Das Cottbuser Tierheim (Bild: Anja Kabisch/rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 26.10.20 | Marie-Therese Harasim | Bild: rbb/Anja Kabisch

Zu wenige Hunde wegen Schweinepest - Cottbuser Tierheim schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit

Die Mitarbeiter des Cottbuser Tierheims haben zurzeit wenig zu tun. Die Afrikanische Schweinepest verhindert, dass wie früher gerettete Tiere aus Rumänien vermittelt werden können. Dabei ist die Nachfrage nach vierbeinigen Begleitern groß.

Das Cottbuser Tierheim muss ab November voraussichtlich die Hälfte seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Weil wegen der Afrikanischen Schweinepest kaum noch Tiere aus dem Ausland vermittelt werden, sind die Zwinger im Tierheim fast leer. Nur 15 statt wie sonst bis zu 90 Hunde warten auf neue Besitzer.

Die vorhandenen Tiere können nicht vermittelt werden. Sie gelten entweder als schwierig, zu gefährliche oder sind krank.

Veterinäramt hat keine Kapazitäten

Der Grund für die fehlenden Hunde sind laut Jaqueline Wiesel, Vorstandsmitglied beim Tierschutzverein Cottbus, die mangelnden Kapazitäten beim Veterinäramt. Normalerweise arbeitet das Cottbuser Tierheim mit einer rumänischen Partnerorganisation zusammen und übernimmt Tiere aus dem Ausland.

Wegen der Afrikanischen Schweinepest hat das Veterinäramt aber keine Zeit die nötigen Sondergenehmigungen für den Transport auszustellen. Ohne Vermittlungen fehlt dem Tierheim das Geld. In der Septemberabrechung hätten, trotz Vermittlung einiger Hunde, 3.000 Euro gefehlt, so Wiesel. Im Oktober wird voraussichtlich gar kein Hund vermittelt.

Voraussichtlich Fünf von zehn Mitarbeitern müssen daher in Kurzarbeit.

Familien müssen weggeschickt werden

Der Bedarf an Hunden sei aber weiterhin groß, erklärt Jaqueline Wiesel. So habe es auch einen Tag gegeben, an dem innerhalb einer halben Stunde gleich drei Familien nach Hunden gefragt hätten. Sie seien alle weggeschickt worden, so Wiesel. "Das ist dann traurig. Wir könnten den Tieren helfen und die Familien glücklich machen", sagt sie.

Auf Nachfrage des rbb bestätigte ein Vertreter des zuständigen Landkreises Spree-Neiße, dass es derzeit Komplikationen im Veterinäramt gebe. Das Personal sei knapp, eine schnelle Abhilfe nicht in Sicht.

Im Tierheim sorgt das für Ärger, wie Jaqueline Wiesel sagt. "Wir wissen, wie wir uns selbst helfen können, wie wir Einnahmen generieren können und wir dürfen es nicht."

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    Könnten denn dann nicht andere Tierheime in der Region entlastet werden? Dort gibt es möglicherweise zu viele Tiere!

  2. 1.

    Verrückte Welt - im Amt gibt es zu wenig Mitarbeiter um die dringend benötigten Dokumente auszustellen, daher haben die Mitarbeiter der Tierhilfe keine Arbeit. Vielleicht sollte man mal über eine Zusammenarbeit reden, die Allen hilft. Die Tierheimmitarbeiter könnten das Amt entlasten, es könnten wieder Tiere aus katastrophalen Bedingungen gerettet werden und die Familien hätten ein neuen Mitglied. Wäre eine WinWin Situation für alle Beteiligten, insbesondere für die armen Tiere die in ein liebevolles Zuhause vermittelt werden könnten.

Das könnte Sie auch interessieren