Waldbrand (Symbolbild/Quelle: imago/Harry Haertel)
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Trockenheit und altes Gras - Erhöhte Waldbrandgefahr in halb Brandenburg

In Brandenburg wächst die Gefahr von Waldbränden. In etwa der Hälfte des Landes gilt seit Freitag die mittlere Waldbrandgefahrenstufe 3, in den übrigen Landkreisen Stufe 2. Das zeigen die Daten des Umweltministeriums Brandenburg [mluk.brandenburg.de].

Auch wenn die Gefahr erhöht ist, habe es in diesem Jahr bisher noch kein Feuer in einem Wald gegeben. Bei einem mit "Waldbrand" beschriebener Einsatz der Feuerwehr in Jänschwalde (Spree-Neiße) im Süden des Landes am Donnerstag stellte sich heraus, dass es sich um Ödland handelte, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, am Freitag rbb|24.

Screenshot Waldbrandgefahrenstufen Brandenburg am 5. März 2021 (Screenshot: MLUK Brandenburg)
Waldbrandgefahrenstufen am 05.03.2021 (Screenshot: MLUK Brandenburg)Bild: MLUK Brandenburg

Höhere Waldbrandgefahr im Frühjahr "völlig normal"

Dass die Waldbrandgefahr schon jetzt, Anfang März, steigt, ist "bei diesem Wetter völlig normal", sagt Martina Heinitz, Referentin für Waldbau und Waldschutz im Umweltministerium des Landes rbb|24. "Es ist schon sehr lange trocken. Außerdem hat man im Frühjahr noch viel das alte, trockene Gras des vergangenen Jahres", so Heinitz. Dadurch steige die Feuergefahr.

Erfahrungsgemäß werde sie aber wieder sinken, wenn an Bäumen und Sträuchern das Laub austreibt und neues Gras wächst, sagt die Expertin.

Brände sollen schneller erkannt werden

Brandenburg hat sein System modernisiert, um Waldbrände möglichst früh zu erkennen. Wegen des Klimawandels müsse immer mehr mit warmen und trockenen Sommern gerechnet werden, sagte Umweltminister Axel Vogel (Bündnis90/Die Grünen) zur Eröffnung der Waldbrandzentrale Nord in Eberswalde (Barnim).

Mit 44 Kameras werden von dort die Wälder im Norden und Westen von Brandenburg überwacht. Mit dem neuen Standort und dem in Wünsdorf (Teltow-Fläming) gibt es nur noch zwei Waldbrandzentralen statt bislang sechs. Die 133 Feuerwachtürme, auf denen Forstmitarbeiter mit dem Fernglas nach Bränden schauten, hätten lange ausgedient, sagte Vogel.

Im ganzen Land erfassen 105 Sensoren aufsteigenden Rauch und melden das an die beiden Zentralen. Von dort werden Brand- und Katastrophenschutz alarmiert. Ab Gefahrenstufe 3 drehen sich die Sensoren und melden jede Rauchentwicklung.

Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg bei 287 Bränden rund 115 Hektar Wald vernichtet. In den beiden Jahren zuvor brannte es an jeweils über 400 Stellen. 4,2 Millionen Euro hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg nach eigenen Angaben aus dem EU-Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes in den letzten drei Jahren in die Modernisierung der Früherkennungssysteme investiert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.03.2021, 07:30 Uhr

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