Oberkirche St. Nikolai in Cottbus
Audio: Antenne Brandenburg | 28.04.2021 | Daniel Friedrich | Bild: rbb/Thomas Krüger

Evangelische Kirche - Wie Brandenburger Kirchen mit dem neuen Klimaschutz ringen

Die evangelische Kirche in Brandenburg will bis 2050 klimaneutral sein. Wie sie das schaffen will, ist in einem eigenen Klimaschutzgesetz geregelt. Das klingt gut, aber setzt die Gemeinden unter einen erheblichen Druck. Von Daniel Friedrich

Seit diesem Jahr dürfen in Kirchen keine neuen Heizungen mehr eingebaut werden, die mit fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Holz arbeiten. Erlaubt sind nur noch elektrische Sitzheizungen, Photovoltaik oder Erdwärme.

"Wir als Kirche haben eine Verantwortung, dass unser klima geschützt wird, dazu wollen wir unseren Beitrag leisten", sagt der Cottbuser Superintendent Georg Thimme.

Für die 78 Kirchen in und um Cottbus eine große Herausforderung, bestätigt die Baubeauftrage Martina Fiedler. Es gebe noch viele alte Heizungen aus den 90er Jahren. Sie geht davon aus, dass es in den Kirchen künftig keine Wohlfühl-Temperaturen mehr geben wird.

Denn das würde richtig teuer werden, weil ab 2023 pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid 125 Euro in einen Klimaschutzfonds gezahlt werden müssen. Daraus wiederum bekommen die Gemeinden Geld, wenn sie sich eine klimafreundliche Heizung anschaffen.

Blick auf den Altar in der Cottbuser Oberkirche St. Nikolai
Oberkirche St. Nikolai in Cottbus | Bild: rbb/Thomas Krüger

"Dass wir alle Gebäude so weiternutzen wie bisher, steht in Frage"

Doch es ist fraglich, ob sich das jede Gemeinde leisten kann, oder in der kalten Jahreszeit die Kirchen lieber geschlossen bleiben. Für Georg Thimme ist das nicht die Lösung.

"Ich denke, das Aus von Gottesdiensten im Winter in Kirchen darf nicht abhängig gemacht werden von den Heizkosten, sondern muss eher eine strukturelle Frage sein", ist sich Thimme sicher. Andererseits glaubt er, dass "wir alle Gebäude so weiternutzen wie bisher, das steht sicherlich in Frage."

In jedem Fall will der Kirchenkreis den Gemeinden finanziell helfen, kündigt der Superintendent an. Obwohl Kirchengemeinden für ihre Gebäude selbst verantwortlich seien, könne es nicht sein, dass eine Kirchengemeinde nicht mehr arbeiten kann, weil die Gebäude sie überfordert.

Friedensgebetskreuz in der Cottbuser Oberkirche St.l Nikolai
Friedensgebetskreuz in der Oberkirche Cottbus | Bild: rbb/Thomas Krüger

Ende des Jahres 2021 soll fest stehen, wer künftig wieviel bezahlen muss. Nach Angaben der Evangelischen Kirche Brandenburg entstehen rund 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen der EKBO durch die zahlreichen Gebäude der Landeskirche [Klimaschutzgesetz der EKBO]. Insgesamt rechnet sie dabei mit klimabedingten Mehrkosten von ca. 150 Millionen Euro bis 2050.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) beziffert die Zahl ihrer Mitglieder auf über 900.000. Sie sind in etwa 1.200 Kirchengemeinden und 25 Kirchenkreisen in den drei Sprengeln Berlin, Potsdam und Görlitz organisiert.

10 Kommentare

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  1. 10.

    Das interessiert doch die Grünen überhaupt nicht. Hauptsache sie bekommen die CO2 STEUER.

  2. 9.

    Die Kirchen wurden früher bestimmt nicht beheizt. Man hat - so weit mir bekannt - keine historische Heizung in Kirchen gefunden. Die Kirche nimmt doch Steuern und Spenden ein, besitzt ein riesiges Vermögen. Das sollte doch wohl reichen. Kirche und Staat sind (eigentlich) getrennt. Ich bin nicht bereit, dass meine "weltlichen" Steuern an die Kirche verschleudert werden. Die Kirche ist nicht zimperlich, wenn sie ihre Steuern eintreibt.

  3. 8.

    So langsam wird Klimaschutz für mich zu Posse. Kirchendächer mit Solarzellen???? Oder wie wäre es mit Wärmepumpen???? Eine ordentliche Isolierung auf den Außenwänden, die nicht selten unter Denkmalschutz stehen, wäre doch auch eine gute Idee.

  4. 7.

    Hihihi,lieber nicht! Ist schon seltsam welche Blüten diese Politik so treibt. Andererseits. Waren Kirchen denn früher auch beheizt? Ne Wärmflasche untern Popo geht vielleicht auch.

  5. 6.

    Eine Kirche mit einer PV-Anlage auf dem Dach.... das möchte ich sehen......

  6. 5.

    Ich bin schweren Herzen aus der ev. Kirche ausgetreten.Ich bin und bleibe Christ. Der liebe Gott hat im Augenblick so ein fürchterlich großes Problem mit seinem Bodenpersonal. Ich bin nicht mehr bereit diesen Personenkreis mit zu finanzieren.
    Selbstverständlich geht es mir nicht um die Kirchensteuer.
    Es ist sinnvoller sich in Fördervereinen für den Bau und Unterhalt von Hospiz oder Gedenkstätten an Sternenkinder zu beteiligen.

  7. 3.

    Ich besuche zwar keine Kirche, aber immerhin steht so ein altes Gebäude unter Denkmalschutz und kann mit den neuen unsinnigen Bestimmungen nicht übereinstimmen! Da sieht man doch, wie schon so oft, blanker Unsinn!

  8. 2.

    Sehr löblich, nur die Bundesregierung zaudert noch effektive Maßnahmen durchzusetzen. Vielleicht ändert sich das ja im Herbst.

  9. 1.

    Auch ohne Wohlfühl-Temperaturen, kann ein evangelischer Christ diese politische Kirche kaum noch ertragen und sollte schleunigst aus diesem Verein austreten, bei den katholischen Glaubensbrüdern wird noch weiterhin geheizt.

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