Symbolbild: Ein Blaulicht eines Polizeiwagens (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.12.20 | Anke Blumenthal | Bild: dpa/Paul Zinken

Feuerwerk gezündet, Polizist angegriffen - Illegale Party bei Cottbuser AfD-Politikerin eskaliert

Eine Party in der Cottbuser Wohnung einer AfD-Stadtverordneten soll am Wochenende ausgeartet sein. Die Polizei wurde unter anderem wegen gezündeter Feuerwerkskörper alarmiert - und von einem alkoholisierten Gast angegriffen.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. Ein Update zur Meldung finden Sie hier.

Eine Geburtstagsparty einer AfD-Stadtverordneten in ihrer Cottbuser Wohnung am Wochenende hat ein Nachspiel. Laut einer Polizeimeldung vom Montag gab es am Sonntagmorgen gegen 1:30 Uhr einen Einsatz wegen Ruhestörung und Zünden eines Feuerwerks in einer Wohnung in der Cottbuser Stadtpromenade.

Wie es weiter heißt, hielten sich dort insgesamt neun Personen im Alter von 18 bis 46 Jahren auf. Laut Polizei verhielt sich die 33 Jahre alte Wohnungsinhaberin gegenüber den Beamten aggressiv und lehnte die Identitätsfeststellung ab.

Mann greift Polizisten an

Wie die Polizei weiter schreibt, griff ein 35-jähriger Anwesender im Laufe des Gesprächs unvermittelt einen Polizeibeamten an, der dadurch stürzte. In der Folge habe sich der Mann umgehend auf den Polizisten gekniet und habe ihn gewürgt, heißt es weiter im Polizeibericht. Erst durch den Einsatz von Pfefferspray habe der Angriff gestoppt werden können.

Die 33-jährige Wohnungsinhaberin und der 35-jährige Mann seien daraufhin in Gewahrsam genommen worden, so die Polizei. Atemalkoholtests ergaben Werte von 1,58 und 1,77 Promille. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Widerstands und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, heißt es weiter. Zudem wurde nach Polizeiangaben das Gesundheitsamt über die Verstöße gegen die Eindämmungsverordnung informiert.

Weiterer AfD-Politiker unter den Gästen

Wie die "Lausitzer Rundschau" [Bezahlinhalt] am Montag berichtete, soll die illegale Party in der Wohnung der Cottbuser AfD-Stadtverordneten Monique Buder stattgefunden haben. Nach ihren Informationen soll auch der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow zu den Gästen gezählt haben. Beide wollten sich laut "Lausitzer Rundschau" nicht zu den Vorwürfen äußern.

Gegenüber rbb|24 bestätigte Monique Buder am Dienstag den Vorfall, schilderte den Ablauf aber anders. Sie habe ihren Geburtstag gefeiert und die Polizisten nicht in die Wohnung lassen wollen. Die Ausweise der Anwesenden seien an die Beamten übergeben worden. Zur Eskalation könne sie nichts sagen, sie habe von dem Angriff auf den Polizisten nichts mitbekommen. Laut Buders Auskunft war sie sechs Stunden bei der Polizei. Jetzt wolle sie sich erstmal einen Anwalt nehmen.

Linke beantragt Tagesordnungspunkt im Innenausschuss

Der SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende Erik Stohn sagte zu dem Vorfall, man könne nicht gegen geltendes Recht verstoßen und dann noch die Polizei angreifen und würgen, wenn diese das Recht durchsetzen wolle. Die AfD arbeite "gesundheitsgefährdend und staatszersetzend".

Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, Andreas Büttner teilte mit, seine Fraktion habe den Vorfall als Tagesordnungspunkt für die nächste Sitzung des Innenausschusses beantragt. Ohne von Lützow beim Namen zu nennen, sagte Büttner laut Mitteilung weiter: "Dieser Landtagsabgeordnete, zudem noch Mitglied im Innenausschuss, ist dringend aufgefordert, Stellung zu beziehen und sich gegenüber der Öffentlichkeit zu erklären." Auch solle er sich selbst die Frage stellen, ob sein Verbleib im Innenausschuss noch vermittelbar sei.

90 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 90.

    "Es ist erschreckend, dass hier derartig mit zweierlei Maß gemessen wird, und unabhängig von einer politischen Einstellung muss man diese Tatsache als Demokrat aufs Schärfste kritisieren. Nur weil einem eine Partei sauer aufstößt, darf man sich nicht zu solchen Tiefschlägen hinreißen lassen."

    Eine "Partei" wie die AfD, die sich angeblich für "Recht und Ordnung" besonders einsetzen will, muß sich an solchen Aussagen messen lassen.

    Zitate der Faschisten und Rechtsextremisten der AfD, die meine Aussage belegen, erspare ich uns.

  2. 89.

    Die Vertreter d er Afd sind nicht unreif wie es den Anschein hat: Ihr Verhalten zielt darauf, den Staat vorzuführen, ihn und seine Politiker und seine Bediensteten lächerlich zu anzugreifen, das Vertrauen in den Staat letztendlich zu zerstören! Und dann?? Machtübernahme in selbstherbeigeführter Krise wie es der Marxismus lehrt?? Wollen wir reifen Bürger von solchen ewigig Gestrigen!, interlektuellen Flachpfeifen reregieren lassen?? Meine Antwort: Niemals!!
    Wir alle sind aufgefordert - allen voran die Politik und Justiz - diese selbsternannten "Heilsbringer" zu enrzaubern indem wir sie überall bekämpfen mit legalen Mitteln!.

  3. 88.

    Mal sehen, wie sich Frau Buder und Herr Lützow verhalten, wenn sie Corona erwischen und mediz. Hilfe brauchen!

  4. 87.

    "In der Folge habe sich der Mann umgehend auf den Polizisten gekniet und habe ihn gewürgt, heißt es weiter im Polizeibericht." Gruselig, diese Aggression geht gar nicht!

    Aber das sieht man ja auch immer bei diesen Corona-Demos, friedlich sieht anders aus. Die wollten sogar den Reichstag stürmen. Und politisch versucht sich die AfD nach Pegida nun als Partei der "Querdenker".

    Zur AfD und Coronaskeptikern äusserte sich übrigens die Tage der Präsidenten des Zentralrats der Juden im Interview:
    »Demokratisch gewählt, steht aber nicht auf dem Boden der Demokratie«
    Recht hat er.
    https://www.juedische-allgemeine.de/politik/zentralrat-der-juden-afd-ist-keine-demokratische-partei/

  5. 86.

    Falsch geraten,
    Der Ausdruck ist dem AFD Mädchen Weidle entsprungen die Muslime als Kpftuchmädchen diffamiert.

  6. 85.

    Die Ausreden der Anhänger der rechtsextremen AfD werden immer dümmer... plumper whataboutism reicht wohl nicht mehr.

  7. 83.

    Sie nennen sich hier Demokrat?!?
    Eine Nationalität mitgegeben oder besessen zu haben, ist etwas völlig anderes, als eine frei gewählte und gewollte! verantwortungsträchtige öffentliche Stellung einzunehmen bzw. einnehmen zu wollen! Selbstverständlich sollte es, in einem demokratischen Staat, bei einer Rechtsverletzung durch eine solche Person Hinweise für alle Bürger geben, so dass diese informiert sind, welche Art von (fragwürdiger!) Person demnächst für Entscheidungen in ihren Belangen zuständig sein soll.
    Alles ander käme einer Vertuschung gleich, welche eher in diktatorischen Staaten ausgeübt wird!

  8. 82.

    1) Gesetz = Rechtsnorm. Das sind Synonyme.

    Parlamentsgesetze sind sogenannte formelle Gesetze.
    Was sie meinen, sind Verordnungen der exekutiven, sogenannte materielle Gesetze.

    2) der Staat setzt sich zusammen aus den drei Gewalten (Legislative, Exekutive und judikative), Art 20 abs. 3 GG.
    Die Gemeinden sind im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung sehr wohl Teil des Staates, jedoch nur, wie sie richtig sagen, als Exekutive, nicht als eigener Gesetzgeber von Parlamentsgesetzen. Davon unberührt bleibt die Kompetenz, Rechtsverordnungen zu erlassen.

    #jura
    #erstessemester
    #wennbelehrendannaberrichtig

  9. 81.

    Und was wollen Sie hiermit jetzt eigentlich sagen??
    Ich kann daraus nur heraus lesen, dass Sie mit Ihrem Ausdruck "AFD Mädchen" ziemlich gut in die von Ihnen beschriebenen Zustände Ihres Viertels hinein passen. Die muslimischen Nachbarn müssen einem wohl eher leid tun.

  10. 80.

    Bisher hat die Dame nicht ihr Bedauern ausgedrückt. Nein, sie will sich ja einen Anwalt nehmen, wahrscheinlich einen aus ihrem Gesinnungsgenoss*innen Milieu.

  11. 79.

    Der "mutmaßliche Polizistenwürger" ist sicherlich "nur von der Maustaste abgerutscht"... ;-)

  12. 78.

    "When even three headpalms are inappropriate to express how much you failed!" Durch Alkohol enthemmt einen Polizisten "zu würgen"... Alkohol ist eine lebensgefährliche Droge und sollte verboten werden.

  13. 77.

    Die betroffene Cottbuser Stadtverordnete ist übrigens keine "Abgeordnete". Sie ist Mitglied des örtlichen Gemeinderats. Dort wird mitunter zwar ähnlich heftig gestritten wie in Parlamenten, aber sie sind keins. Sie können auch keine Gesetze beschließen, sondern nur Rechtsnormen. Das darf nur der Staat (Bund / Länder). Gemeinden sind aber nur Teil des Staates, zählen daher nicht zur Legislative, sondern zur Exekutive. Ausnahme: Stadtstaaten. Mit Rechtsnormen hat jeder allerdings deutlich häufiger zu tun, als mit Gesetzen. Straßenreinigungsintervalle, Müllgebühren, Gewerbeordnung, Flächennutzung, KiTa etc.

  14. 76.

    Guter PR Gag der AfD. Dass die AfD den Bemühungen dieser Art, den Virus zu bekämpfen, kritisch gegenüber steht, ist ja kein Geheimnis. Und es wird diejenigen, die bisher die AfD wählten, auch nicht davon abhalten, es künftig auch zu tun. Zumal das dicke Ende ja erst noch kommt, die massenhaften Pleiten, die als Folge des Lockdowns zu erwarten sind.

  15. 75.

    Als Bewohner einer Schwäbischen Kleinstadt kann ich nach Berlin berichten das auch in meinem Wohnvirtel immer wieder von Anwohnern viel Alkohol getrunken und geböllert wird z. B. zu Geburtstagen.
    So gesehen verhält sich ein betrunkenes und böllerndes AFD Mädchen nicht anders als manch einer meiner Nachbarn.
    Meine Muslimischen Nachbarn trinken und böllern aber nicht !!!!

  16. 74.

    Die wenigsten haben vor, die AfD zum "Opfer zu machen". Das besorgt die schon selbst. Auch der jetzt berichtete Vorfall dient keinem anderen Zweck. Die arme Cottbuser Stadtverordnete wird von den Schergen der Willkürherrschaft der Corona- und Meinungsdiktatur drangsaliert und in ihren Grundrechten beschnitten. Dabei hat sie ja nur ihren Geburtstag feiern wollen.
    Die AfD ist voll von solchen freiwilligen Opfern. Rege an, den Parteinamen anzupassen. OfD. Opfer für Deutschland.

  17. 73.

    Selbstverständlich spielt die Parteizugehörigkeit eine Rolle. Eine große sogar. Parteien haben eine grundgesetzlich verankerte Aufgabe. Sie wirken an der politischen Willensbildung des Volkes mit. Somit schlägt jede Verfehlung eines - noch dazu mit Mandat ausgestatteten - Parteimitglieds auch auf dessen Partei und deren Ansehen durch. Völlig egal, welche im Einzelfall.

  18. 72.

    Da hat man sein wahres Gesicht gezeigt! So etwas ist beim bestem Willen keine Alternative für Deutschland. Sich besaufen und mitten in der Nacht Böllern, wie lächerlich ist dass denn?

  19. 71.

    Lieber Herr Krause:
    Ich kenne alle Stadträte meiner Stadt und ich weiß auch, welcher Partei diese angehören.
    Wenn einer davon mein Nachbar ist, dann weiß ich das.
    Wenn Sie das nicht wissen, dann vermute ich, Sie haben sich noch nicht viel mit der Komunalpolitik in Ihrem Wohnort beschäftigt!

Das könnte Sie auch interessieren