30 Jahre Partnerschaftsvertrag - Die Grenze ist für viele kaum noch spürbar

Fred Mahro und B.Bartczack begrüßen sich auf der Neißebrücke (Quelle: rbb/Schomber)
Video: Brandenburg Aktuell | 17.06.2021 | Michel Nowak | Bild: rbb/Schomber

In Guben/Gubin wurde am Donnerstag der seit 30 Jahren existierende Deutsch-Polnische Nachbarschaftsvertrag gewürdigt. Die Bürgermeister beider Städte Fred Mahro (CDU) und Bartlomiej Bartczak kamen zum symbolischen Treffen auf der Neißebrücke zusammen.

In der Doppelstadt Guben-Gubin werde die Partnerschaft mit gemeinsamen Festen und einer abgestimmten Stadtplanung gelebt, so die Rathauschefs. Wichtig sind für Gubens Bürgeremeister Fred Mahro die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und der Ausbau der Infrastruktur.

Ehrgeizige Vorhaben

Er sei froh, dass das Land Brandenburg jetzt die Zugverbindung von Cottbus nach Zielona Gora ausgeschrieben habe. Gesundheitsversorgung und bessere Anbindung seien Maßnahmen, die für die Städte beiderseits der Neiße wichtig sind.

Sein polnischerr Amtskollege Bartczak verwies auf zwei große Bauprojekte: Den Wiederaufbau des Mies van der Rohe-Baus Villa Wolf sowie der Stadt- und Hauptkirche. Beides wolle er als Bürgermeister noch erleben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.06,2021, 16:10

4 Kommentare

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  1. 4.

    Das sind Überreaktionen auf der polnischer Seite. Oft auch Reaktionen auf den deutschen Zeigefinger der Mainstream-Medien. Die Polen haben gegenüber Deutschland kein demokratisches Defizit. In Deutschland hat die Hälfte der Bevölkerung Angst, seine Meinung zu äußern. Und die Beförderung eines CDU Funktionärs zum höchsten Richter in Deutschland kann man mindestens genauso kritisieren. Oder die Merkels Intervention aus dem fernen Südafrika zu der Wahl eines ihr nicht genehmen Ministerpräsidenten in Thüringen. Was jetzt auch Thema beim Bundesverfassungsgericht sein wird.

  2. 3.

    Es gab unter der polnischen Vorgängerregierung ein deutsch-polnisches Filmprojekt - seitens der jeweils öff.-rechtl. Medien der Länder - und es ist ein sehr profunder Film herausgekommen, der nahezu alle Facetten der deutsch-polnischen Geschichte beleuchtet.

    Der jetzigen polnischen Regierung war das nicht heroisch genug. Dem heldenhaften Kampf der Polen sei nicht genug Raum gewidmet worden. So ist der öff.-rechtl. Rundfunk in Polen aus dem Filmprojekt ausgestiegen und er wurde dann von einem - offeneren - privatwirtschaftl. polnischen Unternehmen weitergeführt.

    Etwas Ähnliches findet sich in Wroclaw (zur dt. Zeit: Breslau). Da gibt es den Architekten der Jahrhunderthalle Hans Poelzig. Zu Erbauungszeiten der Halle, was Wunder, ein Deutscher. Das Ansinnen der PO-dominierten Stadtregierung in Wroclaw, Poelzig endlich eine Straße zu widmen, wurde von der dortigen PIS-Opposition als "Regermanisierung" gegeißelt.

    So viel zu den äußeren Umständen im deutsch-polnischen Verhältnis.

  3. 2.

    "Die Grenze ist für viele kaum noch spürbar" Das ist eine erfreuliche Entwicklung.
    Allerdings gilt das nicht für gewisse modische Zeitgeistströmungen in Deutschland. Polen und Ungarn machen da nicht mehr mit. Der Polnische Botschafter Rede kritisierte die Wahrnehmung seines Landes in den hiesigen Mainstreammedien im Brandenburger Landtag scharf. Botschafter Przylebski nickte zu den Ausführungen des AfD-Abgeordneten Dennis Hohloch , der in einer Kurzintervention die Kritik der übrigen Fraktionen an der Rede des Botschafters zurückwies.
    Hier scheinen sich in der Tat unterschiedliche Sichtweisen zu manifestieren.

  4. 1.

    Es muss ja nicht "überladen" werden und ggf. zu Missverständnissen, wenn es zu hoch aufgehängt wird, doch der Weg erscheint mir als ein recht guter und tragfähiger: Sowohl Gubin als auch Guben erwuchsen aus einem Kern heraus. Doppelstadt ist das nur geworden aufgrund der nationalstaatlichen Teilung.

    Wenn genau diese nationalstaatliche Teilung eine Spur zurückgenommen werden würde und die Gemeinsamkeit der Städte als höherrangiger begriffen würde, wäre viel gewonnen:

    So zwischen Strasbourg und Kehl, zwischen Basel und Weil am Rhein, so zwischen Görlitz und Zgorzelec, so zwischen Gubin und Guben, wobei Gubin der Kern ist, so zwischen Frankfurt / Oder und Slubice, so zwischen Szczecin und seinem Umland, was bis nach Angermünde im Brandenburgischen reicht.

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