Matthias Trentzsch zeigt seinen geernteten Safran (Bild: rbb)
Matthias Trentzsch zeigt seinen geernteten Safran | Bild: rbb

Teuerstes Lebensmittel der Welt - Safran aus der Lausitz

Safran ist das teuerste Lebensmittel der Welt. Ein Hobby-Landwirt aus Hermsdorf hat das Gewürz für sich entdeckt. Es gibt bereits zahlreiche Interessenten für den Safran aus dem Lausitzer Seenland - doch reich wird Matthias Trentzsch damit trotzdem nicht, wie er sagt.

Safran ist ein Luxusgut. Die Hauptanbaugebiete des Gewürzes sind der Iran, Indien und Marokko, aber auch Spanien und Griechenland. In Hermsdorf bei Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) hat ein Hobby-Landwirt den Anbau des Gewürzes für sich entdeckt. Die erste Ernte war bescheiden, doch es soll deutlich mehr werden.

Matthias Trentzsch auf seinem Safranfeld (Bild: rbb)
Matthias Trentzsch auf seinem Safranfeld | Bild: rbb

Sandige Böden sind gut geeignet

Safran wird aus einer bestimmen Krokus-Art gewonnen. Die dünnen roten Fäden kosten rund 30.000 Euro pro Kilo. Hauptsächlich, weil es eine echte Fummelarbeit sei, sie zu gewinnen, erklärt Matthias Trentzsch. Der Mechatroniker ist Betriebsleiter in der Kartoffelverarbeitung und baut den wertvollen Krokus Sativus hinter seinem Haus in Hermsdorf an.

"Der Anbau ist gar nicht so schwierig", sagt Trentzsch. Weil der Safran keine Staunässe verträgt, sind sandige Böden gut geeignet - so wie sie in Brandenburg häufig zu finden sind. Im Hauptanbaugebiet, dem Iran, sammeln häufig ganze Familien die Fäden aus den Blüten. Die Blütezeit im Herbst dauert nur etwa drei bis vier Wochen.

Safran-Anbau hat lange Tradition in Deutschland

Auch wenn Safran exotisch klingt, wird er schon lange in Deutschland angebaut. In Altenburg in Sachsen sei schon vor 500 bis 600 Jahren in großen Maßstäben Safran angebaut worden, sagt Trentzsch. Mit dem Dreißigjährigen Krieg habe es dann aber den "cut" gegeben.

In Deutschland gibt es aktuell etwa ein Dutzend Safranbauern. Matthias Trentzsch selbst kannte sich noch vor einem Jahr gar nicht mit dem Gewürz aus. Durch einen Krankheitsfall in der Familie sei er auf die gesundheitsfördernde Wirkung des Safran gestoßen, sagt er - und habe kurzerhand 3.000 Knollen aus den Niederlanden bestellt. Die sind bereits an das hiesige Klima gewöhnt.

Zeitaufwändig sei vor allem die Verarbeitung. Aus seinen 3.000 Knollen hat Trentzsch 6.000 Blüten gewonnen. Die Safranausbeute am Ende: 35 Gramm.

Anbau bleibt Hobby

Das klingt wenig, üblicherweise wird aber nur eine Menge von 0,1 Gramm gekauft. Dafür nimmt Trentzsch fünf Euro. Einen Gewinn macht er damit nach eigenen Angaben nicht. Er rechne aber auch in den nächsten Jahren nicht damit. Für einen kommerziellen Anbau fehle ihm die Zeit. "Das ist ein Hobby und das wird auch ein Hobby bleiben", so Trentzsch. 10.000 bis 20.000 Knollen wolle er dennoch weiterhin anbauen. Zur Erntezeit im Oktober oder November müsse er dann schon morgens die Blüten pflücken, da diese bei Dunkelheit geschlossen seien.

Die Eisdiele im Ort hat mit dem Safran von Matthias Trentzsch bereits eine neue Sorte kreiert. Auch der Likörhersteller "Scharfes Gelb"aus Senftenberg arbeitet an einem Safran-Eierlikör. Die Gewerbeanmeldung für den Safran-Anbau läuft laut Trentzsch bereits. Auch die Qualität des "Seenland-Safran" sei bereits getestet worden und stehe dem Original aus dem Iran in nichts nach.

Auch für den Eigenbedarf sei der Anbau gut geeignet, so Trentzsch. Aus zehn bis 15 Knollen bekomme man etwa 0,1 Gramm Safran. Eine Knolle koste rund zehn Cent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.04.21, 16:10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Find ick jut, thumbs up !

  2. 2.

    Tolle Sache! Ich liebe Safran.
    Ich habe gleich mal im Netz geschaut, wo man den regionalen Safran bekommen kann und bin hier fündig geworden:
    https://www.hofladen-gasthaus-stuckatz.de/p/safran-aus-dem-lausitzer-seenland
    Ich hoffe, so viel Werbung darf sein. :-)

  3. 1.

    Aha! Wieder was gelernt!

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