wo das Wasser für das Cottbuser Kohleloch herkommen soll. Nimmt man bei der anhaltenden Hitze und Trockenheit noch den Verdunstungsfaktor hinzu dürfte es noch schlimmer aussehen. Aber was soll es, als Ersatz für hunderte Quadratkilometer zerstörte Grundwasserleiter haben wir wenigstens "billigen" Kohlestrom gehabt.
    Das Problem dabei, der Strom ist weg, die Schäden bleiben.

  5. 8.

    Das Klima wandelt sich. Das bleibt auch so für die nächste Zeit. Was tun wir um darauf zu reagieren? Trockenheit bedeutet u.a. das gebrauchtes Wasser aufgearbeitet(!) werden muss.
    Neben IT und Verkehr ist auch die Versorgung mit Trink und Brauchwasser eine StandortEntscheidung! Das Wassermanagment Melioration, versickern des Regenwasser, Trinkwasserversorgung wird ein entscheidender Faktor sein. Was Tun wir? Nicht genug!

  6. 7.

    ganz ehrlich, da bekommt man langsam Angst!

  7. 6.

    @rbb Wieviele Millionen Kubikmeter Grundwasser wurden in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten des Kohletagebaus abgepumpt? Wieviel wird aktuell abgepumpt?

  8. 5.

    "...Auch für den privaten Verbrauch könnte die Situation Folgen haben..."
    Was bitte sollen derartig Panik und Hysterie auslösende Einlassungen? Stehen wir dann in Deutschland am Wasserwagen? Dreht man uns den Hahn in der Wohnung ab? Was bedeutet eine derartige öffentliche Mitteilung?
    Sollen wir zu Hamsterkäufen von Wasser animiert werden Sollen wir Wasser auf Vorrat einlagern um uns waschen zu können?
    Wo bleibt die journalistische Verantwortung? Wie kann man so etwas veröffentlichen ohne den Sachverhalt näher zu erklären? Ich finde das gelinde gesagt, unverantwortlich, hier den Eindruck entstehen zu lassen, dass wir in 2 Monaten kein Wasser (auch für Privathaushalte) mehr haben.

  9. 4.

    Hauptsache die Braunkohlesituation in der Lausitz ist unkritisch.

  10. 3.

    Das ist noch ein Grund mehr um jetzt endlich sofort mit dem Abbau dieser Braunkohle, die kein Mensch braucht, aufzuhören.

  11. 2.

    Zuerst sollte man Autowaschen verbieten!

  12. 1.

    bestimmt sind auch dort massenhaft windräder aufgebaut, oder? Kein wunder, dass es dort nicht regnet. Wann versteht der mensch...? Und es sollen noch mehr windparks erbaut werden, dann können wir e-Autos fahren, dafür vertrocknet das land... prima. lebe selbst sehr nahe an windparks und von jahr zu jahr erfahren wir, dass die regenwolken vorbei ziehen. sehe schon ein zusammenhang mit der neuen energiequelle, sieht auch richtig sch... aus und verschandelt die natur.

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