Vorwurf des gemeinschaftlichen Mordes - Zwei Männer gestehen tödliche Schüsse in Cottbus

Landgercht Cottbus, Verhandlungssaal für Prozess um tödliche Schüsse 2020 in Cottbus
Video: Brandenburg Aktuell | 23.06.2021 | Sebastian Schiller | Bild: rbb/Sebastian Schiller

Im März 2020 wird in Cottbus ein Mann auf offener Straße erschossen. Er soll Verbindungen ins rechtsextreme Milieu und in die Türsteherszene gehabt haben. Seit Mittwoch stehen zwei Tatverdächtige vor Gericht.

Im Prozess um den Tod eines 31-Jährigen in Cottbus haben die beiden Angeklagten am Mittwoch gestanden. Zwei Männer stehen vor Gericht, weil sie in Cottbus im März 2020 einen Mann erschossen haben sollen. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen.

Beide Angeklagte schilderten zum Prozessauftakt am Landgericht Cottbus in ihren mehrstündigen Einlassungen den Tathergang und gestanden, allerdings mit unterschiedlichen Versionen.

Bandenkriminalität als Hintergrund?

Hintergrund der Tat sollen laut Anklage empfundene Demütigung und Ärger des einen Angeklagten nach einer früheren körperlichen Auseinandersetzung mit dem Geschädigten gewesen sein - sowie die Absicht, einer weiteren Auseinandersetzung zuvorzukommen. Im Vorfeld soll das spätere Opfer - ein 31-Jähriger - einen der Angeklagten massiv unter Druck gesetzt haben, finanziell und mit körperlicher Gewalt.

Der 31-Jährige war Teil eines Netzwerks aus Kampfsportlern, Rockern und Neonazis in und um Cottbus. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte wenige Tage nach der Tat auf einer Pressekonferenz gesagt, es sei eindeutig eine Tat im "klassischen Milieu-, Banden- bis hin zum organisierten Kriminalitätsbereich". Ob das Verbrechen tatsächlich im Zusammenhang mit Bandenkriminalität stand, soll auch in der Gerichtsverhandlung geklärt werden.

Täter sollen auf Fliehenden geschossen haben

Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, aus wenigen Metern Entfernung jeweils mehrere Schüsse auf den 31-Jährigen abgegeben zu haben. Beide Angeklagte sollen die Tat gemeinsam beschlossen haben. Sie hätten bewusst ein Überraschungsmoment ausgenutzt und mit der Absicht gehandelt, den Mann zu töten, so der Vorwurf.

Das Opfer soll, nachdem es bereits getroffen worden war, noch versucht haben, zu fliehen, wobei ihm die Angeklagten gefolgt und weitere Schüsse abgegeben haben sollen. Laut Anklage ist der Mann von insgesamt sechs Schüssen getroffen worden.

Der Prozess wird am Montag (28. Juni) fortgeführt, dann soll die Mutter des Opfers als Zeugin gehört werden. Nach Informationen des Landgerichtes sind Verhandlungstage zunächst bis in den August geplant.

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