Altlasten des Tagebaus - Kampf gegen braune Spree wird wohl noch Millionen kosten

Verockerung der Spree bei Spremberg, Foto: Andreas Franke/dpa
Video: Brandenburg Aktuell | 13.04.2021 | P. Manske | Bild: Andreas Franke/dpa

Mit einer neuen Wasserbehandlungsanlage südlich von Spremberg (Spree-Neiße) soll künftig das Problem der sogenannten braunen Spree bekämpft werden. Wie der rbb am Dienstag von der Bergbausanierungsgesellschaft LMBV erfuhr, soll die Anlage ab Mai täglich bis zu 2.000 Kilo Eisen aus dem Fluss filtern.

Bis zu 6.000 Kilo Eisenhydroxid, eine Eisenverbindung, werden täglich bei dem Hotspot südlich von Spremberg in die Spree gespült. Der braune Schlamm ist eine Folge des früheren Braunkohletagebaus.

100 Millionen Euro für Dichtwand

Mit Hilfe von Kalk wird in der Anlage das Eisen aus dem Wasser gefiltert. Sie ist die letzte von mehreren derartigen Anlagen, die dafür sorgen, dass in Spremberg bis zu 35 Prozent weniger Eisen ankommen.

Diese Maßnahme allein wird aber Experten zufolge nicht ausreichen, um das Wasser vollständig zu säubern. Die Spree wird weiterhin braun bleiben. Laut Uwe Steinhuber, Sprecher der LMBV wird dies erst mit dem Bau einer kilometerlangen Dichtwand verhindert werden können. Sie soll, so die Planungen, rund um den ehemaligen Tagebau Lohsa II gebaut werden. Von dort wird besonders viel Eisen in die Spree gespült.

Die Kosten dafür liegen schätzungsweise bei 100 Millionen Euro. Sie soll laut LMBV in zehn bis 15 Jahren fertig sein, muss allerdings noch genehmigt werden. Am Dienstag ist das Projekt dem Bund vorgestellt worden, der letztendlich für die Kosten aufkommen muss.

Korrektur: In einer ersten Version dieses Beitrags hatten wir geschrieben, dass bis zu 2.000 Tonnen Eisen täglich herausgefiltert werden sollen - korrekt ist jedoch die Maßangabe Kilo. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

8 Kommentare

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  1. 8.

    Solange gebuddelt wird, kommen die Zahlungen für die Rekultivierungen aus den laufenden Erträgen vor der Gewinnermittlung.
    Wenn man das Geschäftsmodell verbietet bzw. abkauft (Kohleausstieg) können diese Erträge nicht mehr erwirtschaftet werden und dass ist dann der gesellschaftliche Preis für den gesellschaftlich akzeptierten Kohleausstieg.

  2. 7.

    Aber auch die Sanierung der Tagebaulöcher, die nach 1990 gebuddelt wurden, werden dem Steuerzahler aufgebürdet. Denn die paar Euro, die die Betreiber zurücklegen mussten reichen hinten und vorne nicht. Die Gewinne der Stromerzeugung gingen erst nach Schweden und nun nach Tschechien. Die Regierung hätte es damals in Eigentum des Staates übernehmen können, aber dazu fehlte der politische Wille. Aber der Steuerzahler badet das gerne aus, mit den höchsten Strompreisen für Kunden in D und den Abgaben nach Stilllegung.

  3. 6.

    Nein, aber die DDR und diese Verantwortung über die Spätlasten wurde mit Einigungsstaatsvertrag festgeschrieben.

  4. 5.

    Der deutsche Steuerzahler bezahlt auch gerne die "Stilllegungsprämie" für die AKW und Braunkohleverstromung. Hinterher noch die Endlagerung und Rekultivierung. Dabei sprechen die Politiker, besonders Herr Altmaier, von einem "Erfolg". Das ist die blanke Realität in Deutschland.

  5. 4.

    Weil der Tagebau schon 1984 stillgelegt wurde. Es gibt auch keine Eigentümer, die dafür haften können, denn er war Staatseigentum der DDR.

    Die Tagebaue, die jetzt noch laufen, werden sich in zwanzig, dreißig Jahren bei uns in Erinnerung bringen. Denn in den Abraumhalden stecken Tausende Tonnen Schwefelkies, der an der Luft langsam oxidiert und das Wasser entweder braun (Eisenhydroxid) oder sauer (Schwefelsäure) macht, je nach örtlichen Bedingungen. Hoffen wir mal, dass die Sanierungsfonds der Leag und MIBRAG für die nötigen Gegenmaßnahmen in der Bergbausanierung ausreichen. Es gibt leider Grund, daran zu zweifeln.

  6. 3.

    ist genau dasselbe problem mit dem atommüll. die unternehmen verdienen sich doof und dämlich und die zwischen- und endlagerung zahlt die gesellschaft und alle uns nachfolgenden generationen.

  7. 2.

    Äh..kurze Frage. Warum muss jetzt der Bund, also wir SteuerzahlerInnen, dafür aufkommen? Haben wir damals den Tagebau betrieben und Gewinne gemacht?

  8. 1.

    "täglich bis zu 2.000 Tonnen Eisen" echt jetzt? aus "Bis zu 6.000 Kilo Eisenhydroxid werden täglich bei dem Hotspot südlich von Spremberg in die Spree gespült."?

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