Demo für die Erhaltung der "K29" (Bild: Josefine Jahn/rbb)
Demo für die Erhaltung der "K29" | Bild: rbb/Josefine Jahn

Entscheidung am Landgericht - Cottbuser Wohnprojekt Karlstraße 29 darf vorerst bleiben

Das Wohnprojekt in der Cottbuser Karlstraße 29, kurz "K29", hat vor Gericht einen Erfolg erzielt. Die Gründe der Vermieterseite für eine Kündigung reichen nicht aus, hat das Landgericht Cottbus am Freitag entschieden.

Die Wohngemeinschaft gibt es seit den 1990er Jahren im Rahmen eines Projekts der Universität in Cottbus.

Güterverhandlung gescheitert

Der neue Eigentümer hatte den Mieterverein "K29" als Gewerbe eingestuft und die Mieter fristlos gekündigt. Das Landgericht ist dagegen der Meinung, dass der Verein die Räume nicht gewerblich, sondern zum Wohnen nutzt. Noch ist das Urteil nichts rechtskräftig, sagt eine Gerichtssprecherin rbb|24. "Die Vermieterseite kann in Berufung gehen."

Seit Mitte Juni wurde über die Räumungsklage verhandelt. Beim Auftakt war zunächst eine außergerichtliche Güteverhandlung vereinbart worden, doch die verlief ergebnislos. Laut Mieterverein enthielt der Vertragsentwurf des Eigentümers nicht die gewünschte Mindestmietzeit von fünf Jahren. Daher wurde Ende Juli die Verhandlung fortgesetzt.

Modernisieren und Miete verdoppeln

Seit rund anderthalb Jahren befindet sich die Zukunft der Wohngemeinschaft im Schwebezustand. Das Haus wurde an einen neuen Eigentümer verkauft. Ein Kaufversuch seitens der Bewohner, die alle studieren oder sich in einer Berufsausbildung befinden, scheiterte. Nach einer Ankündigung, die Miete nach einer Modernisierung verdoppeln zu wollen, gingen die Bewohner an die Öffentlichkeit. Es folgten Kündigungen an den Trägerverein "Karlstraße Neunundzwanzig". Dieser hat die Räume des Hauses angemietet und vermietet sie an seine Mitglieder unter.

Das Wohnprojekt ist in Cottbus fester Kulturbestandteil. Die Bewohner organisieren verschiedene Kultur- und Kiezveranstaltungen. So sind sie zum Beispiel maßgeblich an der Organisation des beliebten Karlstraßenfestes beteiligt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.09.2020, 15.30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Das sieht mir sehr nach dem Versuch aus unliebsame Bewohnende schnellstmöglich loszuwerden um zahlungskräftigere Klientel (natürlich nach Modernisierungen die die aktuellen Mietenden weder brauchen noch wollen)anzusprechen. Mal wieder werden Menschen aus Stadtteilen heraus und an den Rand gedrängt, zugunsten weniger, die eben mehr Kapital haben und damit auch in der Lage sind dieses Mehr an Kapital auch noch mehr und größer werden zu lassen. Ich kenne den Stadtteil und beobachte diese Entwicklung bereits seit ein paar Jahren. Um dieses Wohnprojekt wäre es besonders schade, weil es eben auch etwas an den Stadtteil zurück gibt. Ich drücke die Daumen, dass die wilde dreizehn uns erhalten bleibt.

  2. 1.

    Angaben in diesem Artikel lassen nirgends einen Bezug zu einem Gewerbe erkennen. Sonst wäre ja jede örtliche Studentenvereinigung ein Gewerbe. Hier könnte das Stichwort 'Entmietung' angebracht sein.

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