Der Fundort der Weltkriegsbombe in Cottbus (Bild: rbb)
Video: Brandenburg aktuell | 01.03.2021 | Bild: rbb

3.700 Menschen mussten Sperrkreis verlassen - Bombe in Cottbuser Innenstadt erfolgreich entschärft

In der Cottbuser Innenstadt ist am Montag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich entschärft worden. Mehr als 3.700 Menschen hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. Für Verzögerungen bei der Entschärfung sorgte eine Videoübertragung aus einem nahen Geschäft.

In der Cottbuser Innenstadt ist am Montag eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Dafür hatte die Stadt einen Sperrkreis mit einem Radius von 300 Metern um den Fundort an einer Baustelle in der Virchowstraße eingerichtet.

Rund 3.700 Menschen mussten ihre Wohnungen und Büros bis 8 Uhr verlassen, bis elf Uhr waren Polizei, Feuerwehr und das Ordnungsamt im Sperrkreis unterwegs, um zu kontrollieren, dass sich dort niemand mehr aufhält. Am Mittag gab die Stadt bekannt, dass der Zünder erfolgreich entfernt und unschädlich gemacht werden konnte.

Für Verzögerungen bei der Entschärfung sorgte am Vormittag ein Livestream im Internet. In einem angrenzenden Geschäft war eine Kamera installiert, die die Fundstelle zeigte. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst wusste davon nichts. Die Feuerwehr verdeckte das Fenster schließlich von außen.

Bombenentschärfung in der Cottbuser Innenstadt

Einige Straßen ohne Strom und Internet

Von der Evakuierung betroffen waren unter anderem auch das Technische Rathaus, das Einkaufszentrum Spree-Galerie, die Stadthalle, Teile des Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), eine Kita, die Erich-Kästner-Grundschule und das Oberstufenzentrum Cottbus.

Ab 11 Uhr gab es rund um den Fundort eine Unterbrechung der Stromversorgung, der Breitbandversorgung und Unterbrechungen im Nahverkehr [cottbusverkehr.de].

Weltkriegsbombe in Cottbuser Innenstadt gefunden (Quelle: mappa.pro)
| Bild: mappa.pro

Separate Unterbringung für Covid-19-Patienten

Um Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu der Notunterkunft in der Sporthalle des Max-Steenbeck-Gymnasiums zu bringen, waren Fahrzeuge von Cottbusverkehr bereitgestellt worden. In der Notunterkunft sollten die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, erklärte die Stadt Cottbus vorab. Eine weitere Sporthalle war am Morgen wegen der großen Nachfrage, unter anderem von Studierenden der BTU, als Unterkunft aktiviert worden. Zudem wurden für eventuellen Bedarf zehn Betten im Carl-Thiem-Klinikum reserviert.

Das Gesundheitsamt hatte außerdem im Sperrkreis acht positiv auf Covid-19 getestete Personen ermittelt; insgesamt 14 Personen aus dem Sperrkreis befinden sich in Quarantäne. Diese Betroffenen wurden durch die Feuerwehr betreut und im Stadthaus separat untergebracht.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst nach der Entschärfung (Bild: KMBD)
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst nach der Entschärfung | Bild: KMBD

Zünder in einem schlechten Zustand

Die 50-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Mittwoch bei Bauarbeiten in der Virchowstraße entdeckt worden. Brandenburg gilt als das Bundesland, das die meisten Gebiete hat, die noch mit Kampfmitteln aus Kriegszeiten belastet sind.

Vorab war unklar, wie die Bombe unschädlich gemacht werden sollte. Ziel des Kampfmittelbeseitigungsdienstes war es, den Zünder zu entfernen, hieß es von der Stadtverwaltung - das sei letztendlich auch gelungen. Allerdings befand sich der Zünder demnach in einem schlechten Zustand.

Nach Angaben des zuständigen Sprengmeisters Mario Büchner ist der Blindgänger eine sogenannte Beute-Bombe. Es handelt sich um einen deutschen Sprengkörper, der erbeutet und mit einem neuen Zünder versehen worden ist.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.03.2021, 7:30 Uhr

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