Hohe Brandgefahr - "Der Wald ist wie ein Pulverfass"

Förster zeigt mit Spatenprobe den knochentrockenen Waldboden (Quelle: rbb/Lepsch)
Audio: Antenne Brandenburg | 17.06.2021 | Aline Lepsch | Bild: rbb/Lepsch

Weil es so heiß ist und nicht regnet, ist der Waldboden in Südbrandenburg extrem trocken. Bäume und Sträucher können jederzeit entfachen und zu einem Waldbrand werden. Ein Förster beschreibt, wie er versucht, das Ganze unter Kontrolle zu halten.

Hitze und Trockenheit steigern die Waldbrandgefahr: In ganz Südbrandenburg gilt am Donnerstag die höchste Stufe 5. Die Revierförster wie Stefan Rescher in Ilmersdorf(Spree-Neiße) sind im Alarmzustand. Bei seinen Kontrollgängen durch den Wald hat er jetzt ständig einen Spaten dabei, um kleinere Waldbrände selbst ersticken zu können.

Mit dem Spaten kann er aber auch anschaulich zeigen, wie trocken der Waldboden ist: In Spatentiefe, also 25 Zentimeter tief, "rieselt der Boden vom Spaten runter, das ist der pure Pudersand", sagt der Förster. Dabei sei das Frühjahr aus Förstersicht mit den Niederschlägen richtig gut gewesen. Die Situation jetzt sei die erste Bewährungsprobe.

Gerade die Kiefernwälder seien mehr als ausgetrocknet, dafür seien neben dem fehlenden Regen auch die Sonne und der Wind verantwortlich. Stefan Rescher vergleicht die Situation mit einem Pulverfass: Ein Funke genüge und die Wälder würden in Flammen stehen.

Blick auf einen Kiefernbestand durch den die Sonne fällt (Quelle: rbb/Lepsch)

Blutdruck steigt

"Mein Blutdruck steigt gewaltig, bei jedem Sirenengeheul denkt man das Schlimmste", beschreibt der Förster die Anspannung. Mit seinen Kollegen versucht er, von den reinen Kiefernbeständen wegzukommen. Doch die Linden, die sie vor 17 Jahren gepflanzt haben, sind gerade mal einen Meter hoch. Im Frühjahr sind wieder Laubgehölze in den Boden gekommen, sie haben es schwer, Wasser fehlt. "Man möchte ihnen zurufen: Haltet durch, bis der Regen kommt."

Doch Regen ist nicht in Sicht und so appelliert Stefan Rescher an alle, die Augen offenzuhalten, Rauchentwicklungen schnell zu melden.

Im letzten Jahr erwischte es auch sein Revier, Ursache für das Feuer war vorsätzliche Brandstiftung, so Rescher. Der Mensch sei bewusst oder unbewusst für die meisten Brände verantwortlich.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.06.2021, 15:40 Uhr

 

 

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Und die Wetteraussichten sehen nicht gut aus. Feuchtbiotope schaffen, Wasser möglichst lange festhalten, Klima schonen. Langfristig gegen kurzfristige Ereignisse wappnen. Viel Erfolg und allen dabei!

Nächster Artikel