Hohlräume unter der B 169 - Provisorische Lösung für gesperrte Lausitzer Verkehrsader geplant

Ein Umleitungsschild an dem gesperrten Streckenabschnitt (Bild: rbb/Manske)
Audio: Antenne brandenburg | 17.05.2021 | Ralf Jußen | Bild: rbb/Manske

Für die Bundesstraße 169 bahnt sich eine Lösung an: In den nächsten Tagen soll dort eine provisorische Direktverbindung zwischen Senftenberg und Sedlitz (Oberspreewald-Lausitz) eingerichtet werden. Vor einem Monat wurde die B169, eine der wichtigsten Lausitzer Verkehrsachsen, wegen Hohlräumen unter der Straße überraschend gesperrt - nun kann der betroffene Abschnitt überbrückt werden, wie der rbb von der Stadtverwaltung von Senftenberg erfuhr.

Kilometerlange Umleitung soll für manche wegfallen

Zwei Streckenführungen werden zurzeit als Einbahnstraßen vorbereitet. Nach Senftenberg soll es über eine aktuell gesperrte, ehemalige Tagebaustraße gehen. In der umgekehrten Richtung soll ein Radweg am Sedlitzer See als provisorische Straße genutzt werden, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Auf dieser Strecke muss der Bergbaussanierer LMBV aber noch Testbohrungen und Sanierungsarbeiten durchführen, damit der Radweg auch Autos trägt. Wann genau die beiden Strecken freigegeben werden, ist noch nicht klar.

Die Direktverbindung ist allerdings ausschließlich für die Anlieger gedacht, alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen weiter die ausgeschilderte Umleitung über Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) nehmen. Für Sedlitzer, die nach Senftenberg wollen, bedeutet der Umweg eine fast viermal so weite Fahrt. Aus rund sechs Kilometern werden über 25.

Hohlräume bei Kontrollen gefunden

Der Bergbausanierer LMBV hatte Mitte April bei planmäßigen Kontroll-Bohrungen entlang der Straße Hohlräume unter der Fahrbahn und Risse in der Straßendecke festgestellt. Der Bereich wird täglich von etwa zehntausend Fahrzeugen passiert, darunter 700 Lkw.

Im Bereich der B 169 liegen ehemaligen Tagebaue. Die entdeckten Hohlräume sind alte Entwässerungskanäle für die früheren Kohlegruben. Die Kanäle befinden sich in einer Tiefe von rund 40 Metern und erstrecken sich über eine Fläche von etwa 2.000 Quadratmeter. Die Bundesstraße ist auf rund 400 Metern betroffen.

Wie lange die Bundesstraße auf diesem Abschnitt gesperrt bleibt, hängt davon ab, auf welche Weise eine Sanierung möglich ist. Laut Bergbausanierer LMBV könnte die Straße bis zu neun Monate lang, mindestens aber für ein halbes Jahr, gesperrt bleiben, hieß es Ende April.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Hey Marcel.

    Wenn in dem Bereich der Boden nicht tragfähig ist kann man halt keine „agile“ Notpiste bauen. Wenn die dann absackt sind Sie wahrscheinlich auch wieder vorne mit dabei um Kritik zu äußern.

    Eine Straße für Volllast zu bauen ist nicht wie bei einen Weg im Garten. Da gilt es ein wenig mehr zu beachten.

  2. 1.

    20km längerer Weg auf der Umleitung ?!? Die wenigsten werden die Strecke nur in eine Richtung fahren. Wir reden also über 40km längere Wege als Umleitung? Sorry aber das kann ja wohl nicht so bleiben. Natürlich fahre ich dann auch die Anliegerstrecke. Wir alle wollen das Klima retten und die Umwelt schützen aber statt mal agil eine Notpiste zu bauen lassen wir den Verkehr ewige Umwege fahren. In diesem Land läuft im Bau- und Planungsrecht etwas ganz gewaltig schief!

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