Die neuen Feuerwehrleute in Jerischke (Bild: Josefine Jahn)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.12.19 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Kurz vor dem Aus - Zehn Freiwillige retten die Feuerwehr in Jerischke

Die Freiwillige Feuerwehr Jerischke (Spree-Neiße) stand eigentlich schon vor dem Aus - einer alleine konnte den Dienst nicht mehr stemmen. Auf den Hilferuf meldeten sich allerdings gleich zehn löschwillige Dorfbewohner. Nun ist sogar ein neues Auto im Gespräch.

Fehlender Nachwuchs ist in vielen Dorffeuerwehren ein großes Problem. Die Freiwillige Feuerwehr in Jerischke im Spree-Neiße-Kreis stand aus diesem Grund so gut wie vor dem Aus. Nur noch sieben Mitglieder hatte sie - sechs davon standen kurz vor der Rente. Dann gab es aber ein kleines Wunder und inzwischen wird sogar über die Anschaffung neuer Technik gesprochen.

"Die Feuerwehr wird es bald nicht mehr geben": Mit dieser Warnung war der Ortsvorsteher von Jerischke, Michèl Schulz, von Tür zu Tür gegangen und hatte um den Beitritt in die Freiwillige Feuerwehr geworben. "Da gab es einige, die haben gleich Ja gesagt. Manche musste eine Nacht darüber schlafen", erzählt Schulz. "Zu meiner vollsten Zufriedenheit muss ich sagen, hat das wirklich super geklappt."

"Ich brauche Action in der Freizeit"

Zehn neue Mitglieder zählt die Jerischker Feuerwehr jetzt. Darunter ist auch Carina Keitel. "Ich bin in der Verwaltung tätig, also Bürojob. Ich brauche ein bisschen Action in der Freizeit", erzählt die 31-Jährige dem rbb. Sie gehört neben sieben Männern und zwei weiteren Frauen zu den "Neuen".

"Hätte mir jemand vor einem Monat gesagt, du wirst bald in die Feuerwehr eintreten, hätte ich demjenigen einen Vogel gezeigt", so Keitel. "Aber ich habe gesagt,: Wenn ich es nicht probiere, hätte ich nicht gewusst, ob es mir gefällt - und bis jetzt finde ich es super."

Neues Fahrzeug im Gespräch

In den vergangenen Wochen ist auch viel passiert: Bisher hatte die Feuerwehr nur eine kalte Halle zur Verfügung, in der das alte Einsatzfahrzeug, Baujahr 1989, steht. Nun sind die Kameradinnen und Kameraden in eine Wohnung in das alte Gutshaus gezogen. Dort gibt es einen Schulungsraum; Spinde und eine Küche sind bereits geliefert worden. Sogar ein neues Feuerwehrauto wird nun im Amt Döbern-Land diskutiert. Dafür und für neue Ausrüstung ist aber noch finanzielle Unterstützung notwendig.

Amtswehrführer Lars Mudra freut sich dennoch über den überraschenden Wandel, zum 85. Jubiläum der Jerischker Feuerwehr. "Für mich war es einmalig, in meiner ganzen Laufbahn als Amtswehrführer, an einem Abend zehn  Aufnahmeanträge auszugeben und zu unterschreiben", so Mudra. "Das Infozentrum war voll, viele junge, interessierte Leute."

Die zehn Feuerwehrfrauen und-männer starten direkt durch: Im Januar beginnen sie ihren Grundlehrgang.

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