Fischsterben (Quelle: Brandenburg aktuell)
Video: Brandenburg Aktuell | 11.07.2019 | Phillipp Manske | Bild: Brandenburg aktuell

Fischsterben - Wasserqualität in Schwarzer Elster offenbar leicht verbessert

Die Wasserqualität in der Schwarzen Elster hat sich offenbar leicht verbessert. Das teilte Dirk Gebhard, Dezernent des Landkreises Elbe-Elster, am Donnerstag mit. Demnach deute eine Wasserprobe darauf hin, dass der Zufluss sauren Wassers in den Fluss offenbar weniger geworden sei.

In der vergangenen Woche hatte der Anglerverband in dem Fluss zwischen Plessa und Wahrenbrück zahlreiche tote Fische gefunden. Der Landkreis hatte daraufhin die Wasserqualität überprüft und festgestellt, dass der pH-Wert zu niedrig, das Wasser also zu sauer sei. Am Donnerstag fand deshalb in Plessa ein Treffen von Landesbehörden, Kommunen und Betroffenen statt. Dort wurde auch bekannt, dass nun Aufbereitungsanlagen angeschafft werden sollen, die dem Flusswasser an verschiedenen Stellen Kalk zuführen. Die toten Fische an den Ufern sollen in den nächsten Tagen beseitigt werden.

Bauarbeiten an Erdgasleitung als Ursache vermutet

Der Anglerverband vermutet, dass bei Bauarbeiten für die Erdgasleitung EUGAL das Grundwasser abgepumpt und ohne Prüfung in die Schwarze Elster eingeleitet wurde. Diesen Verdacht bestätigte das Landesumweltamt gegenüber dem rbb auf Nachfrage. Die mutmaßlich Verantwortlichen seien zu Gegenmaßnahmen aufgefordert worden. Weitere Untersuchungen laufen noch. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen dem Verursacher ein Bußgeldverfahren oder ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft.

Es sei nicht unüblich Grundwasser in Flüsse zu leiten, heißt es vom Anglerverband. Wegen der anhaltenden Trockenheit führt die Schwarze Elster aber nicht genügend Wasser. Das Grundwasser kann nicht ausreichend verdünnt werden.

Kleine Anfrage bisher ohne Antwort

Bereits am 5. Juli hatten die Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski und Rainer Genilke (beide CDU) eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zur Gewässerverunreinigung der Schwarzen Elster durch die Bauarbeiten gestellt. Eine Antwort stehe nach wie vor aus.

Dombrowski, der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, erklärte dazu in einer Mitteilung, dass die Untere Wasserbehörde des Landkreises Elbe-Elster das Landesamt für Umwelt und das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe bereits im Januar über die niedrigen pH-Werte informiert habe.  

Genilke kritisierte, dass die Behörden zu langsam handeln würden. "Wenn jemand einen Baum ohne Genehmigung fällt, schlagen staatliche Institutionen ohne Gnade zu. Stirbt die Schwarze Elster durch saure Wassereinleitung und sämtliches Leben in ihr, passiert seitens der zuständigen Landesbehörden wenig." Die Abgeordneten Dieter Dombrowski und Rainer Genilke wollten noch am Donnerstag Anzeige gegen Unbekannt stellen, um den Verursacher ausfindig zu machen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.07.2019, 16:30 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und ich nahm an, (jedenfalls nach dem anderen Beitrag) die schwarze Elster sei ausgetrocknet.
    Vielleicht deswegen die toten Fische??

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