Steh auf Preis für Cottbus ist bunt (Foto: rbb/Kabisch)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.08.2019 | Bild: rbb/Kabisch

Flick-Stiftung - "Cottbus ist bunt" mit "Steh-auf-Preis" ausgezeichnet

Der "Steh-Auf-Preis" der privaten F.C. Flick-Stiftung geht in diesem Jahr an die Initiative "Cottbus ist bunt". Die Auszeichnung wurde am Donnerstag in der Staatskanzlei in Potsdam verliehen. Der Preis ehrt das besondere Engagement von Einzelpersonen, Gruppen oder Initiativen für Demokratie und Humanität. Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Für den Preis gingen 96 Bewerbungen bei der F.C. Flick-Stiftung ein.

Engagement, das sich im Stadtbild spiegelt

Der Stiftung hat vor allem beeindruckt, dass es der Initiative gelungen ist, unterschiedliche gesellschaftliche Kräfte zu mobilisieren, wie Vereine, Institutionen und Unternehmen. "Cottbus ist bunt" wird deshalb für ihre Initiative ausgezeichnet, "gemeinsam aufzustehen für ein friedliches Cottbus, ein friedliches Miteinander, für Toleranz", sagt Stiftungsgeschäftsführerin Susanne Krause-Hinrichs rbb|24.

Schirmherrin und Familienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte bei der Preisverleihung: "Es gibt Menschen, die unsere Demokratie bedrohen, die sich ihr immer offener entgegenstellen. Es braucht Mut, dagegen aufzustehen und eine differenzierte Sicht der Dinge vorzutragen. Denn es gibt oft keine einfachen Antworten."

Zum Bündnis gehören unter anderem das Carl-Thiem-Klinikum, das Staatstheater, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), der Fußballverein FC Energie Cottbus und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft.

Steh auf Preis für Cottbus ist bunt (Foto: rbb/Kabisch)
Bild: rbb/Kabisch

Steinbach: Preis kann vielleicht einen Anstoß geben

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD), einer der Ideengeber des Bündnisses, zeigte sich glücklich über die Verleihung an das Bündnis. Der Preis könne vielleicht Anstoß geben, dass sich "so bunte Truppen auch andernorts in Brandenburg zusammen finden", sagte Steinbach der Deutschen Presse-Agentur.

BTU-Vizepräsidente Matthias Koziol legte Wert darauf, dass das Bündnis keine politische Partei sei, sondern aus unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung bestehe. Auch für den FC Energie Cottbus ist die Auszeichnung nach Worten des Verwaltungsratschefs Matthias Auth eine große Ehre. René Serge Mund, Intendant des Staatstheaters Cottbus, verstand den Preis auch als Anerkennung für die Arbeit seines Hauses, in dem Künstler aus 23 Staaten beteiligt sind.

Bündnis wurde vor etwa zwei Jahren gegründet

Das Bündnis "Cottbus ist bunt" wurde vor rund zwei Jahren vom damaligen BTU-Präsidenten Jörg Steinbach und dem Trainer von Fußball-Regionalligist Energie Cottbus, Claus Dieter Wollitz, ins Leben gerufen. Sie wollten ein Zeichen setzen, dass Cottbus eine liebenswerte und bunte Stadt ist - vielseitig und offen für alle, unabhängig von ihrer Herkunft und Religion.

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Antwort auf [Mo H. Mett] vom 30.08.2019 um 10:36
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13 Kommentare

  1. 13.

    "Was genau ist für mich gut daran, wenn eine Gesellschaft „bunter“ wird? Diese Frage stellt sich derzeit eine nicht unerhebliche Anzahl Menschen."

    Ja, das kommt auch noch dazu.

    "Je bunter, desto besser" wird als vollkommen selbstverständlicher Grundkonsens propagiert. Dahinter steht die Idee eine global verwirklichten Maximalbuntheit, in der "alle gleich" sind und an einem Strang ziehen. Obwohl ich wie gesagt Multikulturalität weitestgehend als Bereicherung empfinde, sehe ich das skeptisch, weil die Umsetzung solcher Utopien zu Totalitarismus führen kann. Wenn ein "neuer Mensch" geschaffen werden soll, dann gibt es auf dem Weg dahin auch Opfer.

    Eine kritische Einordnung dieser Utopie findet in öffentlichen Debatten nur verkrampft statt, weil die Fronten so verhärtet sind und "rechte" wie "linke" die eigene Konsensunfähigkeit als Stärke wahrnehmen. Mehr noch, der ideologische Kampf erscheint so existenziell wichtig, dass man Konsensunfähigkeit als absolut notwendig erachtet.

  2. 12.

    Was genau ist für mich gut daran, wenn eine Gesellschaft „bunter“ wird? Diese Frage stellt sich derzeit eine nicht unerhebliche Anzahl Menschen.

  3. 11.

    Die Wortwahl in Heiko Maas' Vorschlag ist einfach populistisch, um mal einen Modebegriff zu bemühen. Anstatt "Donnerstag der Demokratie" sollte man dann eher einen "Donnerstag des Linksseins" oder einen "Donnerstag für Multikulturalität" fordern, das wäre präziser und ehrlicher.

    Man fordert "mehr Demokratie", obwohl man in Wirklichkeit eine größere Präsenz des eigenen politischen Weltbildes durchsetzen will. Das ist ein rhetorischer Trick, weil "Demokratie" als Begriff etwas ist, wo eigentlich keiner was dagegen haben kann, außer wirkliche Extremisten an den politischen Rändern.

    Auf jede Kritik kann man dann ganz bequem entgegnen: "Ach, Du bist also gegen Demokratie? Du stellst unser höchstes Gut infrage?"

  4. 9.

    Gute Idee diese 'Donnerstag der Demokratie' aber nur wenn die anderen Tage keine des Rassismus/Faschismus sein mögen!

  5. 8.

    Na prima! Wenn die Brandenburger alles 'richtig' machen, dann werden das vielleicht die letzten freien Wahlen nach dem Krieg sein und wir brauchen uns dann alle keine Sorgen mehr zu machen.

  6. 7.

    Ach so, und Sie möchten dann jede/n, der/die Ihnen nicht in den Kram paßt, ausgrenzen und die Menschenrechte absprechen? Wie stellen Sie sich das konkret vor? Vorschläge?

  7. 6.

    Ich selbst befürworte eine multikulturelle Gesellschaft, besonders dann wenn die Multikulturalität zu gegenseitiger Bereicherung führt. Aber ich weiß gleichzeitig auch, dass die Multikulturalität an sich für "Demokratie" nicht zwingend notwendig ist. Auch eine "monokulturelle" Gesellschaft oder Gruppe kann ein optimal funktionierendes demokratisches System sein.

    Staatsrechtlich ist das einfach zu trennen, die "Buntheit" und die "Demokratie". Die Mühe dieser Differenzierung machen sich aber viele Menschen nicht, weil es sich irgendwie gut und progressiv anfühlt beides zu vermischen, und weil beides für viele Menschen ganz selbstverständlich wünschenswert ist.

    Ein Beispiel dafür wäre etwa Minister Heiko Maas, der im Rahmen eines unklar definierten Kampfes "gegen rechts" zu einem "Donnerstag der Demokratie" aufruft.

  8. 5.

    Meinungsvielfalt funktioniert auch ohne ein „buntes“ Stadtbild.

  9. 4.

    Das ist staatsrechtlich einfach zu trennen, auch wenn viele Menschen diese Trennung nicht machen können oder wollen.

    Ich selbst begrüße eine multikulturelle Gesellschaft, vor allem dann, wenn die Multikulturalität eine gegenseitige Bereicherung bedeutet.

    Ich weiß aber gleichzeitig, dass das mit “Demokratie” nichts zu tun hat. Auch eine “monokulturelle” Gesellschaft kann eine optimal funktionierende Demokratie sein, die Multikulturalität an sich ist dafür keine zwingende Voraussetzung.

    Ich glaube dass viele Menschen “Demokratie” mit Multikulturalität gleichsetzen, weil sie beides ganz selbstverständlich für wünschenswert halten. Ein Beispiel dafür ist Heiko Maas, der im Rahmen eines nicht klar definierten Kampfes “gegen rechts” zu einem “Donnerstag der Demokratie” aufruft.

  10. 3.

    Der Begriff “Demokratie” beschreibt ein System bzw. einen Prozess. Dieser hat nicht zwangsläufig “bunt” zu sein.

  11. 2.

    Über das Ausmaß der "Buntheit" wird die Bevölkerung von Cottbus kommenden Sonntag bei der Landtagswahl entscheiden. Das ist die richtige Vorgehensweise.
    Die Stiftung des Milliardärs Friedrich Christian Flick kann sich ruhig für Cottbus engagieren. Das wäre positiv. Denn im April 2005 zahlte Friedrich Christian Flick erst nach massiver Kritik fünf Millionen Euro, 1 % seines geschätzten damaligen Privatvermögens, an den Zwangsarbeiterfonds Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

  12. 1.

    Gute Sache, weiter so! Demokratie ist - wie wir alle - verletzlich und absolut schützenswert!

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