Mitarbeiter der Straßenmeisterei legen ein Stück Schwarzwild in einen Leichensack. (Quelle: dpa/Nicolas Armer)
Bild: dpa/Nicolas Armer

Wenig Labormaterial durch Corona - Landkreis reduziert Tests auf Schweinpest wegen Pipetten-Mangel

Wegen Lieferengpässen bei Labormaterialien müssen in Brandenburg Untersuchungen auf Schweinepest runtergefahren werden. So teilte der Landkreis Dahme-Spreewald-Kreis am Donnerstag mit, ab sofort könnten augenscheinlich gesunde Wildschweine, die zur Bestandsreduzierung abgeschossen wurden, nicht mehr im Labor untersucht werden [dahme-spreewald.info].

Die Regel gilt laut Kreis für Tiere, die außerhalb der Restriktionszonen geschossen wurden - also außerhalb des gefährdeten Gebiets und der Pufferzone. Weiterhin untersucht werden Wildschweine, die direkt in den Schweinepest-Restriktionsgebieten erlegt werden.

Grund für die bundesweiten Lieferengpässe sei, dass die Labore vor allem durch Corona-Untersuchungen mehr zu tun haben - und dafür die Pipettenspitzen brauchen. Genutzt werden diese Spitzen aber für auch die Diagnostik der Afrikanischen Schweinepest.

Bestimmte Wildschweine werden weiter untersucht

Laut Landkreis müssen ab sofort keine sogenannten Schweißproben von gesunderlegten Wildschweinen mehr abgegeben werden. Die entsprechende Bestimmung in der Tierseuchenallgemeinverfügung werde in diesem Punkt erst einmal ausgesetzt.

Um möglichst viele infizierte Tiere finden und Ansteckungen vermeiden zu können, sollten bislang auch gesund wirkende Tiere getestet werden.

Über 300 bestätigte Fälle

Bisher sind in Brandenburg 307 Schweinepest-Fälle bestätigt worden, sagte eine Sprecherin des Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg am Donnerstag rbb|24. Mit 190 wurden die meisten im Kreis Oder-Spree gezählt, gefolgt von 97 Fällen in Märkisch-Oderland und 20 im Spree-Neiße-Kreis.

Anfang September war in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) deutschlandweit der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest bestätigt worden. Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber fast immer tödlich.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.12.2020, 16.30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Wegwerfgesellschaft!!@Alois
    Im Osten wurden Pipetten und spritzen
    "gereinigt", zur mehrmaligen Nutzung

  2. 4.

    Mein Vorschlag für das Unwort überhaupt:
    - gesunderlegt -

    An Perversität nicht zu überbieten.

  3. 3.

    Ist schon wie im der ddr. Der Kollaps ist nah. Hört die Zeichen.

  4. 2.

    Also warten auf die nächste Lieferung aus China..... wird in Deutschland überhaupt noch etwas Wichtiges produziert oder haben wir uns schon verkauft?? Das stimmt echt traurig und nachdenklich, das sehr viel dringend benötigte Utensilien nicht vorrätig sind. Es gab mal eine deutsche Zeit, da gab es sogenannte Katastrophenschutzlager, aber das ist ja leider in diesem System nicht notwendig.

  5. 1.

    ...Deutschland 2020, eine der reichsten Nationen der Welt! Aber solange wir uns Millionäre leisten können...!

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