Niedrigwasser in Elbe-Elster - Liegt der Kleine Spreewald bald auf dem Trockenen?

Di 22.06.21 | 18:03 Uhr | Von Josefine Jahn
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Spreewaldkähne im kleinen Spreewald
Audio: Antenne Brandenburg | 22.06.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Josefine Jahn

Der Naherholungsort Kleiner Spreewald in Uebigau-Wahrenbrück (Elbe-Elster) droht auszutrocknen. Nachdem in den letzten Jahren Hochwasser und Stürme den Baumbestand minimierten, wird jetzt das Wasser knapp. Von Josefine Jahn

Dem Kleinen Spreewald geht das Wasser aus, der Naherholungsort hat mit sinkenden Pegeln in der Kleinen Elster zu kämpfen. Das gesamte Areal hat eine Fläche von rund 200 Hektar. Dürreperioden, zu wenig Wasser und zu wenig Schatten von Bäumen, die dem Biber zum Opfer gefallen sind machen dem Kleinen Spreewald zu schaffen.

Um den Wasserhaushalt zu regulieren, gibt es Wehranlagen. Das Brandenburger Landesamt für Umwelt hingegen favorisiert sogenannte Sohlgleiten. Dabei handelt es sich um ein Regelbauwerk, das unterhalb des Wasserspiegels quer zur Strömung liegt.

Niedrigwasser der Kleinen Elster im Kleinen Spreewald
Niedrigwasser der Kleinen Elster | Bild: rbb/Josefine Jahn

Suche nach der besten Lösung

Der frühere Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück, Andreas Claus, setzt sich hingegen dafür ein, die bestehenden Wehranlagen zu erhalten. Denn, so Claus, es gehe auch darum, die Fischdurchgängigkeit zu erhalten.

Nur auf diese Weise könne der Wasserfluss kontrolliert werden. So sei es jahrhundertelang an der heute denkmalgeschützten, historischen Mühle in Wahrenbrück passiert, sagt Marleen Mirbach. Sie ist die Tochter des letzten aktiven Müllers. Das Wasserwehr konnte stauen und dennoch Fische durchlassen, wie sie erklärt.

Marleen Mirbach auf einer Wehranlage im kleinen Spreewald
Marleen Mirbach auf einer Wehranlage | Bild: rbb/Josefine Jahn

Bürgermeisterin: Kleiner Spreewald muss erhalten bleiben

Eine regionalen Arbeitsgruppe hat in Potsdam bereits mehrmals getagt. Ohne den Konflikt gelöst zu haben, welche Methode für den Kleinen Spreewald die sinnvollste ist: die vom Landesumweltamt empfohlenen Sohlgleiten oder eben die bereits bestehenden Wehre.

Für die Bürgermeisterin von Uebigau-Wahrenbrück, Dittgard Hapich, ist klar, der Kleine Spreewald ist ein touristisches Highlight im Elbe-Elster-Kreis und muss erhalten bleiben. "Man kann hier entspannen, man findet Ruhe und Kinder haben die Möglichkeit, zu spielen", sagt sie.

Mittlerweile sind Gespräche geplant. Es soll Treffs vor Ort mit den Entscheidern geben bei denen klargemacht werden soll, dass die Wehre unumgänglich sind, um Kahn- und Paddeltouren weiterhin zu gewährleisten.

Beitrag von Josefine Jahn

2 Kommentare

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  1. 2.

    Unsere Vorfahren haben gewusst was sie Taten. Es funktionierte Jahrhunderte hervorragend. Nur die neuen Schlaumeier wollen es besser wissen. Überall das Gleiche.

  2. 1.

    Sohlgleiten oder Wehre? Mit etwas mehr Aufwand: Sohlgleiten und Wehre. Nur wenn man ein Ziel erreichen will, die Leute vor Ort "mitnimmt" wird s auch erfolgreich sein. Wenn man arroganter Weise in der Verwaltung nur Recht haben will, z.B. so wie bei dem Betonkrebs, dann holt einem das Leben sowieso ein...

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