Dahme-Spreewald - West-Nil-Virus bei zwei Pferden nachgewiesen

West-Nil-Virus unter dem Elektronen-Mikroskop (Quelle: imago)
Bild: imago

Im Dahme-Spreewald-Kreis sind weitere Fälle des West-Nil-Virus aufgetreten. Betroffen sind zwei Pferde. Das Veterinäramt ruft Pferdehalter auf, ihre Tiere impfen zu lassen. Auch Menschen sollten sich vor Mücken als Überträger schützen. Von Iris Wussmann.

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurde bei zwei weiteren Pferden eine Infektion mit dem West-Nil-Virus amtlich bestätigt. Es handelt sich um Fälle in den Orten Luckau und Schönefeld. Ein Tier verstarb innerhalb von zwei Tagen. Das andere musste in einer Tierklinik getötet werden. Bereits Ende August war die Tierseuche bei einem Pferd in Märkisch-Buchholz nachgewiesen worden.

Untersuchungen hätten bisher keinen Zusammenhang zwischen den Einzelfällen ergeben, so das Veterinäramt.

Infektion auch bei Menschen

Das Virus wurde 2018 erstmals in Deutschland nachgewiesen, von Erkrankungen betroffen waren besonders die neuen Bundesländer. Gründe dafür nannte das Veterinäramt nicht. Die meisten Pferde würden nach einer Infektion keine Krankheitszeichen zeigen. Möglich seien aber auch Lähmungen und Muskelzittern, in schweren Fällen verlaufe die Krankheit tödlich.

Das Virus wird über Stechmücken an Vögel als Hauptwirte verbreitet. Durch infizierte Mücken kann das Virus aber auch auf Menschen und Pferde übertragen werden. Infizierte Menschen oder Pferde sind aber selbst keine Virusquelle, können also keine anderen Menschen oder Tiere anstecken, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.

Aufruf zur Impfung

Bei Menschen würden die Infektionen überwiegend unauffällig verlaufen. In 20 Prozent der Fälle könnten laut Robert-Koch-Institut [rki.de] fieberhafte, grippeähnliche und in schweren Fällen neurologische Erkrankungen auftreten. Bei schweren Verläufen, die auch das Gehirn betreffen, sterben laut RKI ca. fünf bis zehn Prozent der Patienten, vor allem Ältere und Patienten mit einer kardiovaskulären Vorerkrankung oder einer Immunsuppression.

Weil die Mücken derzeit sehr aktiv sind, rät das Veterinäramt zum Mückenschutz. Das gelte auch für Pferde. Diese sollten außerdem gegen das West-Nil-Virus geimpft werden. Dadurch verlaufe die Erkrankung mit weniger schweren Symptomen. Für Menschen gibt es keine Impfung.

Weitere Informationen zur Tierseuche hat das Friedrich-Löffler-Institut zusammengefasst.[fli.de]

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.09.2021, 12:30 Uhr

Nächster Artikel