Das von der BTU entwickelte Verfahren zur Schachtsanierung (Bild: BTU)
Das von der BTU entwickelte Verfahren zur Schachtsanierung | Bild: BTU

"Tag der Erfinder" am 9. November - Wie eine BTU-Erfindung Kanalbauern das Leben erleichtert

Die Sanierung von Unterwasserbauwerken aus Beton, beispielsweise in Kläranlagen oder Kanalisationssystemen, ist teuer und aufwändig. Torsten Hansen, Technischer Leiter der Lausitzer Klärtechnik GmbH, kennt das Problem gut und ist deshalb auf die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zugegangen, um eine Lösung für das Problem zu finden. Zwei Jahre später gibt es die: Leichtbaustoffe, wie im Bootsbau häufig verwendet, können in Teilen den alten Beton ersetzen.

Bei dem neuen Verfahren werden Textillagen in marode Betonschächte eingebracht und mithilfe eines Druckballons fixiert. Flüssiges Harz sorgt schließlich dafür, dass das Material hält und der Schacht wieder dicht ist. Bisher mussten die Schächte aufwändig mit Mörtel verputzt werden.

Studenten bleiben im Unternehmen

Unabhängig von Jahreszeiten und ohne aufwändigen Tiefbau könne die Stabilität eines alten Schachtes so wieder hergestellt werden, sagte Hansen. Das Verfahren sei billiger und die Sanierung gehe dadurch schneller voran. Ein Patent sei angemeldet und die Technik werde bereits praktisch genutzt, zur Sanierung und beim Neubau von Anlagen.

Für die Idee gab es bereits Preise. Doch die Uni profitiert auch anderweitig von dem Projekt, so Holger Seidlitz, Professor für polymere Leichtbaustoffe: So seien Studenten von Beginn an in das Projekt involviert gewesen, hätten Abschlussarbeiten darüber verfasst und schließlich auch im Unternehmen angefangen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Luckauer Unternehmen und der BTU wird unterdessen fortgeführt. Das nächste Projekt soll ein "smartes Klärwerk" sein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.11.2020, 15:10 Uhr

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