Symbolbild: Bläßgänse bei der Futtersuche am Niederrhein. (Quelle: dpa/Ludenberg)
Audio: Antenne Brandenburg | 20.01.2020 | Amelie Ernst | Bild: dpa/Ludenberg

Erster Fall in Deutschland - Geflügelpest-Erreger bei Lausitzer Wildvogel nachgewiesen

Seit einigen Wochen breitet sich die Geflügelpest in Osteuropa aus. Nun ist der erste Fall der hochansteckenden Viruserkrankung aus Deutschland gemeldet worden, genauer gesagt aus Brandenburg. Das meldet die Landesregierung.

In Deutschland gibt es einen ersten bestätigten Fall der Geflügelpest in dieser Saison. Der Erreger H5N8 wurde bei einer verendeten Wildgans nachgewiesen, die im Spree-Neiße-Kreis gefunden wurde. Das berichtet das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.

Die Blessgans wurde in der Nähe der polnischen Grenze gefunden, heißt es aus dem Ministerium. Der Landkreis wird in einer eigenen Pressemitteilung etwas konkreter: Sie wurde in der Nähe von Forst (Lausitz) entdeckt. Die Geflügelpest breitet sich seit Jahresbeginn sehr schnell in Osteuropa aus, unter anderem in Polen.

Beobachtung wird intensiviert

Der Fund in Spree-Neiße ist der aktuell erste von einem Labor nachgewiesene und amtlich bekannte Fall in Deutschland. Allerdings hält es das zuständige Friedrich-Loeffler-Institut im Moment eher für unwahrscheinlich, dass infizierte Wildvögel durch direkten Kontakt auch Hausgeflügelbestände anstecken könnten.

Deshalb müssten Geflügelhalter auch noch keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen ergreifen, sagt Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher. Trotzdem werde das "Seuchengeschehen" sehr aufmerksam beobachtet. "Das fortlaufende Geflügelpest-Monitoring bei Hausgeflügel und Wildvögeln in Brandenburg wird jetzt deutlich intensiviert", sagt Nonnemacher.

Pressemitteilung des Ministeriums zum Geflügelpest-Erreger
Pressemitteilung | Bild: rbb/Schneider

Vorsichtsmaßnahmen für Hobbyhalter

Nach wie vor sollten Geflügelhalter allerdings darauf achten, dass die Ein- und Ausgänge zu den Ställen gegen unbefugten Zutritt gesichert sind und die Ställe nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden. Auch das anschließende Händewaschen und Desinfizieren der Schuhe darf laut Verbraucherschutzministerium nicht vergessen werden. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt.

Letzte Fall im Jahr 2018

Im Winterhalbjahr 2016/17 hatte H5N8 für Ausbrüche in mehreren Geflügelhaltungen gesorgt. Hunderttausende Tiere wurden getötet, um die weitere Verbreitung einzudämmen. Das Virus war mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen. Damals wurde nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts die bislang schwerste Vogelgrippe-Epidemie in Europa und auch in Deutschland registriert.

Den letzten gemeldeten Fall eines hochpathogenen Vogelgrippeerregers in Deutschland gab es im September 2018 - ein H5N6-Virus in Mecklenburg-Vorpommern.

3 Kommentare

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  1. 3.

    Das wird die schiesswütige Jagdzunft doch freuen - ein Federstrich eines Politikers und schon dürfen sie rumballern. Krankheiten entwickeln sich, um Populationen zu regulieren - aber der Mensch muss immer eingreifen.

  2. 2.

    Amseln, Meisen, Kleiber etc. tut das Virus mangels Vorkommen in unserer kaputten Natur nichts.
    Auf den Menschen nicht übertragbar........noch nicht.

  3. 1.

    Und wie sieht es mit unseren heimischen Vögel aus, wie Meisen , Amseln usw. ?

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