Eingang zur Cottbuser Staatsanwaltschaft
Audio: Antenne Brandenburg | 04.07.19 | Dirk Schneider | Bild: rbb/Thomas Krüger

Mordprozess in Cottbus - Staatsanwaltschaft Cottbus will Gerichtsentscheidung kippen

Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat Beschwerde gegen die Entscheidung des Cottbuser Landgerichts eingelegt, den Hauptverdächtigen in einem Prozess um den Mord an einer Rentnerin aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Die Staatsanwaltschaft könne der Einschätzung des Gerichts nicht folgen. Aus ihrer Sicht ist eine weitere U-Haft auch nach 28 Monaten Dauer verhältnismäßig. Über die Beschwerde muss nun das Oberlandesgericht in Brandenburg an der Havel entscheiden. Die Entscheidung wird vermutlich erst in einigen Wochen fallen.

Prozessverzögerung durch Verteidigung

Dass für die bereits seit Oktober 2017 laufende Verhandlung noch kein Ende in Sicht sei, liege auch am prozessverzögernden Verhalten des syrischen Angeklagten und seiner Verteidigung. Zum Prozessauftakt sollen darüberhinaus Unterlagen gefehlt haben. Das Bundeskriminalamt muss außerdem prüfen, ob die gesicherten Tatortspuren vor Gericht wirklich verwertbar sind.

Das Gericht hatte den Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen, trotz Fluchtgefahr und des nach wie vor bestehenden dringenden Tatverdachts. Er muss sich nun an einem festgelegten Ort aufhalten und sich täglich bei der Polizei melden. Der zum Tatzeitpunkt 17-Jährige soll im Dezember 2016 eine Cottbuser Rentnerin in ihrer Wohnung ermordet und anschließend Wertgegenstände gestohlen haben.

Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Angeklagte zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein soll. Obwohl der Tatverdächtige zunächst auf freiem Fuß ist läuft der Prozess planmäßig weiter. Nach rbb-Informationen habe er sich in den ersten beiden Tagen nach seiner Freilassung an die ausgesprochenen Auflagen gehalten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.07.2019, 12 Uhr

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