Polnische Veterinärbehörden trainieren bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) (Quelle: dp
Audio: Antenne Brandenburg | 03.12.19 | Bild: dpa/PAP/Marcin Bielecki

Tierseuche auf dem Vormarsch - Weitere Fälle von Schweinepest in Polen nachgewiesen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist drei Wochen nach einem Ausbruch in Westpolen noch näher an Brandenburg herangerückt. Der Virus sei bei einem verendeten Wildschwein in der Nähe von Nowogrod Bobrzanski nachgewiesen worden, sagte Ortsbürgermeister Pawel Mierzwiak am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Warschau. Der Ort liegt 42 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

"Bei einer Suchaktion westlich unserer Gemeinde haben wir noch ein weiteres totes Wildschwein gefunden. Es ist aber durch einen unsauberen Schuss verendet", sagte der Bürgermeister weiter. Der ASP-Erreger sei bei diesem Tier nicht nachgewiesen worden.

Bürger dürfen bei Zielona Gora Wälder nicht betreten

Auch der Deutsche Jagdverband wies auf Twitter mit Bezug auf Angaben polnischer Behörden darauf hin, dass die Seuche auf dem Vormarsch nach Westen sei.

Nowogrod Bobrzanski liegt im westlichen Teil der Woiwodschaft Lebus. In dieser Gegend nahe der Grenze zu Brandenburg gibt es seit Mitte November einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Begonnen hatte er in der Nähe der Ortschaften Nowa Sol und Slawa - rund 80 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt. Mittlerweile wurde der Erreger bei mehreren Dutzend verendeten Wildschweinen in der Region festgestellt.

Am Montag hatte die Kreisstadt Zielona Gora (Grünberg) ihren Einwohnern untersagt, die umliegenden Wälder zu betreten. Laut Nachrichtenagentur PAP wurde das ASP-Virus dort bei vier toten Wildschweinen nachgewiesen. Zielona Gora liegt etwa 60 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt.

Claus Seliger vom Brandenburger Landesbetrieb Forst erklärte, dass in der nächsten Woche eine Schulung zum Umgang mit der Seuche stattfinden werden. Außerdem sei die Jagd intensiviert worden.

Laut Verbraucherschutzministerium müssen weiterhin Probeentnahmen bei Fallwild durchgeführt werden. Auch die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und der Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung und müssten konsequent umgesetzt werden, heißt es vom Ministerium.

Am mittwoch soll ein Informationsbrief an Brandenburger Speditionsunternehmen verschickt werden, in dem Fernfahrer und Fernfahrerinnen aufgerufen werden, keine fleischhaltigen Lebensmittel aus Polen mitzubringen. Auch dadurch könne der Erreger eingeschleppt werden.

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