Auch wegen Coronapandemie - Caritas verzeichnet mehr Suchtkranke in Südbrandenburg

Caritas
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Die gemeinnützige Organisation Caritas verzeichnet in Südbrandenburg eine steigende Zahl von Suchtkranken. Das sagte Alexander Lattig, Suchtberater am Dienstag dem rbb. Im Jahr 2020 seien 109 Klienten von der Caritas in Cottbus betreut worden. In diesem Jahr seien es bereits jetzt 140. Lattig rechnet mit 150 Suchtkranken in diesem Jahr.

Die meisten Klienten meldeten sich wegen eines problematischen Alkoholkonsums, so Lattig. Ein geringer Anteil der Betreuten habe Probleme mit illegalen Substanzen oder auch mit Glücksspiel.

Corona verstärkt Suchtveranlagung

In einigen Gesprächen hätten die Suchtkranken angegeben, im letzten halben bis einem Jahr vermehrt getrunken zu haben, um mit der noch immer schwierigen Situation wegen der Coronapandemie umzugehen. In den meisten Fällen sei zuvor bereits viel Alkohol getrunken worden, die Pandemie habe den Konsum noch einmal verstärkt.

"Es ist ein Teufelskreis. Den Menschen fehlt es häufig an alternativen Strategien mit Krisen umzugehen", erklärt Lattig. Der ansteigende Alkoholkonsum führe aber schnell zu Problemen, die häufig zuerst vom Umfeld, wie Lebenspartnern oder Arbeitgebern wahrgenommen würden. "Wenn man Glück hat wird man zeitig angesprochen, wenn man Pech hat zu spät. Da kann sich schon ein Suchtverhalten verfestigt haben", so Lattig weiter.

Laut Alexander Lattig gibt es in Deutschland allerdings eine hohe Dunkelziffer. Um darauf aufmerksam zu machen gibt es am 10. November einen Aktionstag mit Expertengesprächen und Filmen im Cottbuser Glad House.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.10.2021, 14.10 Uhr

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