Ein Schild mit der Aufschrift "Warnstreik!" steht vor dem Rathaus in Frankfurt an der Oder. (Quelle: dpa/Arne Immanuel Bänsch)
Audio: Antenne Brandenburg | Dr. Markus Niggemann | Bild: dpa

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst - Cottbuser Finanzchef warnt vor überzogenen Forderungen

Nach den Warnstreiks in mehreren Bundesländern gehen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am Donnerstag und Freitag möglicherweise in die entscheidende Phase.

Der Finanzdezernent der hochverschuldeten Stadt Cottbus, Markus Niggemann, warnte kurz vor Verhandlungsbeginn vor überzogenen Forderungen der Gewerkschaft ver.di. Diese will 4,8 Prozent mehr Geld für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten durchsetzen, mindestens jedoch 150 Euro mehr pro Monat.

Die Arbeitgeber haben jüngst 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in den nächsten drei Jahren angeboten.

Vor allem Bauprojekte auf der Kippe

Sollte die Gewerkschaft ver.di sich mit ihrer Forderung durchsetzen, müssten in Cottbus zum Beispiel Schul-, Kita- oder Straßensanierungen aufgeschoben werden, sagte Finanzdezernent Markus Niggemann im Interview mit rbb|24.

Auch bei den sogenannten freiwilligen Leistungen müsste der Rotstift angesetzt werden, so Niggemann. Das könnte zum Beispiel die Bibliothek treffen. "Das wollen wir aber auf jeden Fall vermeiden": sagt der Finanzdezernent. Er glaube auch nicht, dass sich die Gewerkschaft mit ihrer Forderung durchsetzen werde.

Allerdings wisse er auch, dass gutes Personal auch gutes Geld koste und man sich im Wettbewerb mit anderen Unternehmen befinde, wenn es um gutes Personal gehe.

Derzeit beschäftigt die Stadt 1.400 Mitarbeiter.

Die Stadt Cottbus schiebt seit Jahren einen Schuldenberg von mehreren hundert Millionen Euro vor sich her. Zu Spitzenzeiten Ende 2017 war die Stadt mit rund 280 Millionen Euro in den Miesen.

6 Kommentare

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  1. 6.

    Da könnte der Niggemann ein gutes Zeichen setzen und auf einen großen Teil seines Einkommens verzichten. Das wird wesentlich höher sein als das Einkommen von den beklatschten Coronahelden. Er könnte auch dafür sorgen das die Lebenshaltungskosten für die Coronahelden entsprechend sinken. Es ist nur noch widerlich diese jammerei. Da fällt mir der Sruch ein " wir müssen den Gürtel enger schnallen,sagen die Hosenträger".

  2. 5.

    Der Bundestag hat es vorgemacht und sich aus der Kritik bei Erhöhung ihrer Diäten zu beendet. Nun werden automatisch regelmäßig die Diäten heimlich still und leise erhöht. Das ist doch ein gutes Vorbild für alle anderen Branchen!

  3. 4.

    ich hoffe, verdi kippt nicht wieder um und setzt sich durch.

  4. 3.

    Gerade in der jetzigen Situation ist die Förderung von Ver.di eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die angesichts der Corona-Krise um ihre Existenz und Zukunft bangen. Die Verallgemeinerung des öffentlichen Dienstes als Helden ist ein reines Märchen, da dies nur für sehr kleine Teile der Beschäftigten zutrifft und diese anderweitig Anerkennung finden können, zum Beispiel mit gezielten Einmalprämien. In der jetzigen Situation sind angemessene Lohnsteigerungen angebracht, gerade mit Blick auf wegbrechende Steuereinnahmen. Ver.di überzieht hier Mal wieder völlig!

  5. 2.

    Das ist wirklich unverschämt, andere müssen auch arbeiten.

  6. 1.

    Ich hoffe die Arbeitgeber bleiben hart und lassen sich nicht erpressen von Verdi.

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