Ein Pickup im Tagebau Jänschwalde (Archivfoto: dpa/Pleul)
Archivfoto | Bild: ZB

56-Jähriger überfahren und verletzt - Schlechter Handyempfang soll Rettung in Jänschwalde erschwert haben

Im Tagebau Jänschwalde ist ein Mitarbeiter bei einem Unfall schwer verletzt worden, ein Hubschrauber flog ihn in eine Klinik. Die Handyverbindung soll so schlecht gewesen sein, dass die Retter auch durch Rauchzeichen zum Unglückort gelotst wurden.

Bei einem Arbeitsunfall im Tagebau Jänschwalde (Spree-Neiße) ist ein Mitarbeiter schwer verletzt worden. Nach Angaben der Rettungsleitstelle Lausitz wurde ein 56-Jähriger am Dienstagabend von einem Betriebs-Geländefahrzeug erfasst.

Nach Angaben des Tagebaubetreibers Leag passierte der Unfall um 18.04 Uhr. Demnach hätten mehrere Mitarbeiter Wasserrohre gewartet. Einer von ihnen habe nach ersten Erkenntnissen bei der Fahrt mit einem Geländewagen den 56-Jährigen übersehen und ihn angefahren.

Mit Rauchzeichen auf den Unglücksort aufmerksam gemacht

Nach Angaben der Rettungsleitstelle Lausitz kam zu dem Unfall in der Nähe der Bundestraße 97 zwischen Heinersbrück und Jänschwalde, der Notruf sei um 18.15 Uhr eingegangen. Gemeldet worden sei eine Person, die von einem Auto überrollt wurde.

Für die Rettungskräfte sei es aber, so die Leitstelle Lausitz, anschließend schwierig gewesen, den Verunglückten im Tagebaugelände zu finden, weil es in der Grube schlechten Netzempfang gab und die Telefonverbindung immer wieder abbrach. Schließlich habe ein Hubschrauber den Einsatzort entdeckt, nachdem vom Boden aus Rauchzeichen mit Nebelkörpern gegeben worden seien. Der Mann wurde schwerverletzt ins Krankenhaus geflogen. Er war laut Leag ansprechbar.

Der Energiekonzern konnte gegenüber rbb|24 einen schlechten Handyempfang nicht bestätigen. Die Meldewege hätten einwandfrei funktioniert, erklärte eine Unternehmenssprecherin.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.09.2020, 07.30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Ihren permanenten Hass auf diese Firma sogar in diesem Unglücksfall zu publizieren, zeugt vor Ihrer Moral.
    Der MA wird auf IHR Mitgefühl mit Sicherheit verzichten!

  2. 9.

    Unglaublich, Rauchzeichen, wir schreiben das Jahr 2020!

  3. 8.

    Tja, da hat die Unternehmenssprecherin wohl bewusst gelogen, wundert das jemand?
    Dem Verunglückten gute Besserung!

  4. 7.

    Ja klar - und jetzt reiben sich wieder alle die Hände, die ihr Geld damit machen, auf jeden Maulwurfshaufen einen Funkmast aufzustellen. Man dürfte ja auch mal fragen, warum da "Nebelkörper" zur Verfügung waren und dass die wohl eher nicht für die nächste Disco besorgt vorgehalten wurden.

  5. 6.

    Mein Vorschlag: Die Firmenleitung sollte sich mal direkt vor Ort ein Bild der Lage machen und es mit den Handys probieren. Ob da immernoch von vollkommener Funktionstüchtigkeit gesprochen wird stelle ich in Frage.

  6. 5.

    Solche Rettungsaktionen sollte man vorher regelmässig üben, vor allem bei so einem grossen Unternehmen wie der LEAG. Ansonsten haftet vielleicht die LEAG für Schäden und Verzögerungen.

  7. 4.

    Ein weiteres Zeichen, daß Deutschland in der Digitalisierung hinterherhinken! Ist also nicht nur in der Lausitz so!

  8. 3.

    Wir leben diesbezüglich halt in einem technologischen Entwicklungsland auf Augenhöhe mit Kasachstan.
    Dafür können wir jetzt sogar mit 5G nicht telefonieren.

  9. 2.

    Rauchzeichen. Brandenburg. Es kann so einfach sein...
    *augennachobenroll*

  10. 1.

    Ich arbeite im Rettungsdienst im südlichen Brandenburg und manche Kommunikation lässt sich einfach nicht per Funk durchführen. Zum Beispiel die Anmeldung eines kritischen Patienten direkt im Krankenhaus: Wenn das Handy vom RTW keinen Empfang hat, probieren wir unsere privaten Handys durch oder ein Festnetztelefon von Angehörigen. Sowas kommt ständig vor, die Netzabdeckung ist oftmals wirklich schlecht.

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