Landkreis Spree-Neiße - Stromausfall führt zu Feuerwehrgroßeinsatz im Heizkraftwerk

Löschfahrzeuge der Berliner Feuerwehr beim Ausrücken aus der Feuerwache 1300 in Berlin-Prenzlauer Berg (Bild: imago images/R. Price)
Bild: imago images/R. Price

Die Feuerwehr ist in der Nacht zu Dienstag mit einem Großaufgebot zum Biomasse-Heizkraftwerk in Sellessen (Spree-Neiße) ausgerückt, einem Ortsteil der Stadt Spremberg. Dort hatte nach einer Art Kettenreaktion die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst, heißt es von vom Energiekonzern Leag, dessen Tochter GMB GmbH das Kraftwerk betreibt.

Dem Einsatz vorausgegangen war ein Stromausfall in Spremberg. Davon waren 1.765 Haushalte betroffen, sagte der technische Leiter der Städtischen Werke Spremberg rbb|24.

Notstromaggregat springt nicht an

Gegen 02:00 Uhr kam es demnach zu zwei Kurzschlüssen im Spremberger Versorgungsnetz. Der erste wurde laut Stadtwerken von einem Kabelfehler ausgelöst, der zweite im Anschluss durch eine defekte Schaltanlage. Nach und nach konnte der Strom schließlich wieder zugeschaltet werden, so dass kurz nach 03:30 wieder alle Haushalte versorgt wurden.

Wegen des Stromausfalls wurde das Biomasse-Heizkraftwerk in Sellessen notabgeschaltet. Eigentlich hätte ein Notstromaggregat anspringen müssen, doch das passierte laut Stadtwerke nicht. Deshalb löste nach ersten Informationen wiederum ein automatischer Brandalarm aus. Die Feuerwehr rückte mit insgesamt zwölf Fahrzeugen an.

Rauchentwicklung im Kraftwerk

Im Polizeibericht am Dienstag war die Rede davon, dass starker Rauch aus dem Kraftwerk gedrungen sei. "Offenbar war es dort zu einem technischen Defekt gekommen, der zur Verrauchung im Gebäude und einem kurzfristigen Stromausfall führte", so ein Polizeisprecher. Bei einem 31-jährigen Mitarbeiter habe eine leichte Rauchgasvergiftung ambulant medizinisch versorgt werden müssen.

Leag-Sprecherin Gerstner erklärte gegenüber rbb|24 am Mittwoch nach Nachfrage beim Kraftwerksbetreiber GMB, dass es tatsächlich eine "Verrauchung" gegeben habe. Durch den Stromausfall sei der Saugzug ausgefallen, "wodurch Rauchgas aus dem Kessel in die Umgebung austrat." Die Feuerwehr habe aus Sicherheitsgründen den Holzförderer eingeschäumt.

Außerdem bestand "kurzzeitig der Verdacht einer gesundheitlichen Beeinträchtigung eines Mitarbeiters durch Rauchgase. Nach medizinischer Versorgung wurde dieser Verdacht ausgeräumt und der Mitarbeiter hat weiter seinen Dienst verrichtet, ohne Beeinträchtigung."

Der Stromausfall im Kraftwerk ist laut Gerstner eine Folge der Störung im Netz des Netzbetreibers Städtische Werke Spremberg gewesen. "Es gab zu keinem Zeitpunkt eine technische Störung im Biomasse-Heizkraftwerk."

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.05.2021, 09:30 Uhr

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