Frostiger Winter in Brandenburg - Wasserschutzpolizei warnt vor dem Betreten von Eisflächen

Mehrere Personen laufen mit Schlittschuhen auf einem Spreewaldfließ (Symbolfoto von 2018: dpa/Franke)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.02.2021 | Christian Matthée | Bild: picture alliance

Durch die anhaltenden Minustemperaturen haben einige Gewässer in Berlin und Brandenburg eine verlockende Eisschicht bekommen. Doch die Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion Süd in Cottbus warnt "ausdrücklich" davor, die Eisflächen zu betreten.

"Es besteht Lebensgefahr, die leider in jedem Jahr auch von Erwachsenen unterschätzt wird", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. In ganz Brandenburg würden keine natürlichen Eisflächen zum Betreten freigegeben werden, heißt es.

Nach drei Minuten ohne Profi-Hilfe verloren

"Es war in den letzten zwei, drei Tagen zwar knackig kalt, aber es reicht nie und nimmer aus, um eine tragende Eisfläche zu schaffen", sagte Robert Büschel von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Cottbus am Mittwoch dem rbb. Außerdem sollten vor allem Kinder und Schlittschuhfahrer niemals allein auf dem Eis unterwegs sein.

Wer es dennoch betritt, mache das immer auf eigene Gefahr, betonte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Dabei sei wichtig, auf Geräusche zu achten. "Verlassen Sie das Eis sofort, wenn es knackt oder knistert." Prinzipiell sollte man Eisflächen auch nur dann betreten, wenn bekannt ist, wie dick die Eisdecke ist. "Die Stärken können sehr unterschiedlich sein", sagte der Sprecher. "Sie hängen zum Beispiel vom Gewässer, von möglichen Strömungen oder Sonneneinstrahlungen und von der Beschaffenheit des Eises ab."

Wer einmal eingebrochen ist, kann sich laut Polizei in der Regel höchstens rund drei Minuten über Wasser halten. "Dann verlassen ihn die Kräfte und er ist ohne sofortige und professionelle Hilfe verloren."

Trügerische Sicherheit auf den Spreewald-Fließen

Wenn in den Nächten die Werte auf bis zu minus 15 Grad sinken, kommen bei manchen Leuten im Spreewald Erinnerungen hoch. Kilometerlange Schlittschuhtouren auf dem Eis der zugefrorenen Fließe, versteckte Ecken, die mit dem Kahn kaum zu erkunden sind, werden von Schlittschuhläufern entdeckt.

Einige kleine Fließe sind schon zugefroren. Marco Schelletter aus Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) hat sie schon getestet. "Nach zwei Tagen war ich ein bisschen unsicher, normalerweise warte ich eine Woche. Aber es knackt nichts", sagt er und schlägt mit dem Schuh testweise auf das Eis.

Zugefrorene Spreewaldfließe in Lübbenau (Foto: rbb/Blumenthal)Spreewald in Lübbenau im Februar 2021

Ein Bild, das Horant Opitz von der Wasserschutzpolizei Spreewald wahrscheinlich nicht gerne sieht. "Das Eis nimmt sicherlich zu, aber wir haben auf der Streife festgestellt, dass es noch Bereiche gibt, die nicht zugefroren sind." Gerade im Spreewald mit seinen fließenden Gewässern, die langsamer gefrieren, ist aus seiner Sicht noch nicht der Punkt erreicht, dass das Eis gefahrlos betreten werden kann.

Für alle, die Eisflächen trotzdem betreten wollen, hat Opitz eine dringende Bitte: "Wenn schon, dann dort, wo Hilfe schnell geleistet werden kann. Eisflächen, wo wenig Leute sind, auf jeden Fall meiden."

1 Kommentar

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  1. 1.

    Deren Wort in der Leute Gehörgang!!!! Hab vorhin erst auf der Moorlinse in Buch welche laufen sehen! Können die nicht noch nen paar Tage warten?

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