Drei Kärntner Bienen (Apis mellifera carnica) auf Honigwabe
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Video: rbb24 | 04.07.19 | Karsten Blumenthal | Bild: imago/imagebroker/Frank Bienewald

Tierseuche in Brandenburg - Bienenkrankheit Amerikanische Faulbrut breitet sich aus

Die Amerikanische Faulbrut bedroht die Bienenvölker im Land - und damit die Existenz der Imker. In Dahme-Spreewald musste nun ein Sperrkreis wegen neuer Funde erweitert werden. Auch der Elbe-Elster-Kreis ist betroffen. Von Daniel Jorewitz

Im Landkreis Dahme-Spreewald breitet sich die Amerikanische Faulbrut weiter aus. Das Amt für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Landwirtschaft hat die von Imkern gefürchtete Bienenkrankheit in drei weiteren Bienenständen in der Nähe des bereits existierenden Sperrkreises um Egsdorf und Zöllmersdorf bei Luckau amtlich festgestellt.

Erst Ende Juni war der Befall von Bienen im Elbe-Elster-Kreis bekannt geworden.

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine bakterielle Blutkrankheit von Honigbienen, die aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr anzeigepflichtig ist. Sie müsse durch entsprechende Schutzmaßnahmen bekämpft werden, heißt es vom Landkreis. Demnach wurde ein neuer Sperrbezirk mit einem Durchmesser von knapp zwölf Kilometern um Luckau und Heideblick eingerichtet. Imkern ist es verboten Bienenvölker in oder aus dem Kreis zu bringen. Auffälligkeiten müssen laut Landkreis umgehend gemeldet werden.

Die Amerikanische Faulbrut ist für Menschen ungefährlich. Auch Honig kann bedenkenlos weiter verzehrt werden.

Imker Andreas Petschick begutachtet seine Bienen (Bild: Daniel Jorewitz/rbb)
Imker Andreas Petschick begutachtet seine Bienen | Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Angst um Bienenvölker

Andreas Petschick ist Berufsimker. Bei vier seiner Bienenvölker ist die Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Damit sich die Seuche nicht noch weiter ausbreitet darf er seine Bienenvölker nicht mehr bewegen. Das bereitet ihm Sorgen. Im Moment müssten die Bienen eigentlich an Sonnenblumenfeldern stehen um genug Pollen zu sammeln. "Die stehen jetzt halt fest und haben das Problem, dass sie bei der Trockenheit gar nichts mehr zu fressen finden", sagt Petschick. Er hat genau wie die 27 anderen Imker im Sperrkreis jetzt die Sorge, dass die insgesamt fast 300 Bienenvölker absterben.

Außerdem werden die Bienen weniger Honig produzieren. Derzeit rechnet Petschick mit Einbußen von 25 Prozent. Zumindest sei im Frühjahr aufgrund günstiger Witterung mehr produziert worden.

Keine Gefahr für Menschen

Der Honig könne bedenkenlos verkauft und verzehrt werden, bestätigt auch Amtstierärztin Jana Guth. "Für Menschen ist die Aufnahme von Honig völlig ungefährlich. Es ist eine reine Erkrankung der Brut der Bienen", sagt Guth. Nun muss sie alle Bienenvölker im Sperrkreis untersuchen. Falls sie einen Befall feststellt, bleiben zwei Möglichkeiten. Einerseits könne sie die Tötung des Volkes anordnen, ist das Volk andererseits stark genug könne es über das sogenannte Kunstschwarmverfahren saniert werden. Dabei müssen die Bienen aufwendig aus ihrem Stand entfernt und neu angesiedelt werden.

Die Imker selbst erkennen die Krankheit in den meisten Fällen nur sehr schwer, erzählt die Amtstierärztin, auch weil ausgewachsene Bienen von der Krankheit nicht befallen werden könnten. Die Sporen der Faulbrut werden hingegen auch von ausgewachsenen Tieren verteilt, gerade während der aktuellen sogenannten Räubereizeit, bei der einzelne Völker auch fremde Bienenstöcke ausrauben.

Der Sperrkreis gilt vorerst für zwei Monate. Danach werden die Völker erneut beprobt. Jana Guth sagt, sie hoffe, dass die Seuche dann noch in diesem Jahr aufgehoben werden könne.

Sendung: rbb24, 04.07.2019, 16 Uhr

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