Oberspreewald-Lausitz - Kita-Angestellte in Senftenberg sollen im Dienst mehrmals Alkohol getrunken haben

Der Eingang zur Kita in Senftenberg (Foto: rbb/Blumenthal)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.08.2021 | Josefine Jahn | Bild: rbb/Blumenthal

In der Kindertagesstätte "Musikus" in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) sollen mehrere Angestellte während der Arbeit Alkohol getrunken haben, und das über einen längeren Zeitraum. Zunächst hatte die Lausitzer Rundschau darüber berichtet [Bezahlinhalt/lr-online.de]. Demnach prüft zurzeit das Brandenburger Bildungsministerium die Vorwürfe. Sie waren nach einer anonymen Anzeige bekannt geworden.

Träger der Kita ist die Fröbel-Gruppe. Sie bezeichnet in einem Antwortschreiben an den rbb am Donnerstag den "anlassbezogene[n] Konsum alkoholhaltiger Getränke während der Arbeitszeit" als unvereinbar "mit den hohen Anforderungen bei der Betreuung von Kindern."

Großteil des Teams soll angestoßen haben

Der Vorfall sei laut Fröbel bekanntgeworden, als sich in der vergangenen Woche einzelne Eltern an den Träger gewandt und berichtet haben, dass in der Kita zu verschiedenen Anlässen wiederholt Alkohol getrunken worden sei.

Die Fröbel-Geschäftsleitung sei am nächsten Tag in die Einrichtung gefahren und habe das Personal deutlich auf das Alkoholverbot während der Arbeit hingewiesen. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genau belastet werden, ist nicht klar. Es lägen aber konkrete Hinweise vor, dass ein Großteil des Teams "zu bestimmten Anlässen wie runden Geburtstagen, Hochzeiten und Geburten" angestoßen habe, so die Fröbel-Gruppe.

"Wir gehen nicht davon aus, dass sich die Betreffenden berauscht haben", heißt es weiter. Davon unabhängig sei der Genuss von Alkohol während der Arbeitszeit aber "generell tabu". Das Unternehmen betont, dass die Vorfälle keinesfalls mit den pädagogischen Standards von Fröbel zu vereinbaren sind und alles getan werde, um die nötige Professionalität in der Senftenberger Kita dauerhaft wieder herzustellen.

Der Fröbel-Gruppe sei "Gott sei Dank kein Fall bekannt, in dem der Alkoholgenuss zu konkreten Gefährdungssituationen" geführt habe oder andere "negative Auswirkungen auf die Kinder" gehabt hätte.

Verunsicherte Eltern

Es habe bereits erste Konsequenzen gegeben. So sei eine beteiligte Person von ihren Aufgaben entbunden und bis auf Weiteres freigestellt worden. Darüber hinaus habe es in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche mit Mitarbeitern und auch Eltern gegeben. Weitere Gespräche sollen folgen, bis die Sache komplett aufgeklärt ist.

Bis das der Fall ist, hat die regionale Geschäftsleitung die Führung über die Einrichtung übernommen und ist gemeinsam mit einer Fachberatung täglich vor Ort.

Dass Eltern durch die Vorfälle verunsichert sind, tue der Fröbel-Gruppe leid. Sie hat am Donnerstag zu einem Infoabend geladen, um über die weiteren Schritte zu informieren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.08.2021, 16:10 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Bei uns auf Arbeit ist Alkoholgenuß untersagt, und alle halten sich dran. Es gab recht viel alkoholbedingte Unfälle.

    Wenn ein Mensch wg. Alkohol zu schaden kommt, haben die MA ein echtes Problem.

  2. 5.

    Egal, wie man es dreht, Alkohol hat generell am Arbeitsplatz nichts zu suchen, auch nicht zum Anstoßen. Das kann man alles nach Feierabend. machen. Die Eltern haben vollkommen richtig gehandelt.

  3. 4.

    Diese Eltern machen das in ihren Firmen mit Sicherheit auch, bei diversen Gelegenheiten in der Firma anstoßen, aber anderen verbieten wollen, unsere Gesellschaft wird immer schlimmer.
    Mir tun die kindergarten Mitarbeiter leid und hoffe dass die Eltern merken wenn da keiner mehr arbeitet das niemand mehr für ihr Kind da ist.

  4. 3.

    Haha guter Witz,die ganze Ecke dort unten säuft was das Zeug hält, gab doch schon den Tagebauschnaps zu DDR Zeiten vom Betrieb zur Beruhigung der arbeitenden Bevölkerung, hat sich eingebrannt die Gewohnheit in der Lausitz.

  5. 2.

    Wie verlogen ist das denn? Da beobachtet ein frustriertes Elternteil ein Anstoßen mit Sekt und bastelt daraus eine saufende Erzieherschaft. Stachelt andere an, denen die Arbeit der Erzieher*inen nicht passt.
    Ein kurzes Gespräch hätte hier sicher Klarheit gebracht.
    Vielleicht sollte man die Kita einfach schließen und die Schule im Ort gleich mit. Hier gibt es mit Sicherheit die gleichen Verfehlungen.
    Dann müssen die Eltern ihre Kinder irgendwo selbst hin tragen, denn ich weiß, auch im Vorstand der Öffi‘s wird angestoßen- dann doch automatisch auch bei den Busfahrern….
    Redet mehr Miteinander , interessiert euch füreinander und lebt Miteinander.

  6. 1.

    Wahrscheinlich ist so ein Job heutzutage nur im Suff zu ertragen....

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