Symbolbild: Vermummte Einsatzkräfte der Polizei (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.09.2020 | Iris Wussmann | Bild: dpa/Paul Zinken

Angriff in Straßenbahn - Verdächtiger nennt "Wut auf Polizei" als Motiv für Messerangriff in Cottbus

Zwei Wochen nach dem Messerangriff in einer Straßenbahn in Cottbus auf einen jungen Mann hat die Staatsanwaltschaft Cottbus dem rbb nähere Angaben zum möglichen Tatmotiv gemacht. Demnach habe der 28-jährige Tatverdächtige in seiner Vernehmung als Motiv "Wut auf die Polizei" angegeben, sagte Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon am Mittwoch. Er sei mit deren Arbeit unzufrieden. Ob es ihm mit der Tat darum ging, Aufmerksamkeit zu erzeugen, wollte Bantleon nicht bestätigen.

Staatsanwaltschaft: "Keine voreiligen Schlüsse ziehen"

Der aus Pakistan stammende Mann habe die Tat gestanden, sagte Bantleon. Er habe ein Messer bei sich gehabt und auf den 19-Jährigen eingestochen, den er nicht kannte. Danach habe er gefragt: "Darf ich jetzt hier bleiben?". Diese Aussage war von einigen Medien als Beleg bewertet worden, dass der Mann sich durch die Tat ein Bleiberecht in Deutschland sichern wollte.

Oberstaatsanwalt Bantleon betonte, die Aussagen des mutmaßlichen Täters könnten unterschiedlich interpretiert werden, er mahnte vor voreiligen Schlüssen. Genauere Angaben machte Bantleon dazu nicht.

19-Jährige mutmaßlich ein Zufallsopfer

Bei der Tat am frühen Morgen des 9. September im Cottbuser Stadtteil Sachsendorf war das 19-jährige Opfer schwer verletzt worden. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem Zufallsopfer.

Kurz nach der Tat wurde der mutmaßliche Angreifer festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Der 28-jährige Verdächtige ist bereits wegen anderer Straftaten polizeibekannt. Von der Staatsanwaltschaft hieß es, es sich um "kleinere Geschichten" gehandelt.

4 Kommentare

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  1. 4.

    Wie sagte eine Politikerin? „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“

  2. 3.

    Das passt doch hinten und vorne nicht! Womit soll die Polizei denn schlechte Arbeit geleistet haben? Und warum greift er dann hinterhältig einen unbeteiligten Zivilisten an? Das Motiv klingt stark nach schnell ausgedachter Ausrede. Es scheint doch etwas offensichtlich, dass er lieber in ein deutsches Gefängnis als in die Heimat verbracht werden wollte. Ja, das ist Spekulation, anders ist die Tat und die Aussage aber für mich nicht erklärbar.

  3. 2.

    Eine schlimme Geschichte. Evtl ein Moment über die Hexenjagd und das Bashing ggü. unserer Polizei nachzudenken?

  4. 1.
    Antwort auf [globke] vom 23.09.2020 um 19:20

    Ich zitiere für Sie einfach mal einen anderen Anschnitts des gleichen Artikels: "Oberstaatsanwalt Bantleon betonte, die Aussagen des mutmaßlichen Täters könnten unterschiedlich interpretiert werden, er mahnte vor voreiligen Schlüssen." Vielleicht sollten Sie sich den mal durchlesen und kurz darüber nachdenken, bevor Sie hier kommentieren. Gern geschehen! :-)

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