Symbolbild: Ein Kind wird geimpft (Quelle: dpa/Hans Ringhofer)
Bild: dpa/Hans Ringhofer

Monatelange Suche für Kreisstadt - Forst (Lausitz) bekommt wieder eine Kinderärztin

In Forst (Spree-Neiße) gibt es ab dem 1. Juli wieder eine Kinderärztin. Die Ungarin Ildiko Hollos wird dann die vom Carl-Thiem-Klinikum Cottbus betriebene Kinderarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum der Kreisstadt übernehmen. Die Medizinerin lebt seit 2012 in Deutschland und hat zuvor bereits in Sebnitz und Hoyerswerda praktiziert.

"Für uns war es ganz wichtig, dass wir jemanden mit Perspektive holen", so CTK-Geschäftsführer Götz Brodermann. "Frau Hollos ist zwar schon knapp über 60, aber sie möchte langfristig in Forst bleiben", so Brodermann.

Seit Wochen gibt es in Forst keinen Kinderarzt mehr - obwohl rund 2.500 Kinder in der 18.000-Einwohner-Kreisstadt leben. Sie müssen aktuell Praxen in Cottbus, Döbern oder sogar Senftenberg aufsuchen. Die Suche nach einem Ersatz gestaltete sich schwierig, wie der rbb bereits vor einem halben Jahr von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg erfahren hat.

Region unattraktiv für junge Ärzte

"Letztendlich ist häufig entscheidend, wie die Situation vor Ort ist. Wenn Ärzte in die Niederlassung gehen, sind sie häufig Mitte 30 bis Mitte 40", erklärte KVBB-Sprecher Christian Wehry im September 2020. Sie hätten Partner und Kinder. "Und dann stellen sich so Fragen: Findet mein Partner einen Job in der Region? Wie ist es mit Schulangeboten? Freizeitangeboten? Anschluss an Straße und Schiene?" Hier sei die Politik gefragt, attraktive Rahmenbedingungen für alle Regionen zu schaffen, so Wehry damals.

Auch die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek bestätigt, die schwierige Suche habe nichts damit zu tun, dass aus der Region niemand Medizin studiere. Aber "wenn sie erstmal gegangen sind, dann ändern sich häufig die Lebenspläne", sagt Taubenek. Sie erhofft sich positive Auswirkungen durch die Ansiedlung einer Medizinischen Universität in Cottbus. Die soll im Rahmen des Strukturwandels entstehen.

Nun erhofft sich die Stadt, dass die neue Kinderärztin Forst lange erhalten bleibt. "Das wäre wünschenswert", meint beispielsweise ein Vater. "Wir haben so viele Kinder, die Eltern müssen sich alle kümmern. Das ist sehr unangenehm."

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.05.2021, 16:10 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Schlimm, dass so etwas eine Meldung wert ist.
    Die Lausitz blutet wieder einmal aus, da kann nicht mal der Kartoffeldoktor aus Potsdam helfen.

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