Eingang zur Cottbuser Staatsanwaltschaft
Audio: Antenne Brandenburg | 30.12.2020 | Anke Blumenthal | Bild: rbb/Thomas Krüger

Attacke auf Polizisten, Feuerwerk gezündet - Staatsanwaltschaft beschäftigt sich mit illegaler Party bei Cottbuser AfD-Politikerin

Ruhestörung, Feuerwerk und ein angegriffener Polizist: Die mutmaßlich ausgeartet Party bei einer Cottbuser AfD-Stadtverordneten hat nun auch rechtliche Folgen. Kritik kommt auch aus der eigenen Partei.

Die illegale Party einer Cottbuser AfD-Stadtverordneten am Wochenende, bei der ein Polizist angegriffen wurde, wird voraussichtlich ab der kommenden Woche von der Staatsanwaltschaft Cottbus bearbeitet. Das hat eine Nachfrage des rbb am Mittwoch ergeben.

AfD-Landtagsabgeordneter von Lützow kündigt Stellungnahme an

Der Vorfall führte auch parteiintern zu Kritk. Der Vorsitzende der AfD Spree-Neiße, Steffen Kubitzki, verurteilte den Angriff auf den Beamten und wies jeden Versuch, den Vorfall mit seiner Partei in Verbindung zu bringen, zurück.

Die AfD Cottbus missbilligte und verurteilte das Verhalten und die Taten der Anwesenden der Feier. "Gegen Mitglieder der AfD Cottbus wird dieses Fehlverhalten parteiinterne Ordnungsmaßnahmen nach sich ziehen", heißt es in einer Erklärung des Kreisvorsitzenden Detlef Krebs und des Fraktionsvorsitzenden Georg Simonek, über die zuvor die "Lausitzer Rundschau" [kostenpflichtiger Inhalt] berichtete. "Bei den Ordnungskräften möchten wir uns für die Unannehmlichkeiten entschuldigen."

Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow gab unterdessen zu, bei der Party anwesend gewesen zu sein. Er habe, ähnlich wie die Wohnungsinhaberin Monique Buder, nichts von dem Angriff auf den Polizisten mitbekommen. Bei der nächsten Sitzung des Landtags-Innenausschusses will er eine Stellungnahme abgeben.

Der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Erik Stohn sagte zu dem Vorfall, man könne nicht gegen geltendes Recht verstoßen und dann noch die Polizei angreifen und würgen, wenn diese das Recht durchsetzen wolle. Die AfD arbeite "gesundheitsgefährdend und staatszersetzend".

Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, Andreas Büttner teilte mit, seine Fraktion habe den Vorfall als Tagesordnungspunkt für die nächste Sitzung des Innenausschusses beantragt.

Ohne von Lützow beim Namen zu nennen, sagte Büttner laut Mitteilung weiter: "Dieser Landtagsabgeordnete, zudem noch Mitglied im Innenausschuss, ist dringend aufgefordert, Stellung zu beziehen und sich gegenüber der Öffentlichkeit zu erklären." Auch solle er sich selbst die Frage stellen, ob sein Verbleib im Innenausschuss noch vermittelbar sei.

Die Polizei war am Sonntagmorgen gegen 1:30 Uhr zu dem Einsatz wegen Ruhestörung und Zünden eines Feuerwerks in einer Wohnung in der Cottbuser Stadtpromenade ausgerückt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.12.2020, 16.30 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Ah... Immer noch Thema, jetzt ermittelt der rbb sogar selbst.
    Natürlich kümmert sich die Staatsanwaltschaft, wäre ja auch schlimm, wenn nicht...über so eine Selbstverständlichkeit überhaupt zu berichten...

  2. 34.

    Schon ein bißchen lächerlich, wenn so ein drittklassiges Ereignis aufgeblasen wird, wenn irgendwie ein Bezug zur AfD, und sei er noch so unbedeutend, hergestellt werden kann.

  3. 33.

    Muss ja ne Riesenhütte sein, die Wohnung, wenn sie nicht mitbekommen haben will, wie einer ihrer Gäste einen der Polizisten würgt. Zumal der dies sicher nicht einfach so über sich hat ergehen lassen....

  4. 32.

    Zitat: "Ist es denn politisch korrekt, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird ? Hier wird eine Suff-Aktion, wie sie jeden Tag zigmal in Deutschland vorkommt, unnötig aufgeblasen und ein Hype entfacht."

    Die sog. politische Korrektheit gehört doch laut A. Weidel auf den "Misthaufen der Geschichte"; also haben se sich mal nich so, Otto Krause. Aber mal Scherz beiseite: Hier gehts nicht um eine "normale" Saufparty, bei der Widerstand und Gewalt gegen Polizisten ausgeübt wurde, sondern um einen 'Exzess" von Politikern, nebst Anhang, einer selbsternannten "Law & Order" Partei. Ihr "Argument", dass ja jeden Tag irgendwo gesoffen und geprügelt wird, ist in diesem Zusammenhang ein reichlich jämmerlicher Versuch einer Entschuldigung für diese Idiotie.

  5. 31.

    Was für ein überflüssiger Kommentar. Es geht nicht um die Parteizugehörigkeit sondern um die Vorbildfunktion. Jeder von der cdu spd den Grünen oder der Linken würde genauso kritisiert und oder bestraft werden.

    Aber brechen sie ruhig weiter Lanzen für diesen Haufen.

  6. 30.

    "..... lasziv posierte."
    OMG und ich dachte die war nur voll.

    10 Betrunkene die jeder kennt
    https://www.youtube.com/watch?v=12P-ClEZ7ig

  7. 29.

    "Hier wird eine Suff-Aktion, wie sie jeden Tag zigmal in Deutschland vorkommt, unnötig aufgeblasen" sie meinen also "des woa hold a besoffene g'gschichdn" ach sorry das war ja in Österreich. Oder macht das für sie kein Unterschied?

  8. 28.

    "Atemalkoholtests ergaben Werte von 1,58 und 1,77 Promille."

    Hach, da fallen einem ja gleich eine ganze Menge Sprüche ein. Wasser predigen, aber Wein saufen – die deutsche Law-and-Order-Partei nimmt es bei sich selbst ja nicht so genau mit eben ihren Ansprüchen. Woher stammte denn der Alkohol für die feine Festgesellschaft? In Berlin gab es ja vor ein paar Jahren ein Skandälchen, als eine AfD-Hinterbänklerin vor Weinflaschen mit dem Konterfei von A.H. lasziv posierte.

  9. 27.

    "Das passiert fast täglich in Berliner Stadtbezirken ,habe aber noch nie solch ein Aufschrei gehört. Zum Beispiel in der Rigaer Straße passieren solche Dinge fast wöchentlich."

    Sie sollten rbb24 vllt auch regelmäßig lesen.

  10. 26.

    Ist es denn politisch korrekt, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird ? Hier wird eine Suff-Aktion, wie sie jeden Tag zigmal in Deutschland vorkommt, unnötig aufgeblasen und ein Hype entfacht. Es geht im Grunde nicht um die Verfehlung, sondern um die Parteizugehörigkeit von völlig unwichtigen Personen, die hier instrumentalisiert wird.

  11. 25.

    Also ehrlich - zwischen den Zeilen - mhh - gerade mal bei ihrem Post probiert. Jetzt habe ich dieses verdammte Lied im Ohr: Schwarzbraun ist die Haselnuss (von Heino).
    Tell me why?

  12. 24.

    Verstehe ich nicht, dieses Verhalten ist doch Grundkonsens in der Partei, immer gegen die sogenannte " politische Korrektheit" zu sein.

  13. 23.

    Ach mit Hass hat das wenig zu tun, eher mit Häme darüber, dass diejenigen die immer nach "Recht und Ordnung" schreien nicht in der Lage sind sich an einfachste Regeln zu halten.

  14. 22.

    Rainer hat genau den Punkt getroffen ! Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn es es sich politisch ausschlachten lässt,
    so wird dies auch genüsslich und ausführlich getan. Man sollte auch den so verpönten Hass zwischen den Zeilen nicht übersehen.

  15. 21.

    Tja, wenn braun/blaue Kümmelspalter versuchen ein Haar in der Suppe zu finden wo keines ist.

    Und es soll tatsächlich schon vorgekommen sein dass die Schilderungen von Tatverdächtigen und Polizisten divergieren.

    Besonders wenn die Tatverdächtigen hackevoll sind. :-D 1,58 und 1,77 Promille!

    1,0 BIS 2,0 PROMILLE: RAUSCHSTADIUM

    Im sogenannten Rauschstadium kommt es zur weiteren Verschlechterung der Sehfähigkeit und vor allem des räumlichen Sehens. Wir sind verwirrt und haben deutliche Sprech-, Reaktions-, Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen. Wer so viel Alkohol im Blut hat, hat auch seine Kritikfähigkeit meist verloren. Das sind deutliche Warnsignale für eine Alkoholvergiftung.

  16. 20.

    Der Freiherr von Lützow hat gar nicht mitbekommen, dass die Polizei da war und angegriffen wurde?? Wie groß muss denn die Party gewesen sein, dass man so etwas nicht nicht mitbekommt? Gerade als Mitglied eines Parlamentes hätte solch eine Veranstaltung nicht besucht werden dürfen. Wenn die AfD es wirklich ernst meint, darf es dann nicht bei einem "Du, du" bleiben. Aber ich vergaß, für die AfD existiert ja die Pandemie nicht wirklich

  17. 19.

    ".....merken sie wirklich nichts ?"
    Also ich merke mit Freude, das der Teppich, unter dem Vorfälle mit Neofaschisten gekehrt werden soll, zunehmend dünner wird.
    ... und das ist gut so.

  18. 18.

    "Wäre das einem sPD Politiker passiert, wäre genau so berichtet worden."

    Ausnahmsweise stimme ich Ihnen zu. Über Sebastian Edathy wurde auch berichtet, ebenso - um mal die brandenburgische Politik und die Linke mit ins Boot zu nehmen - über die Wohnsitz- und Abrechnungsbetrügereien von Peer Jürgens. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass die jeweiligen Vorwürfe in jenen Fällen zugleich der SPD bzw. der Linken angelastet worden wären.

  19. 17.

    "Berlin ständig passiert ,nur wird darüber nicht berichtet."

    Doch, wird es.

    "In diesem Fall ist ein Mitglied der AfD involviert,"

    Es sind mind. 2 Mitglieder. Und um ihren hinkenden Vergleich mit Berlin bzw. der Rigaer Str. aufzugreifen: Dort müsste ein MdL und eine Bezirksvetreter mit dabei sein.

    "Sogar ein Staatsanwalt ermittelt"

    Weil ein Polizist angegriffen wurde.

    "merken sie wirklich nichts ?"

    Doch, es ist offensichtlich.



  20. 16.

    Deutliche Abweichung der Schilderungen. "Die Kriminalpolizei führt Ermittlungen wegen Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte." (Plural, sic!) Nach dem Polizeibericht soll ein Polizeibeamter angegriffen worden sein, Und "Die 33-jährige Frau und der 35-jährige Mann wurden "daraufhin" in Gewahrsam genommen." Die 33 jährige Frau allerdings sagt, von dem "Angriff" habe sie nichts mitbekommen.

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