Die Teergrube Wolfshain (Foto: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.11.2020 | Marie-Therese Harasim | Bild: rbb

DDR-Altlast - Lausitzer Teersee verschwindet in den nächsten Monaten

Für den Spree-Neiße-Kreis ist es eine der größten Altlasten aus DDR-Zeiten: Die ehemalige Teerdeponie zwischen Friedrichshain und Wolfshain. Seit über 30 Jahren stört der See die Anwohner mit seinem teerigen Gestank. Jahrzehnte nach der Stilllegung der Deponie hat am Montag die Sanierung des mitten in einem Wald liegenden Sees begonnen. Insgesamt 4.500 Kubikmeter Teer müssen bearbeitet werden.

Die Teergrube Wolfshain (Foto: rbb)
| Bild: rbb

Ein giftiger See mitten im Wald

Mehrere Monate lang soll saniert werden - knapp eine Million Euro wird das kosten. Der Teerschlamm muss ausgebaggert, zwischengelagert und mit einem Aschegemisch versetzt werden. Danach kommt die fest gewordene Masse wieder in die Deponie und wird abgedeckt.

"Wenn das ganze fertig ist, sehen sie hier einen grünen Hügel", sagt Bernd Pötzsch von der zuständigen Sanierungsfirma GESA. Ende Mai 2021 sollen die Arbeiten beendet werden. "Dann werden sich die Anwohner von Friedrichshain und Wolfshain freuen, dass dieses Teerloch endlich vorbei ist." Bis allerdings der Hügel für die Öffentlichkeit begehbar sein wird, werden voraussichtlich drei bis fünf Jahre vergehen.

Restprodukt der Glasproduktion

Die Deponie ist ein ehemaliges Tagebaurestloch. Dort befand sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Grube "Julius". Sie ist in den Jahren 1962 bis 1984 mit Teer gefüllt worden. Der war nach Angaben von Bernd Pötzsch ein Abfallprodukt der Glasindustrie. "Damals wurde in dem Glaskombinat Friedrichshain die ganze Geschichte mit Gas beheizt." Das musste abgekühlt und gereinigt werden. Dadurch ist Vorkühler-Teer entstanden.

"Dann hat man das mit Kesselwagen hier direkt vor diese Deponie gefahren und mit Rohrleitungen direkt in dieses Becken eingeleitet", sagt Pötzsch. Noch heute sieht man in der Nähe der Deponie eine alte Gleisstrecke.

3 Kommentare

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  1. 3.

    Dann schaut mal nach Sachsen. Neben Weißwasser - also ganz in der Nähe - wurde ein solcher Teersee saniert. Kosten 7 Millionen Euro.

  2. 2.

    Wahrscheinlich haben sich die Behörden so lange Zeit gelassen oder wussten nicht genau, wer dafür eigentlich zuständig ist ;) (*Ironie*).

  3. 1.

    Warum dauerte es 30 Jahre bis man begonnen hat? 1Mio € und ein halbes Jahr Bauen klingt jetzt nicht nach Rocket Science.
    Gibt es noch mehr solcher unbehandelten Altlasten in Brandenburg?

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