Für Forschung und Entwicklung - Neue Hoffnung für Katastrophenschutzzentrum in Welzow

Mo 08.06.20 | 17:16 Uhr
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Der Flugplatz in Welzow (Bild: Daniel Mastow/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.06.20 | Daniel Mastow | Bild: rbb/Daniel Mastow

Die Stadt Welzow will auf dem eigenen Verkehrslandeplatz ein europäisches Katastrophenschutzzentrum einrichten. Die Voraussetzungen scheinen gut. Währenddessen rückt eine Löschflugzeugstaffel in den Hintergrund. Von Daniel Mastow

Die Stadt Welzow (Landkreis Spree-Neiße) hat große Pläne. Auf dem Verkehrslandeplatz soll ein europäisches Katastrophenschutzzentrum angesiedelt werden. Forschung, Entwicklung und Ausbildung sollen unter einem Dach stattfinden. Nach einem Besichtigungstermin am Montag scheinen die Pläne wahrscheinlicher.

Andreas Fredrich (Bürgermeister Senftenberg), Lothar Hügin, Birgit Zuchold (Bürgermeisterin Welzow) und Werner Schippel (v.l.n.r.)
Andreas Fredrich (Bürgermeister Senftenberg), Lothar Hügin, Birgit Zuchold (Bürgermeisterin Welzow) und Werner Schippel | Bild: rbb/Daniel Mastow

Zentrum für Forschung, Ausbildung, Entwicklung

Die Bedingungen für ein europäisches Katastrophenschutzzentrum in der Kleinstadt seien ideal, sagt Lothar Hügin, Präsident der International Fire and Rescue Confederation (IFRC), nach der Besichtigung. "Wir haben hier eine wunderbare Infrastruktur, einen wunderbaren Verkehrslandeplatz", so Hügin. Hinzu käme außerdem die gut funktionierende Feuerwehrinfrastruktur in Deutschland, bestehend aus freiwilligen, hauptberuflichen und Werksfeuerwehren.

Ein Zentrum zur Forschung und Entwicklung sei aus Sicht der Feuerwehr sehr wichtig. Zu viele Gefahren seien noch nicht erforscht, sagt Werner Siegbert Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. "Die Frage, Elektroautos, wie löschen wir die denn, wie gehen wir mit den Batterien um?", so Schippel. Auch die Pandemie habe gezeigt, es gebe beispielsweise Nachbesserungsbedarf bei der Versorgung mit Schutzausrüstung.

Löschflugzeuge vorerst kein Thema mehr

Auch Birgit Zuchold (SPD), Bürgermeisterin von Welzow, zeigt sich begeistert von der Möglichkeit eines Zentrums in ihrer Stadt. Dennoch, der Wunsch nach einer Löschflugzeugstaffel, für die es immer wieder Absagen gab, sei vorerst in den Hintergrund gerückt. "Ich denke wir schwenken erstmal um und betrachten die Entwicklung dieses Zentrums aus Bundesperspektive und dann später aus europäischer Perspektive", so Zuchold am Montag.

Nun müsse sich zunächst das Land Brandenburg beim Bund für den Standort bewerben. Bis Jahresende müsste dieser sich schließlich bei der EU für das Katastrophenschutzzentrum bewerben. Die Rahmenbedingungen in Welzow seien geschaffen, so die Bürgermeisterin.

Unterstützung erhält Zuchold seit Montag auch von Lothar Hügin. "Ich glaube, das ist eine gute Möglichkeit, um einfach die Region zu unterstützen und nach vorne zu bringen", so der Präsident der IFRC.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Hoffentlich wird dort auch gelehrt, das sich betroffene Kommunen auf ihren Internetseiten tagesaktuell zum Bedarf an freiwilligen Helfern erklären und wenn Bedarf besteht, konkrete Ansprechpartner benennen sollten. Als freiwilliger Hochwasserhelfer habe ich mehrfach gehört, daß angeblich Kein Helferbedarf bestehe und anschließend haben sich im Fernsehen vor laufender Kamera Alte und Behinderte ueber fehlende Hilfe beklagt oder das THW ueber eine 72-Stunden-Schicht. Eine tägliche Erklärung ueber den Helferbedarf würde es während einer Katastropfenlage zumindest erschweren, das er aus Bequemlichkeit, sozialdarwinistischer Boshaftigkeit oder aus demWunsch, Unzulänglichkeiten vor Helfern zu verstecken, verneint wird. Manche Freiwillige organisieren sich übrigens privat, wenn sie sich etwa wegen politischen Engagements sich nicht verbindlich an eine Organisation binden können.

  2. 1.

    Die eigene Partei (Woidke) von der großen Chance für Welzow, der Notwendigkeit einer Löschflugstaffel zu überzeugen gelang nicht. Oder sollte nicht gelingen weil die Idee nicht auf Frau Zucholds Mist gewachsen ist?
    So wird umgeschwenkt um dann festzustellen das am Ende Welzow nichts bekommt.
    Da eine Löschflugstaffel nördlich der Alpen definitiv Sinn macht wird sich eine andere Kommune sicher freuen.
    2021 dürfte dann auch wegen Haushaltslage Schluss mit dem Flugplatz sein.

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