Die Schwarze Elster bei Senftenberg liegt trocken (Bild: Daniel Jorewitz/rbb)
Bild: rbb/Daniel Jorewitz

Prognose für 2020 - Voraussichtlich weniger Wasser für Brandenburger Gewässer

Zwei Dürrejahre hat Brandenburg hinter sich. Dass die Spree trotzdem Wasser führte, lag vor allem am Wasser aus Sachsen. Doch die Talsperren werden 2020 voraussichtlich nicht mehr so viel Wasser abgeben können - mit möglichen Folgen für Berlin und den Spreewald.

Sachsen wird in diesem Jahr Brandenburg wahrscheinlich weniger Wasser als in den Vorjahren zur Verfügung stellen können. Damit rechnet Martin Socher vom Umweltministerium in Dresden. Ein Grund sind die niedrigen Wasserstände in den Talsperren in Quitzdorf (aktuell zu 30 Prozent gefüllt) und Bautzen (aktuell zu 67 Prozent gefüllt).  

"Den Spreewald halten"

Nur wenn es im März und April ausgiebig regne, könne die Menge von 20 Millionen Kubikmetern Wasser wieder erreicht werden, sagt Socher. Nach aktuellem Stand werde es aber voraussichtlich nur eine Menge von "um die 15 Millionen" sein.

Nun müsse alles so gesteuert werden, dass die beiden Ziele erreicht werden, "den Spreewald zu halten und die Wasserversorgung von Berlin nicht zu gefährden", so Socher.

Wasserknappheit - bald ein Dauerzustand?

Der Wassermangel in den sächsischen Talsperren ist auch eine Folge der vergangenen zwei Dürrejahre. Spürbar machten die sich in Brandenburg vor allem in den Flüssen Spree und Schwarze Elster, die teilweise austrockneten.

Mit Wasserabgaben, vor allem aus den sächsischen Talsperren Bautzen und Quitzdorf sowie der Talsperre Spremberg in Brandenburg, konnte der Abfluss in die Spree im August 2019 auf einem niedrigen Niveau von 1,5 Kubikmeter pro Sekunde gehalten werden. Normal sind im August 12,8 Kubikmeter pro Sekunde.  

Und auch in Zukunft werde Wasser knapp sein, hatte der Berliner Wasserexperte Hartwig Berger in einem Interview mit rbb|24 im vergangenen September deutlich gemacht. "Wir steuern auf einen dauerhaften Zustand zu und müssen damit rechnen, dass die Klimakatastrophe in eine chronische Wasserkrise führt."

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13 Kommentare

  1. 13.

    Wenn noch mehr Menschen in die Stadt ziehen, dann verbraucht die Stadt noch mehr Wasser, Wohnungen, Flächen, Kitas, Verkehrsfläche, ÖPNV.... Das ist jedoch ein Fakt, den alle nicht hören wollen.

  2. 12.

    Nicht nur in der Lausitz ist Wassermangel, auch im Norden Brandenburgs! Und da kommt das Wasser aus McPom von der Müritzregion runter. Aber die können auch nichts mehr hergeben, weil diese riesige Wasserfläche von Rechlin über die Müritz bis nach Plau am See jetzt schon in die Saison mit 50 cm weniger Wasser geht als normal wäre. Da gibt McPom garantiert kein Wasser runter nach Brandenburg Richtung Rheinsberger Gewässer, Rhin, Rhinluch und Havel ab. Das wird alles genauso knapp wie es im Oktober 2019 endete.

  3. 11.

    " Der Golf- und Countryclub Seddiner See entnimmt Unmengen an Grundwasser. "

    ist der unverzichtbar ?

  4. 10.

    " mit möglichen Folgen für Berlin und den Spreewald "

    da kommt Tesla gerade zum ungünstigen zeitpunkt, passt nicht

  5. 9.

    Hauptsache aus der Spree kann dann wieder der Ostsee geflutet werden. Wir haben es ja, auch das Wasser.

  6. 7.

    Vororts Hinweis zu Golfplätzen ist sehr gut. Der Große Seddiner See bei Potsdam trocknet aus und die Grünen und ihre Hilfstruppen machen wieder einmal nichts. Der Golf- und Countryclub Seddiner See entnimmt Unmengen an Grundwasser. Der Klimawandel hat nichts damit zu tun, da es nur diesen See betrifft. Seit dem Bau des Golf- und Countryclub Seddiner Sees geht der See immer weiter zurück.

  7. 6.

    Kann alles nicht sein, die LEAG muss noch die ex. Kohlelöcher voll Wasser bekommen.....
    Spätestens seit der Schenkung von Vattenfall an EPH war jedem klar das der Kohlenraubbau sofort beendet werden muss.
    Die Natur stellt die Rechnung, auch die Berliner werden zahlen.

  8. 5.

    Und auch in Zukunft werde Wasser knapp sein, hatte der Berliner Wasserexperte Hartwig Berger in einem Interview mit rbb|24 im vergangenen September deutlich gemacht.Naja,solange Teslas Wasserversorgung gesichert ist...
    Der eine sagt so und der andere sagt so.
    Ist doch alles gut.*gg*

  9. 4.

    Solange in Brandenburg Golfplätze noch in rauen Mengen Wasser zum Rasensprengen aus den hier vorhandenen Seen entnehmen dürfen, selbst in Dürrejahren, weil das vor 25 Jahren mal jemand zugesagt hat, bevor die Klimakatastrophe offensichtlich wurde auch in Brandenburg, solange brauchen wir nicht mehr über fehlendes Wasser reden.

  10. 3.

    Der Wassermangel in bestimmten Regionen ist nicht schicksalhaft, etwas dem man ohne eigenen Beitrag ausgesetzt wäre. Es hätte viel Sinn gemacht, auf die Wasserentnahme durch den Bergbau einzugehen, der zwar entnommenes Wasser an anderer Stelle auslässt, dieses aber seinem Ursprung, dem Grundwasserspiegel, nicht wieder zugeführt wird. Bis sich Grundwasser wieder egalisiert, dauert es bis zu mehreren Jahrzehnten. Gerade im Umkreis von z.B. der "Schwarzen Pumpe" lässt sich signifikante Absenkung des Grundwasserspiegels evident feststellen.

    Wir haben zwar keine südafrikanischen Zustände mit Wasserrationierung auf Dauer bzw. Wasserverschwendung nur für Wohlhabende, aber man droht in Metropolregionen, über den eigenen Verhältnissen zu leben, auch wenn sich in den letzten jahren einiges an Wassersparfunktionen im Alltag ergeben hat und auch aktuell das für jedwedes Produkt nötige, sog. Äquivalenzwasser öfter bedacht wird.

  11. 2.

    Wenn kein Regen in großen Mengen fällt, da kann auch kein Wasser angestaut werden. Der Klimawandel ist schon längst da. Im übrigen möchte ich dann auch wissen, woher das Teslawerk in Grünheide das Wasser nehmen will wenn es so weitergeht.

  12. 1.

    Da werden uns jetzt sicher gleich die üblichen Kommentatoren erklären, dass der Wassermangel überhaupt nichts mit dem Klimawandel zu tun hat.

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