Symbolbild: Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr Feuerwehr (Bild: imago images/Martin Dziadek)
Bild: imago images/Martin Dziadek

Guben - Vier Asylbewerber von Jugendlichen angegriffen

In Guben (Spree-Neiße) sind vier Asylbewerber von einer größeren Gruppe Jugendlicher angegriffen worden, die teilweise vermummt waren. Wie die Polizei am Montag berichtete, ereignete sich die Tat am späten Samstagabend.

Die vier Asylbewerber hatten im Gubener Stadtpark gesessen, als sie von etwa 15 bis 20 Jugendlichen umkreist und beschimpft wurden. Laut Polizei konnten zwei Asylbewerber flüchten, die beiden anderen wurden geschlagen, getreten und rassistisch beschimpft. Sie mussten ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Die Täter sind unbekannt, in dem Fall ermittelt jetzt der kriminalpolizeiliche Staatsschutz.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10 Kommentare

  1. 8.

    Meine Mutter wohnt in der Nähe des Stadtparks in Guben. Sie hat mehrmals nachts Gruppen von Menschen vor ihrem Wohnhaus gesehen die den Hitlergruß gezeigt und ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Sie hatte die Polizei gerufen, die allerdings erst eine Stunde später vor Ort war und niemanden mehr antraf. Die Polizei muss in Guben auch schneller reagieren und auch nachts mehr Präsenz zeigen.

  2. 7.

    Die Ursachen für rechtsextreme Angriffe auf Geflüchtete liegen allein bei den Rechtsextremen, die Sie hier in der Tat in Schutz nehmen, indem Sie deren mutmaßliche Taten zu rationalisieren versuchen - ein häufiges Phänomen der Verharmlosung von Rechtsextremismus.

    Es gibt soziologisch eine Korrelation zwischen Armut, Perspektivlosigkeit und Häufigkeit bzw. Verbreitung rechtsextremer Handlungen oder Einstellungen. Korrelation meint aber nicht Kausalität. Nur(!) die Täter*innen sind für ihre Handlungen verantwortlich. Umgedreht gibt es im "Speckgürtel" z.B. Zossen, das wirtschaftlich gut dasteht, aber hegemoniell rechtsextrem ist.

    Ferner begeht auch der rbb hier einen medial und behördlich tradierten Fehler: Durch die Nennung der Täter*innengruppe als "Jugendliche" wird man an die häufig verwendete Verharmlosung rechter Gewalt als "Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen" erinnert. Das meint die Nicht-Anerkennung des Leids der Betroffenen und Verharmlosung von Rechtsextremismus.

  3. 6.

    Ging mir auch nicht darum die Tat zu rechtfertigen. Natürlich können die Asylbewerber nichts dafür. Glaube aber mit der Einstellung, dass solche Taten von doofen Menschen begannen werden wird dazu führen, dass das Land noch mehr gespalten wird. Ist immer leicht gesagt, dass das alles blöde Nazis sind. Versteh mich nicht falsch, möchte da keinen in Schutz nehmen. Glaube aber, so lange die Ursachen nicht angegangen werden, wird es nicht besser werden. Wäre ja schon viel, wenn Politiker mal ehrlich sagen würden, dass es für viele Regionen realistisch keine Perspektive gibt.

  4. 5.

    Ja das wissen wir alles, aber was können die Asylbewerber für den Zustand von Guben? Das rechtfertigt so eine Tat nicht und ich finde es erklärt sie auch nicht. Wenn einer zu doof ist seine Probleme konstruktiv anzugehen, und meint er müsse lieber Ausländer schlagen, dann habe ich kein Mitleid.

  5. 4.

    Wieder rechte Gewalt in Brandenburg, das passiert seit so vielen Jahren. Und wer erinnert sich nicht an die "Hetzjagd von Guben". Die Täter von damals sind heute noch aktiv, kein Wunder, dass da eine neue Generation herangewachsen ist.

  6. 3.

    Rechte Gewalt in Brandenburg, seit so vielen Jahren. Wer erinnert sich nicht an die "Hetzjagd in Guben". Die Täter von damals sind heute noch aktiv, kein Wunder, dass da eine neue Generation herangewachsen ist.

  7. 2.

    Leider ist das auch ein Ergenis wenn in einer Region sämtliche Perspektiven fehlen und die Jugend weg geht. Die zurückgebliebenen fühlen sich als "Verlierer" und suchen Feindbilder. Alle die jetzt große Töne schwingen, fahrt mal nach Guben und geht da mal einfach durch die Stadt und schaut euch um. War mit ein paar Berlinern in der alten Heimat und die waren schockiert, wie tot eine Innenstadt sein kann und wie alt die Bevölkerung ist.
    Was soll aus diesen Rwgionen erst werden, wenn die Babyboomer-Generation von der Bühne geht?
    Wenn die Politik dann extra in diese Regionen noch die zentrale Asylaufnahme ansiedelt - frei nach dem Motto - aus den Augen aus dem Sinn, dann passieren leider solche sinnfreien Übergriffe.

  8. 1.

    Wieder ist es in Guben passiert!
    Die Stadt steht seit 1999 für die Orte in Brandenburg mit böser Geschichte von Angriffen auf Flüchtlinge und Asylsuchende. Andernorts im Land wurde erfolgreich dagegen gehalten und den Rechten nicht weiter der öffentliche Raum überlassen. Wo sind die aufrechten Bürger/innen in Guben, die solche Verbrechen nicht hinnehmen, die die Täter ausgrenzen und zur Rechenschaft ziehen?

Das könnte Sie auch interessieren

WDR-Reporter Jörg Steinkamp im rbb-Studio Cottbus
rbb/Thomas Krüger

Interview | WDR-Reporter entdeckt Cottbus - "Ich war total enttäuscht von mir selber"

30 Jahre Deutsche Einheit. WDR-Reporter Jörg Steinkamp ist das erste mal in Cottbus. Er will erfahren, wie es um Vorurteile steht, ob es sie noch gibt? Im Gegenzug ist rbb-Reporter Sebastian Schiller in der Cottbuser Partnerstadt Gelsenkirchen unterwegs. Daraus entstehen soll eine gemeinsame Fernsehreportage. rbb|24 hat mit Jörg Steinkamp gesprochen.