Ein Waschbär
Audio: Antenne Brandenburg | 16.10.19 | Christian Matthée | Bild: imago/Winfried Schäfer

Luckau - Waschbären fressen Winzern die Trauben weg

Jede Nacht bekommt Winzer Jürgen Rietze Besuch von Waschbären. Die Tiere haben es auf seine Trauben nahe der Bundesstraße 102 bei Luckau (Dahme-Spreewald) abgesehen. Für den Winzer ist das keine einfache Situation, denn durch den Frost im Frühjahr fällt die Ernte schon ohne die Räuber mäßig aus. Um sich der Waschbären zu entledigen, greift Rietze daher zu ungewöhnlichen Mitteln.

Wolfsgeheul gegen Waschbären

"Bestimmt zehn bis zwanzig Stück kommen täglich ernten", erzählt Jürgen Rietze. Im vergangenen Jahr habe er das nicht erlebt, es habe ausreichend andere Früchte gegeben. Dieses Jahr sehe das anders aus. "Wenig Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen, es war nichts anderes mehr da. Also sind die Waschbären bei uns eingefallen."

Um die Tiere loszuwerden, hat Jürgen Rietze seine elektronische Vogelabwehr modifiziert. "Ich kann für die Nacht einen anderen Chip einlegen, der spielt dann Wolfsgeheul ab, was den Waschbären abschrecken soll", sagt Rietze. "Aber ich musste feststellen: wirkungslos."

Die übrigen Weintrauben, die noch da sind, haben aber eine gute Qualität. Seine Trauben der Sorte Regent will Rietze nach wie vor schnell pressen, um einen Rosé herzustellen. Insgesamt wird in Brandenburg auf 40 Hektar Wein angebaut.

Waschbären haben keine natürlichen Feinde

Die Waschbärenpopulation in Brandenburg nimmt seit Jahren stetig zu. Im Jahr 2018 wurden nach Angaben des Deutschen Jagdverbands 35.000 Tiere in Brandenburg erlegt. Bei Waschbären handelt es sich um eine invasive Art aus Nordamerika ohne natürliche Feinde. Dadurch können sie sich ungehindert vermehren.

Sie können Schäden an Häusern verursachen oder plündern Nester von Singvögeln. Waschbären leben seit knapp 90 Jahren in Deutschland und wurden ursprünglich zur Pelzzucht importiert.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Auf Grund der EU-Verordnungen zur Bekämpfung invasiver Arten müsste der Waschbär eigentlich bekämpft werden. Es müssen geeignete Managementmaßnahmen gegen die Weiterverbreitung getroffen und die Bestände überwacht werden.

  2. 3.

    Warum keine Fallen aufstellen? Da wird man in Rücksprache mit den Behörden doch irgendwas machen können.

  3. 2.

    ..Globalisierung halt, nur die Bayern haben Bruno abgeschossen...

  4. 1.

    Was habe ich mich letzten Winter beim "Müll rausbringen" erschreckt, als so ein Bärchen kopfüber in der Kirsche hing und nach Meisenbälle hangelte. Niedlich sehen die aber schon aus. Am besten ist es, wenn der Hund (ok - Mops und Co. scheiden aus) draussen pennt. Mein "Wuff" findet es wohl nicht schlecht - der will einfach nur noch raus. Ich habe seitdem keinen Waschbär mehr gesehen und Nachbars Kater macht auch einen Bogen. "Wolfsgeheul" abspielen ist wohl ähnlich sinnfrei wie "Ultraschall gegen Maulwürfe" einzusetzen. So'n Laekenois ist nicht einfach, entspricht nicht dem Kuschelhundprinzip - aber ein cooler Typ.

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