Lage gut kontrollierbar - Kräftiger Regen lässt Flusspegel auch in Südbrandenburg steigen

Die Neiße in Forst am 19. Juli 2021 (Foto: rbb/Schneider)
Audio: Antenne Brandenburg | 19.07.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Schneider

Nach dem Starkregen in Mitteleuropa sind auch im Süden Brandenburgs die Flusspegel gestiegen - von Neiße, Spree, Schwarze Elster und Pulsnitz. Dramatisch ist das laut Leitstelle Lausitz aber nicht.

Kräftiger Regen in Sachsen und Tschechien hat dazu geführt, dass seit dem Wochenende auch im Süden Brandenburgs die Flusspegel gestiegen sind. Betroffen sind Neiße, Spree, Schwarze Elster und die Pulsnitz.

Nach Angaben der Leitstelle Lausitz werden die Wasserstände beobachtet. Sie seien aber nicht dramatisch. Das liegt einerseits daran, dass die Wasserstände teilweise schon wieder sinken - und daran, dass Wasser ins Lausitzer Seenland abgeleitet wird.

Pegel der Neiße steigt weiter

In Ortrand (Oberspreewald-Lausitz) war die Pulsnitz laut Landesumweltamt Brandenburg für wenige Stunden kurzzeitig über der Alarmstufe 1, der Wasserstand sinkt aber bereits wieder. Das gleiche gilt für die Schwarze Elster. Der Fluss stand in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) zum Wochenstart bei eineinhalb Metern, das ist rund ein Meter unter der ersten Alarmstufe.

Der Spree-Pegel in Spremberg (Spree-Neiße) lag in der Nacht zu Montag bei fast zweieinhalb Metern, das war über einen halber Meter höher als am Vortag. Bereits am Montagvormittag ging der Wasserstand aber wieder langsam zurück.

Anders die Situation bei der Neiße. Sie steigt seit Samstag kontinuierlich. Am Pegel in Klein Bademeusel (Spree-Neiße) wurden am Montagnachmittag gut eineinhalb Meter gemessen [luis.brandenburg.de]. Zum Vergleich: Am Vortag waren es zur gleichen Zeit rund 50 Zentimeter weniger.

Auf sächsischer Seite, in Zittau, hatte die Neiße in der Nacht zu Sonntag zwischenzeitlich die höchste Hochwasseralarmstufe 4 erreicht [umwelt.sachsen.de], lag aber schon am Sonntag wieder unter der niedrigsten Stufe 1.

Flusswasser wurde umgeleitet

Den Flüssen konnte bereits am Wochenende Druck genommen werden. In Absprache mit den sächsischen Kollegen und dem Brandenburger Landesumweltamt sind mehrere Flutungsbauwerke in Betrieb genommen wurden, die Wasser aus der Spree und aus der Schwarzen Elster leiten, sagte die Flutungszentrale des Bergbausanierers LMBV am Montag dem rbb.

So konnte ein Wasser-Überschuss in Bergbaufolgeseen geleitet werden, unter anderem in den Geierswalder und den Sedlitzer See.

Mit einer Zuspitzung der Situation ist in den kommenden Tagen nicht zu rechnen. Es ist eine Wetterberuhigung durch ein Hochdruckgebiet vorhergesagt, das niederschlagsarm sein soll.

Warnmöglichkeiten bei Gefahren

Für einen Überblick über aktuelle Gefahrenlagen empfiehlt das Landesumweltamt die "Nina"-Warn-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Darüber hinaus informieren Radio und Fernsehen sowie der rbb-Teletext Seite 181 [rbbtext.de] über aktuelle Pegelstände von Flüssen in Berlin und Brandenburg.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Der Senftenberger See ist die Schwarze Elster - in den Sommermonaten fließt der Fluss direkt durch den See. Und die Tagebauseen, vor allem der Senftenberger See, haben schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle im Hochwassermanagement.

  2. 1.

    Ist doch wirklich toll dass wir Restlöcher mit Wasser füllen.
    In Brandenburg herrschte vier Jahre eine Dürre und es darf bis jetzt unter Androhung von Strafzahlungen kein Wasser mittels Pumpen entnommen werden.
    Mit einmal spielen diese Kunstseen eine wichtige Rolle bei evtl. auftretendem Hochwasser?
    Ich habe und werde es nie verstehen dass man wegen dieser Tourismusmagneten die Flüsse beinahe austrocknen lässt.
    Fehlte nur noch das man den Tagebau und die damit entstandenen Umweltverschmutzungen als eine Art Heilsbringer für die Zukunft ansieht.
    Der Senftenberger See um nur mal ein Beispiel zu bringen könnte auf Dauer gar nicht ohne die Schwarze Elster existieren. Was mit dem Fluss die letzten Jahre passierte kann man ja im Internet nachlesen.

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