16.000 Kunden in Elbe-Elster ohne Wasser - Trinkwasserleitung bricht zwei Mal in 24 Stunden

Der Rohrbruch in Würdenhain wird in der Nacht repariert (Foto: WAV/Hauptvogel)
Bild: Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda WAV

In der Gemeinde Röderland (Elbe-Elster) ist eine alte Trinkwasserleitung innerhalb von circa 24 Stunden an zwei verschiedenen Stellen gebrochen. Der erste Bruch war am Sonntag festgestellt worden, der zweite am Montagabend.

Zeitweise hatten circa 16.000 Kunden kein Wasser, heißt es vom zuständigen Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda. Davon betroffen waren Einwohner von Elsterwerda, Plessa und Röderland und mehrere Gewerbebetriebe. Bei dem Milchproduktehersteller ODW in Elsterwerda wurde zwischenzeitlich ein Produktionsstopp verhängt.

Aus dem geplatzen Rohr läuft Wasser aus (Foto: WAV/Hauptvogel)
Aus dem kaputten Rohr läuft WasserBild: Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda

Materialermüdung der alten Rohre

Beim ersten Bruch handelte es sich um ein etwa faustgroßes Loch, dass noch in der Nacht zum Montag geflickt werden konnte. Die betroffenen Haushalte haben davon laut Verband durch den Produktionsstopp bei ODW nur wenig mitbekommen, vereinzelt war der Wasserdruck abgefallen.

Nur etwa fünf Meter von der ersten Stelle entfernt folgte am Montagabend der nächste Bruch. Diesmal handelte es sich um einen Längsriss, sagte ein Verbandssprecher rbb|24. Und diesmal kam bei den angeschlossenen Haushalten tatsächlich kein Wasser mehr an. Das Rohr konnte schließlich Dienstagvormittag auf vier Metern ersetzt werden. In den nächsten Tagen kann das Wasser leicht getrübt sein. Das ist laut dem Wasser- und Abwasserzweckverband aber unbedenklich.

Schon im Jahr 2018 war an dieser Stelle das Rohr gebrochen. "Es handelt sich wahrscheinlich um Materialermüdung", sagte Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel rbb|24. Das Rohr vom Wasserwerk Oschätzchen nach Elsterwerda sei in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre verlegt worden. Ein Teil wird bereits seit Anfang März erneuert. Der Abschnitt, auf dem auch die jüngsten beiden Brüche entdeckt wurden, soll nach aktuellem Plan im kommenden Frühjahr ersetzt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.05.2021, 08:30 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Warum ist hier von „Kunden“ die Rede? Fühlt sich falsch an bei einer derartigen Basisversorgung von „Kunden“ statt von Haushalten, Familien, Einwohner oder wenigstens Abnehmern zu sprechen, als hätten selbige eine freie Wahl des „Verkäufers“. Nicht einmal Gewerbetreibende dürften eine Wahl des Versorgers haben, oder?

  2. 3.

    Wundert dies noch wen?
    Instandhaltungs-Arbeiten sind doch nebensächlich.
    Dafür wird der Ideologie-Sektor ja immer weiter aufgebläht.
    An Gender-Prüfern mangelt's kaum, Handwerker sind Mangelware.

  3. 2.

    Schöner Beitrag, wenn er die tatsächliche Lage aufzeigen würde. Dienstag Vormittag ersetzt. Und Dienstagnachmittag ist die Stadt npoch immer ohne Wasserversorgung !

  4. 1.

    Warum formuliert der WAV in der Vergangenheitsform? Da es nach der gestern auf der WAV-Homepage eingestellten, dort auch jetzt noch laufenden Tickerzeile keinerlei weitere Kommunikation gab (und von Stadtverwaltung Elsterwerda oder Landkreis Elbe-Elster überhaupt nichts kommt – interessiert diese gravierende Havarie an kritischer Infrastruktur dort überhaupt irgendwen?), kann man nur raten, ob evtl. gerade einzelne Netzbereiche nacheinander wieder hochgefahren werden. In Elsterwerda West liegt jedenfalls Stand 13.52 Uhr weiterhin kein Wasser an, mittlerweile 18 Stunden nach Eintritt des völligen Ausfalls. Man sitzt hier in der ohrenbetäubenden Stille und fragt sich, wie lange noch.

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