Bundespolizei ermittelt - Regionalbahn entgleist kurz vor Bahnhof Senftenberg

Mi 08.09.21 | 15:01 Uhr
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Symbobild: Einsatzfahrzeuge der Buundespolizei (Bild: imago images/Karl-Heinz Spremberg)
Audio: Antenne Brandenburg | 08.09.2021 | Daniel Friedrich | Bild: imago images/Karl-Heinz Spremberg

In Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist am Mittwoch eine Regionalbahn entgleist. Der Zug war nach Angaben der Bundespolizei auf dem Weg von Halbe (Dahme-Spreewald) nach Senftenberg, wo die Fahrt enden sollte, berichtet die Bundespolizeidirektion Berlin in einer Mitteilung.

Kurz vor dem Senftenberger Bahnhof sei der Zug entgleist, gegen 7:45 Uhr habe die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn den Unfall gemeldet.

Sperrungen und Verspätungen im Bahnverkehr

Im Zug befanden sich laut Bundespolizei 15 Reisende, die nach bisherigen Erkenntnissen alle unverletzt blieben.

Warum die Regionalbahn entgleist ist, ist noch unklar. Die Bundespolizei ermittle in alle Richtungen, sagte ein Sprecher rbb|24 - unter anderem wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs.

Wegen der Ermittlungen kam es noch am Mittwochnachmittag auf der Strecke zu Sperrungen und Verspätungen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.09.2021, 14:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Nur wird in Ihrem Beispiel das NKV sicherlich grösser gewesen sein. Sonst wäre die Reaktivierung nicht förderfähig gewesen. Daran hapert es aber vielfach.

  2. 8.

    Weil Fahrgäste sich glücklicherweise nicht anmelden müssen, wird es Unterschiede im Besetzungsgrad immer geben - gerade bei Regionalzügen und in der Stadt. Zu warten, bis eine S-Bahn wochentags nachts voll ist, würde vermutlich mehr als eine Stunde dauern. Eine Millionenstadt aber vom Umland abzukoppeln, weil eineinhalb Stunden mit dem Bus hinausgefahren werden müsste, kann auch nicht die Lösung sein.

    Das ist auch keine Schwäche des Bahnsystems, sondern eine Eigenart. Und mir ist sie lieber als Fahrbahnflächen vorzuhalten, die auf die Spitzenauslastung während zwei Stunden am Tag ausgelegt sind und die restlichen 22 Stunden überdimensioniert sind und unzulässig Platz wegnehmen. Das macht die überwiegend leere Bahn nicht, denn die Strecke ist in ihrer Substanz ohnehin da.

  3. 7.

    Es gibt reaktivierte Strecken, auf denen heute pro Tag hunderte bis tausende Menschen unterwegs sind. Als diese noch stillgelegt waren, gab es auch immer Parolen in der Art "die paar Leute passen in einen VW-Bus". Absender der Parolen waren dann oft extreme Automobil-Fanatiker, die noch nie eine moderne Regionalbahn von innen gesehen haben. Oder Leute, die sich billig Grundstücke an der Bahn gekauft haben, in der Hoffnung "da fahrt bestimmt nie wieder was".

    Nur ein Beispiel, aus Schleswig Holstein. Dort hat man in einem mittelmäßig besiedelten Flächenland die Bahnstrecke Neumünster - Bad Segeberg wieder in Betrieb genommen. Die war in den 80er Jahren politisch tot gesagt worden. Da fahren heute pro Tag über 2000 Leute mit den Zügen, von früh morgens bis abends. Die Zahlen können Sie beim Verkehrsministerium und dem Verkehrsverbund Nah-SH nachlesen. Den VW Bus möchte ich mal sehen, wo Sie diese 2000 Leute unterbringen wollen

  4. 6.

    Auf der Strecke ist Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten zwischen Bestensee und Halbe. Daher sind die 15 Fahrgäste nicht der Normalfall. Eine Durchfahrt von Berlin ist zur Zeit nicht möglich. Strecken werden auch nicht "versteigert". Bitte machen Sie sich fachkundig, bevor Sie ein Urteil über den Bahnverkehr abgeben. Der Betreiber der Strecken (Schienen, Signale, Infrastruktur) ist ein völlig anderer Schuh als der Betreiber der Züge (Verkehrsleistungen).

    Die Bahnunternehmen in Deutschland zahlen an den Streckenbetreiber eine "Schienenmaut", damit sie mit ihren Zügen dort fahren dürfen. Streckenbetreiber ist in den meisten Fällen der Staatskonzern DB Netz. Das nennt sich dann "Eisenbahninfrastrukturunternehmen" (EIU). Die Züge dagegen werden von einem Eisenbahnverkehrsunternehmen betrieben (EVU). Das ist im Busverkehr ähnlich. Die Straßen gehören dem Bund, Land oder den Gemeinden. Die Busse betreiben aber Unternehmen für Busverkehr. Diese müssen noch nicht einmal Maut zahlen.

  5. 5.

    Sie kennen sich wohl mit Bahnverkehr nicht besonders gut aus. Wenn in dem Moment 15 Leute drin saßen, dann heißt es nicht, dass auf gesamter Fahrt nur 15 Menschen unterwegs waren. Da steigen welche aus und andere wieder ein. Die Gesamtzahl der Fahrgäste ist also deutlich höher. PS: wieviele Leute sitzen eigentlich bei Ihnen im PKW? Und dafür dann rund eine Tonne Gewicht durch die Gegend fahren? Und Straßen, Parkplätze für Sie und Gleichgesinnte unterhalten? Denken Sie mal drüber nach. Aber wahrscheinlich ist DAS dann für sie komplett unproblematisch? Aber böse Bahn, mit 15 Leuten in einem Fahrzeug. Übrigens fährt da nicht nur dieser eine Personenzug auf der Strecke, sondern z.B auch schwerer Güterverkehr zur BASF. Wollen Sie das auch noch zusätzlich auf ihrem Straßennetz haben?

  6. 4.

    Sie haben das Dilemma der Verkehrswende erkannt. Die Züge sind oft nur in der HVZ in Lastrichting voll. So gut wie keine Bahn betreibt deshalb den SPNV eingenwirtschaftlich, sondern fährt seit der Bahnreform auf Bestellung des Aufgabenträgers, hier des VBB. Daszeugt auch die Krux auf, dass zwar oft lautstark die Wiederinbeteiebnahme alter Strecken gefordert wird, das Fahrgastpotential oft aber jenseits des Schülerverkehr nichtmals einen VW Bus füllen würde.

  7. 3.

    In Berlin kommen die S- und U-Bahnen zu solcher Uhrzeit auch nicht komplett voll an den Endbahnhöfen an, fahren dann aber oft überfüllt ins Zentrum. Und wenn statt dessen z.B. Busse, da braucht es flott min. 6x so viele Fahrer, wo jedoch derzeit schon Mangel.

    Und spezifisch bei Regionalbahn könnte die Auslastung zwar besser sein, aber da sollte meiner Auffassung nach verbessert werden, dass es z.B. von Senftenberg nach Berlin nicht 3 Stunden per Bahn dauert, statt alles weg (damit mehr Geld für Subvention von Handvoll an Luxusautos) und Dilemma wie mancherorts in USA, wo man keinen Job hat weil keine Verbindung ohne Auto, und kein Auto weil man keinen Job hat - bzw. mit gerade mal Teilzeitjob (was ca. ein Drittel aller Stellen in Brandenburg) und Mindestlohnjob ist Auto auch nicht gerade erschwinglich. Und des weiteren ist für Schienen der Güterverkehr übrigens nicht so eine Belastung wie er für Straßen ist, wo wegen Güterverkehr ständig Straßen erneuert.

  8. 2.

    Für 15 Leute einen fetten Zug durch die Gegend schaukeln? Kein Wunder, dass das unwirtschaftlich ist. Lokführer, Zugbegleiter, Stellwerk, Aufsicht, Bahnhof, Energie und die ganze Technik und das Werkstattpersonal, Ersatzteile und überhaupt erstmal so einen Zug kaufen...
    Ich gehe davon aus, dass solche Strecken/Linien auch von der Konkurrenz ersteigert werden und nicht nur mit Verlust von der Bahn betrieben werden müssen?

  9. 1.

    Toller Unfall: Der Zug ist dem Bahnhof entgleist, oder besser entglitten, um dann weiterzufahren.

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