Probleme auf frisch sanierter Autobahn - Hunderttausende Asphaltblasen auf A13 und A15 gebildet

Symbolfoto: Blasenbildung auf der Autobahn (Foto: Autobahn GmbH/Mattuschka)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.05.2021 | Sascha Erler | Symbolfoto | Bild: Autobahn GmbH/Mattuschka

Es rumpelt schon wieder auf den Autobahnen 13 und 15. Auf mehreren Abschnitten haben sich Blasen gebildet - genau dort, wo erst vor ein paar Jahren die Straße saniert wurde. Wie kann das sein? Von Sascha Erler

Dutzende Fotos auf dem Schreibtisch von Thomas Mattuschka sind der Beweis. Der Belag der Autobahnen 15 und 13 schlägt Blasen. Hunderttausende sind es, schätzt der Chef der Cottbuser Außenstelle der Autobahngesellschaft des Bundes.

Betroffen sind die A 13 Richtung Dresden zwischen Groß Köris und Baruth (Dahme-Spreewald) sowie die A 15 Richtung Forst zwischen Cottbus Süd und Roggosen - und in der Gegenrichtung zwischen Cottbus West und der Ortslage Kackrow (Spree-Neiße). Genau auf diesen Abschnitten wurde die Fahrbahn vor wenigen Jahren mit einer "Sparvariante" saniert, sagt Mattuschka.

Symbolfoto: Blasenbildung auf der Autobahn (Foto: Autobahn GmbH/Mattuschka)
Symbolbild: Blasenbildung, hier auf der A10 | Bild: Autobahn GmbH/Mattuschka

Nun haben sich die Blasen durch Wasserdampf zwischen zwei Belagschichten gebildet. Eine erste Abhilfe ist eine Temporeduzierung. Autofahrer werden noch eine Weile mit dieser Situation leben müssen.

Straßensanierung mit Personal- und Zeitmangel

Die Blasen sind bis zu 2,5 Zentimeter groß und bis zu 30 Zentimeter breit. Laut Mattuschka ist diese "unschöne Fahrbahnbeschaffenheit" aber harmlos und bildet keine Gefahr. "Man muss sicherlich etwas vorsichtiger darüber fahren, gerade Motorradfahrer. Es ist ein etwas unangenehmes Gefühl."

Aber ärgerlich ist es doch, denn eigentlich sind die Streckenabschnitte erst vor wenigen Jahren saniert worden - allerdings laut Mattuschka sozusagen im Schnellverfahren. Grund dafür waren Personal- und Zeitmangel. "Vor drei, vier Jahren gingen fast alle Autobahnen kaputt und wir mussten ganz schnell handeln und diese Autobahn befahrbar halten."

Thomas Mattuschka von der Autobahn GmbH blickt auf ein Foto der Blasenbildung (Foto: rbb/Erler)
Thomas Mattuschka mit einem Foto der Blasenbildung | Bild: rbb/Erler

Weil der so genannte "Betonkrebs" die rund 20 Jahre alte Fahrbahn zersetzte, hatte das damalige Landesamt für Straßenwesen eine dünne Asphaltschicht aufgetragen. Hätte man eine dickere Schicht gewählt, wären dadurch alle Leitplanken und Brücken zu niedrig gewesen. Das hätte im Nachgang viel Arbeit bedeutet.

Andere Autobahnabschnitte haben Priorität

Wie sich jetzt herausstellt, war der Asphalt am Ende doch zu dünn und damit zu leicht. Denn zwischen Beton und Asphalt hat sich im Winter Wasser gesammelt, das jetzt durch die Sonneneinstrahlung verdampft. "Dampf hat ein zehnmal größeres Volumen als Wasser. Ich sage mal: Mit diesem Wasserdampf haben wir früher ganze Güterzüge angetrieben", so Mattuschka. "Und dieser Wasserdampf hebt jetzt leider unsere Asphaltbahnen an."

Mattuschka und seine Kollegen haben schon Verschiedenes versucht, um die Blasen zu beseitigen: Mit der Dampfwalze drüberfahren, sie aufstechen. Das bringe auch alles etwas, aber nur kurzfristig. Schnell ploppt dann die nächste Blase auf. Auf zwei Abschnitten gilt nun eine Temporeduzierung auf 100 km/h: Zwischen Cottbus und Roggosen sowie zwischen Groß Köhris und Baruth. Noch in dieser Woche soll beraten werden, wie es weitergehen soll.

Fest steht zunächst, dass Autofahrer noch eine längere Zeit mit den Blasen leben müssen. Laut Mattuschka haben im Moment andere Abschnitte der Autobahn Priorität, die planmäßig saniert werden. "Wir können nicht überall gleich neu bauen. Wir haben dieses Jahr alleine auf den Südbrandenburger Autobahnen drei richtig große Baustellen, bei denen wir über 30 Kilometer erneuern."

Dort soll eine richtig dicke Schicht Asphalt aufgetragen werden, die sich nicht so schnell anheben wird, sagt Mattuschka. Wenn alles gut geht, soll zumindest auf diesen Abschnitten alles für mindestens 20 Jahre halten.

34 Kommentare

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  1. 34.

    Jepp. Da kann er Straßenfugen im Tunnel Innsbrucker Platz zählen, Eiszapfen von der Decke des Tegeltunnels runterholen, im Steinmetzkiez dank der tollen Verkehsplanung Mensch ärgere dich nicht spielen, über Baustellen freuen, wo die vorgeschriebene Fahrtrichtung IN die Baustelle führt, Ampelschaltungen genießen, die man nur mit Schieben oder einem Hotrod schafft ... u.v.m. Ich wohne in "Berlin-Klammer-auf-West-Klammer-zu" und genieße jede "Buckelpiste" im Umland.

  2. 32.

    Na dann am Besten schön zu Hause bleiben in Berlin (West): wo alles besser ist!

  3. 31.

    Wo ist nur die Deutsche Wertarbeit hin? Und die berüchtigte Pünktlichkeit und Verlässlichkeit genauso. Bei privaten Handwerkern ist das ja nicht anders.

  4. 30.

    Nee ... mit der Automarke, dem Untergrund und der Bodenfreiheit. Da kann es bei so 'nem Teerpickel natürlich ganz schnell gehen ... Bring' Mich Werkstatt ;-)

  5. 29.

    "Ein ehemals Regiereder sagte einmal "Sparen bis es quietscht".Dies ist eines seiner Ergebnisse."
    Nee - ehrlich nicht. K.W. hat nur Berlin in gespart. Wenn es jetzt bei deinem fahrbahren Untersatz quietscht ... Tipp:
    Nicht an den Radlagern sparen. ... und das gut so ;-).

  6. 28.

    Die Schilderproduzenten wirds freuen, Aufträge für die nächsten Jahre und viele Kilometer. In welchem Winter hat sich das Wasser gesammelt? Und warum? Weil es mal kalt war? Im Winter davor war es nicht so kalt und der Sommer 2020 auch recht heiß. Da gab es keine Blasen.
    Den Kommentar vom "Mitarbeiter Bauindustrie" halte ich für sehr realistisch. Er zeigt deutlich wie's in Deutschland läuft. Es wird nichts mehr gedacht/geplant/getan/gebaut, was weiter als die nächsten 5 Jahre zu realisieren geht (außer die "Generationsbaustellen"). Stichwort, Platz für Wohnungsbau.

  7. 27.

    Na wenn das nicht ne Versuchsstrecke eines gewissen Herrn M. ist, auf der die Pumpbewegung der Stoßdämpfer seiner klimarettenden Vehikel in Elektroenergie gewandelt und als Antriebsenergie genutzt wird?

  8. 26.

    Da gibt es in der Schweiz ein schönes Auswahlverfahren: Das teuerste und das billigste Angebot fällt aus der Bewertung sofort heraus. Aus den Verbleibenden wird über Zeit-Preis oder sogar per Los entschieden.

  9. 25.

    Auch bei Tempo 100 kann das Auto Schäden nehmen bei kaputter Fahrbahn. Das hat nix mit Raserei zu tun.

  10. 24.

    Typisch Brandenburg! Da wird (nicht nur beim Straßenbau) nach alter DDR - Mentalität gepfuscht. Unverständlich, wieso die Wackelpiste auf der A 115 zwischen Potsdam und Kleinmachnow so überhaupt abgenommen wurde. Aber auf jüngst gebauten bzw. sanierten Bundes-, Land- und Kreisstraßen (von den ackerähnlichen Gemeindestraßen reden wir erst lieber gar nicht!) sieht es ähnlich katastrophal aus. Besonders schlimm ist der Straßenzustand in LDS.

  11. 23.

    Da zeigt sich mal wieder: wer billig saniert, saniert zweimal. Ein Armutszeugnis für das Straßenamt.

  12. 22.

    Ich habe mehrere Jahre in leitender Position in der Bauindustrie gearbeitet. Im Straßenbau herrscht ein gnadenloser Wettbewerb. Teilweise bewerben sich 50 und mehr Unternehmen um einen Auftrag. Da wird jede Einsparmöglichkeit ausgelotet. Eine Straße darf nur so lang halten, bis dass die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist. Danach muss sie wegen der Nachfolgeaufträge kaputt sein. Natürlich dürfen die Straßen nicht vor Ablauf der Gewährleistungsfrist Mängel aufweisen. Ich kenne namhafte Straßenbauunternehmen, die sich zu diesem Zweck ein Labor leisten. Dabei wird der Straßenbelag betreffend die zu erwartenden Belastung ( Anzahl Pkw/ Lkw / Tag / Jahr / Klima- und Bodenverhältnisse) ganz genau errechnet. Nicht zu schlecht. Aber auch nicht zu gut. Und nach Ablauf der Gewährleistungsfrist + 1 bis 2 Jahre ergeben sich Luftblasen, Wellen, Risse, genau so, wie vom Unternehmen erhofft und errechnet.

  13. 21.

    Wo fängt denn Ihrer Meinung nach „Raserei“ an? Bei 80 oder 230 km/h? Völlig pauschaler Schwachsinn.

  14. 20.

    100 Jahre nach Erfinden der Autobahn kann Deutschland keine mehr zustande kriegen. Bundesweit. Die Konsequenz, ausländische Firmen und Planung ran, die können es noch von Spanien bis Schweden. Wir haben zu viel Nachsicht mit unseren Behörden. Da wird dreimal gebaut mit immer neuen Ausreden und Kosten. Und es wird, mit etwas mürrischen Gemecker, erwartungsgemäß zuverlässig geschluckt. Gekiecher im Rathaus.

  15. 19.

    was hat Wowereit mit Brandenburg zu tun? Manche Kommentare sind sowas von unglaublich dumm.

  16. 18.

    Man muss sich nur anschauen, was auf der südlichen A10 los ist…. Dort werden ja auch schon wieder Baustellen aufgebaut auf Abschnitten, die erst grundlegend saniert wurden.

    Die aktuelle am Dreieck Nuthetal soll bis November gehen…. Rüdersdorf geht auch bis Jahresende….

    Und wenn man dann sieht, was dort allein an LKW unterwegs ist…. Das ist schon krank…

    Aber das da immer wieder gearbeitet wird ist auch kein Wunder. Offensichtlich gilt als Kriterium nachwievor der Preis und dank Bonuszahlungen wird dann offensichtlich noch gefuscht, damit man den Bonus bekommt.

    Es ist halt auch hier ein Grundproblem im System.

  17. 17.

    Tja, vielleicht halten sie sich mal an Tempolimits ! Wo ist das Problem ?

  18. 16.

    Geld haben wir für was ? Geiz ist geil bedeutet ja auch billige Produkte, geringe Löhne etc. wofür stehen denn die ganzen SUVs in Brandenburg ? Das Billigfleisch, besser 5 als eine Portion ! Tempolimit, na ja, hält sich bei uns nur jeder zweite dran usw. eigentlich ist es vielen egal, aber erwarten von den anderen und dem Staat, daß er besser handelt. immer mal an die eigene Nase fassen. Wenn man nicht viel Einkommen und/oder sonstige Vermögensubstanz hat ist das ein Grund, der vieles erklärt. Aber, die, die sich hier wo ich lebe nicht an Regeln halten, aber meckern über alles und jeden (vor allem auch noch gegen Hilfebedürftige), genau die wollen Qualität praktisch für lau, wenn nicht soll es der Staat machen. Meckern, daß es Bauarbeiten auf der Autobahn gibt, aber gute Autobahnen haben wollen. Meckern, daß es billige Gastarbeiter bei der Spargelernte gibt, aber billiger Spargel haben wollen. Warum sollen (einige) Angestellte des Staates anders denken und handeln ?

  19. 15.

    So schlimm ist das doch nicht. Dann fährt man eben 100 km/h .Ich sehe das als ein vernünftiges Mittel um die Raserei in den Griff zu kriegen.

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