Landwirte durchkämmen bei Lieberose ein Waldstück, auf der Suche nach toten Wildschweinen.
Audio: Antenne Brandenburg | 25.02.2021 | Bild: rbb/Iris Wußmann

Schutz vor Afrikanischer Schweinepest - Suche nach toten Wildschweinen bei Lieberose

In Lieberose (Dahme-Spreewald) wird derzeit nach toten Wildschweinen gesucht. Auch Landwirte beteiligen sich daran. Es geht darum, eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

Eine kurze Einweisung an der Oberförsterei Lieberose (Dahme-Spreewald) dann geht es los. 14 Landwirte sind dem Aufruf des Bauernverbandes Südbrandenburg gefolgt. Sie helfen seit Donnerstag bei der Suche nach toten Wildschweinen. Systematisch werden die Wälder durchkämmt.

Es geht darum, einen Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern. In Brandenburg gab nach Auskunft des Verbraucherschutzministeriums seit Ausbruch der Seuche schon fast 700 bestätigte Fälle. Der erste war Ende September bei einem im Spree-Neiße Kreis gefundenen Wildschweinkadaver nachgewiesen worden.

Weitere infizierte Wildschweine wurden nahe Neuzelle im Landkreis Oder-Spree und im Landkreis Märkisch-Oderland gefunden.

Schutzmaßnahmen in Brandenburg

Um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, wurden nach Auskunft des Verbraucherschutzministeriums um die Fundorte sogenannte Kerngebiete mit einem Drei-Kilometer-Radius eingerichtet und eingezäunt. Zudem wurden um die Fundorte gefährdete Gebiete mit einem Radius von 20 bis 25 Kilometern festgelegt und Pufferzonen ausgewiesen.

Die festgelegten gefährdeten Gebiete betreffen laut Verbraucherschutzministerium [msgiv.brandenburg.de] die Landkreise Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Märkisch Oderland, Oder-Spree und die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder).

Landwirte werden für die Suche nach toten Wildschweinen eingewiesen.
Bild: rbb/Iris Wußmann

Weitreichende Folgen für den Schweinemarkt

Seit Ausbruch der Seuche in Brandenburg sind Schweinezüchtern die Kunden weggebrochen. Wegen der Afrikanischen Schweinepest ist zum Beispiel der Fleisch-Export von Deutschland nach China verboten.

Zudem sind landwirtschaftliche Flächen in den sogenannten Kerngebieten seit Monaten gesperrt. Aus diesem Grund beteiligen sich auch die 14 Landwirte in Lieberose an der Suche nach Kadavern. Der Südbrandenburger Bauernverband beklagt, dass noch immer nicht alle Schutzzäune gezogen seien. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es etwa 250 Züchter, die insgesamt rund 20.000 Hausweine halten.

Die Fallwildsuche wird von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald durchgeführt. Gebiete in denen keine infizierten Kadaver gefunden werden, könnten nach und nach wieder freigegeben werden, sagte Christian Schmidt von der Unteren Jagdbehörde rbb|24.

Um die Seuche in den Griff zu bekommen, wurde in Brandenburg auch eine Abschussprämie eingeführt. Diese liegt pro erlegtem Wildschwein je nach Gewicht zwischen 30 und 50 Euro.

Seuche für Menschen ungefährlich

Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Haus- und Wildschweine anzeigepflichtige Tierseuche. Für befallene Haus- und Wildschweine endet eine Infektion fast immer tödlich.

ASP ist keine zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionskrankheit (Zoonose) und daher für den Menschen ungefährlich.

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