Verhandlungssaal Amtsgericht Cottbus mit Angeklagtem
Audio: Antenne Brandenburg | 17.02.2020 | Bild: rbb/Iris Wußmann

Staatsanwaltschaft bestätigt - Prozess gegen Forster Schulleiter soll eingestellt werden

Ein Schulleiter aus Forst soll mehrere Kinder geschlagen und getreten haben. Zum Prozessauftakt Anfang Februar bestritt der 45-Jährige die Vorwürfe. Nun könnte der Prozess eingestellt werden.  

Der Prozess gegen den ehemaligen Leiter einer Grundschule in Forst (Spree-Neiße) soll eingestellt werden. Das sagte die Staatsanwaltschaft Cottbus am Montag rbb|24 und bestätigte damit einen Online-Bericht der Zeitung "B.Z.". Dem Angeklagten wird Körperverletzung vorgeworfen.

Zustimmung der Staatsanwaltschaft

Laut Staatsanwaltschaft soll der Fall wegen geringer Schuld eingestellt werden. Sie bestätigt auch die von der B.Z. genannte vierstellige Summe, die dafür gezahlt werden soll. Die Staatsanwaltschaft werde diesem Antrag zustimmen.

Ein Sprecher des Amtsgerichts Cottbus sagte rbb|24 am Montag, dass im Hintergrund Gespräche laufen. Allerdings sei bisher noch keine Entscheidung gefallen. Sobald das passiere, werde eine offizielle Pressemitteilung veröffentlicht werden.  

Zeugen angeblich suggestiv befragt

Bereits vergangene Woche Freitag war bekannt geworden, dass der Prozess ausgesetzt wird. Zu den Gründen der Aussetzung hatte das Amtsgericht Cottbus keine Angaben gemacht. Vermutet wurde, dass es um die Entscheidung gehe, ob ein Gutachter hinzugezogen werde oder es zu einer Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung komme.

Die Verteidigung hatte zum Prozessauftakt beantragt, dass die Aussagen der Kinder von einem Psychologen bewertet werden. Aus ihrer Sicht seien die acht- bis elfjährigen Kinder mehrfach zum Teil suggestiv befragt worden.

Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Dem 45-jährigen Leiter einer privaten Grundschule wird vorgeworfen, Schüler in 20 Fällen geschlagen beziehungsweise getreten haben. Gegen ihn wurde im Zuge der Ermittlungen ein Kontaktverbot zu Schülern der Einrichtung verhängt. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Die Verteidigung beantragte zu Beginn die teilweise Einstellung des Verfahrens. Vorwürfe zu Tatort und Tatzeit seien unkonkret und unpräzise, argumentierte sie.

Es habe Anstupser und Ermahnungen gegeben, aber niemals Schläge oder Tritte, sagte der suspendierte Schulleiter am Montag vor Gericht. Der Lehrer räumt lediglich einen Zusammenstoß mit einem Schüler ein. Der sei unglücklich mit seinem Arm kollidiert. Schläge auf den Hinterkopf, Backpfeifen, Tritte ins Gesäß habe es nicht gegeben.  

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.02.2020, 13.30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Friedhelm] vom 17.02.2020 um 16:09
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4 Kommentare

  1. 4.

    Da zeigt sich (wie im Kirchenrecht) mal wieder: "Das deutsche Rechtssystem ist zu wesentlichen Teilen für Erwachsene gemacht. Kinder haben selten selbst direkte Ansprüche auf Leistungen oder Angebote. Sie haben es nicht nur grundsätzlich schwerer als Erwachsene, ihre Interessen geltend zu machen, es ist für sie auch ungleich komplizierter, zu ihrem Recht zu kommen. Für die allermeisten Kinder ist es kaum denkbar, einen Prozess zu führen, sich auch nur mit einem Anwalt oder der Polizei in Verbindung zu setzen oder sich anderswo über Dinge wie unsichere Schulwege oder Luftverschmutzung zu beschweren. In einer wachsenden Zahl von Staaten werden deshalb kindgerechte Anlauf- und Beschwerdestellen eingerichtet, an die sich Kinder selbst wenden können. ... Kinder benötigen einen räumlich möglichst nah gelegenen, persönlichen Ansprechpartner."
    https://www.unicef.de/informieren/projekte/europa-1442/deutschland-1554/eine-politik-fuer-kinder/192586

  2. 3.

    Ich verliere den Glauben an unser System, wenn der Typ keine gerechte Strafe erhält. Knast. Nichts anderes hat er verdient. Die Kinder und deren Eltern zu diffamieren. Pfui schämt Euch.

  3. 2.

    Das hat ja nun ein sehr unangenehmes Geschmäckle. Wer da wohl wen kennt?

  4. 1.

    Das darf doch wohl nicht wahr sein. Ich bin eine Oma von einem Betroffenen Kind und ja steinigt uns Großeltern jetzt. Aber jetzt reicht es. Wir haben Wut und Angst um unser Enkel. Die Staatsanwaltschaft hat doch nicht ernsthaft die Begründung es ist nicht schlimm genug? Unser Enkel ist nicht mehr unser Kind. Es zerreißt uns das Herz. Unser Kinder werden beschimpft obwohl sie immer ruhig geblieben sind und ständig weiß die Öffentlichkeit mehr wie unserer Kinder. Was soll das? Und das soll gerecht sein.

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