Fast vier Millionen Euro pro Jahr - Lausitzer Sorben/Wenden bekommen mehr Geld vom Land Brandenburg

Mi 19.05.21 | 12:56 Uhr
Die Dorfmaedchen tragen traditionelle sorbische (wendische) Festtagstrachten (Foto: dpa/Franke)
Bild: dpa-Zentralbild

Die Sorben/Wenden in der Lausitz werden ab sofort vom Land Brandenburg stärker gefördert als bisher. Das Kabinett hat am Dienstag entschieden, die "Stiftung für das sorbische Volk" künftig mit knapp vier Millionen Euro pro Jahr zu unterstützen, gab die Staatskanzlei im Anschluss bekannt [brandenburg.de].

Damit sollen Sprache, Kultur und Traditionen erhalten werden. Die Förderung wird um knapp ein Drittel erhöht - "so viel wie seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr", so Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD).

"Außergewöhnlicher Reichtum"

In konkreten Zahlen bedeutet das: Die Stiftung bekommt vom Land für die Jahre 2021 bis 2025 bekommt jährlich knapp 3,99 Millionen Euro, das sind rund 900.000 Euro mehr als bisher. Das Geld soll ganz vielfältig eingesetzt werden, sagte Schüle dem rbb. "Es geht um Digitalisierungsprozesse, aber auch um Formate, wo man sich begegnen kann, es geht um Lehrmaterialien, um Veranstaltungen, Musik, Theater, Schule, Wissenschaft."

Wendische Kultur, Sprache und Bräuche seien ein Alleinstellungsmerkmal im Süden Brandenburgs, wird Schüle in der Pressemitteilung des Landes zitiert. Sie würden zur Attraktivität der Region beitragen und wichtige Schwerpunkte beim Strukturwandel in der Lausitz sein. "Diesen außergewöhnlichen Reichtum wollen wir bewahren und weiterentwickeln."

Die "Stiftung für das sorbische Volk" wurde 1991 gegründet. Sie wird laut Staatskanzlei vom Bund und den Ländern Sachsen und Brandenburg mit jährlich insgesamt rund 23,9 Millionen Euro finanziert.

Nach offiziellen Schätzungen leben in Deutschland rund 60.000 Sorben als slawische Minderheit, davon etwa 20.000 Niedersorben in der brandenburgischen Niederlausitz und 40.000 Obersorben in der sächsischen Oberlausitz. Die genauen Zahlen sind nicht bekannt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.05.2021, 06:30 Uhr

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