Munitionsschrott in der Lieberoser Heide
Audio: Antenne Brandenburg | 31.07.2019 | Sascha Erler | Bild: rbb/Sascha Erler

Lieberoser Heide - Nach dem Brand ist vor dem Brand

Der nächste Waldbrand in der Lieberoser Heide kommt bestimmt. In diesem Sommer hat es bereits auf über 100 Hektar gebrannt, im letzten Jahr waren es 1.000 Hektar. Wie gelingt bessere Vorsorge? Von Sascha Erler

Axel Becker leitet die Oberförsterei Lieberose. Mit seinem Geländewagen erkundet er die Gegend, zeigt, was dem Feuer zum Opfer gefallen ist. Jetzt gehe es vor allem darum, Wege wieder befahrbar zu machen. Eine Grundvoraussetzung, damit Löschfahrzeuge bei den nächsten Einsätzen überhaupt an den jeweiligen Brandherd kommen können. Das Technische Hilfswerk und auch die Bundeswehr hatten oft auf die Schnelle Wege geschoben.

Axel Becker, Leiter der Oberförsterei Lieberose
Axel Becker, Leiter der Oberförsterei Lieberose | Bild: rbb/Sascha Erler

Becker ist zufrieden mit dem Ist-Zustand. In letzter Zeit sind tausende Tonnen Material in den Ausbau vieler Wege gebracht worden. Und diese Wege seien jetzt in einem Zustand, die einem Feuerwehrverkehr wesentlich besser standhalten.

Breiter Sandstreifen umzingelt die rote Zone

Nach wie vor unzugänglich ist die rote Zone. Jener Bereich, der munitionsbelastet ist. Dieses Areal kann weder befahren noch betreten werden. Ein 35-Meter Sandstreifen umringt diesen Sperrbereich und soll im Brandfall ein Übergreifen aus der roten Zone nach außen verhindern.

Das Problem ist, dass allerdings auch dieser Streifen noch von Munitionsresten befreit werden muss. Zwar konnten schon Bäume gefällt werden, die Wurzeln aber sind noch in der Erde. Die aber müssen raus, der Sandstreifen muss komplett vegetationsfrei sein, wenn er als Feuersperre funktionieren soll.

Teerofensee als Reservoir für LöschhubschrauberTeerofensee - Löschwasserquelle

Die Kosten tragen Land und Stiftung

Die Munitionsberäumung kostet Geld und dauert lange. Das Land Brandenburg und die Stiftung Naturlandschaften, die große Flächen der Lieberoser Heide gekauft hat, müssen für die Kosten aufkommen.

Und so stehen auch jetzt noch immer dutzende rote Fähnchen im Boden, es sind Zeichen für Munitionsfunde. Erst wenn die geborgen sind, kann umgepflügt werden, dann ist der Sandstreifen funktionstüchtig.

Dringend benötigt werden auch Löschwasserbrunnen im Gelände. Bisher mussten zum Teil lange Schlauchtrassen gelegt werden, um Löschwasser in die Heide zu pumpen. Oder Tankfahrzeuge pendelten kilometerweit zwischen Einsatzstelle und Teerofensee hin und her. Hier hat die dauernde Wasserentnahme Spuren hinterlassen: Der Pegel ist um anderthalb Meter gesunken.

Spätestens Ende August sollen nun Brunnenbauer anrücken, um Brunnen zu bauen. Es tut sich also etwas in der Lieberoser Heide.

Beitrag von Sascha Erler

Kommentar

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Antwort auf [Sonderling] vom 01.08.2019 um 09:33
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1 Kommentar

  1. 1.

    Es tut sich was. Das ist gut. Gibt es für solche Sonderaufgaben (Munition räumen, Brunnen bohren) nicht irgendwo Mittel zu beantragen?

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