Weihnachtsmarkt Cottbus - Feuerwehr muss zurückgelassene Fahrgäste aus Riesenrad befreien

Mi 24.11.21 | 17:27 Uhr
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Das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt Cottbus (Foto: rbb/Schomber)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.11.2021 | Martina Rolke | Bild: rbb/Schomber

Wie andere Weihnachtsmärkte in Brandenburg ist Dienstag auch der in Cottbus nach nur zwei Tagen zu Ende gegangen - doch dort mit einem spektakulären Feuerwehreinsatz: Oben auf dem Riesenrad wurden zwei letzte Fahrgäste übersehen.

Der Weihnachtsmarkt in Cottbus endete Dienstagabend mit einem außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz. Zwei Fahrgäste mussten aus der obersten Gondel des Riesenrads befreit werden - aus 30 Meter Höhe. Ein Mitarbeiter hatte sie offenbar übersehen, als er das Rad am Abend abschaltete.

Feuerwehr-Drehleiter zu kurz

Die Feuerwehr konnte den Maschinisten des Riesenrades zwar telefonisch erreichen, es hätte aber zu lange gedauert, bis er wieder vor Ort sein konnte, sagte ein Sprecher der Leitstelle Lausitz dem rbb am Mittwoch.

Deshalb musste die Feuerwehr ran. Weil eine Drehleiter nicht ausreichte, musste die Feuerwehr die Riesenrad-Passagiere mit einer Teleskopleiter herunterholen. Nach etwa einer Stunde waren sie wieder gesund auf dem Boden.

Warum genau die beiden Fahrgäste am späten Abend, nach der Schließung des Marktes, im Riesenrad festsaßen, ist bisher noch nicht klar. Der Betreiber wollte sich dem rbb gegenüber dazu nicht äußern. "Auf jeden Fall war von der Bedienung des Riesenrads niemand mehr vor Ort", sagte Thomas Lehmann von der Feuerwehr Cottbus am Mittwoch dem rbb. Die Einsatzkosten wird der Betreiber tragen müssen.

Weihnachtsmärkte werden wieder abgebaut

Der Vorfall ereignete sich bei der letzten Fahrt des Riesenrades auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt. Dieser wird, wie andere Märkte in Brandenburg auch, am Mittwoch nach nur zwei Tagen wieder abgebaut.

Die Landesregierung hat damit auf die steigenden Coronazahlen reagiert. Laut der neuen Landesverordnung bleiben in Brandenburg alle Weihnachtsmärkte mindestens bis zum 15. Dezember geschlossen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2021, 8:30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Wer bezahlt die Einsätze der Feuerwehr bei ihrem Einsätzen für die ganzen neuen Fachkräfte ??

  2. 9.

    Kleine offene Gondel in einem nicht allzu großen 4-Gondel-"Riesenrad" (um die 4-6m Durchmesser) habe ich im Advent 2019 zusammen mit einem anderen 100-Kilo-Mann auf einem hessischen Weihnachtsmarkt benutzt und wir wurden jederzeit von Außen gesehen und hätten notfalls auch herunterklettern können, sofern es uns der Alkoholpegel ermöglicht. Es hängt also oft auch von der Größe und Konstruktion des Fahrgeschätes und den persönlichen Umständen ab, denke ich.
    "Schöne Adventszeit an alle" - gilt auch für Ungeimpfte - ganz gleich aus welchem Grund!

  3. 8.

    Erstaunlich was hier wieder an Bezahlspekulationen" und Häme über die Insassen wider besseren Wissens ausgekübelt wird. Glaube kaum, dass jemand Spass an dieser Aktion bei der Kälte hatte. Auch frag ich mich, wie sie aus dieser Höhe hätten reagieren sollen, runterklettern?

  4. 7.

    Im Artikel steht, dass der Betreiber dies vermutlich zahlen müsse. Wenn ein Verursacher ermittelt werden kann, dann wird dieser die Kosten zu tragen haben; so regeln das bei uns die Gesetze!

    So wie ich die Mitarbeiter der Stadt Cottbus heute verstanden habe, ist der Verursacher noch nicht ermittelt .Der RBB geht von einer Betreiberhaftung aus, der das dann vermutlich an den Mitarbeiter weiterreichen wird; falls irgendjemand von denen noch zahlungsfähig ist, nach 2 Tagen Einnahmen, aber gleichen Kosten wie sonst für 30 Tage; eine Erstattung erfolgt vorerst nicht.
    Was ich nicht verstehe: Warum die sich nicht bemerkbar gemacht haben! Vielleicht dachten die Insassen ja, dass es ganz "cool" sei, auf dem Riesenrad zu bleiben und haben dann festgestellt, dass es doch sehr "cool" wird dort oben! ;-)

  5. 6.

    Solche Fälle haben meiner Erfahrung nach weniger mit Stress oder Gelassenheit zu tun, denn auch letztere führt oft zu solchen Dingen. Es ist ein fehlendes Risikomanagement mit Unterlassen der Prüfung von Fehlerquellen. Wenn nicht bewusst gemacht wird, dass bestimmte Handlungen gravierende Folgen haben, wird auch nicht kontrolliert, ob ein Fehler ausgeschlossen wird. In diesem Fall fehlte einfach die Vorschrift vom Chef, dass das Riesenrad mindestens noch eine volle Umdrehung hätte laufen müssen, bei gleichzeitiger Kontrolle, ob alle Körbe leer sind.

  6. 5.

    Wer bezahlt eigentlich jetzt den Einsatz der Feuerwehr? So ein Teleskop-Dingsbums ist sowohl in der Anschaffung als auch im Einsatz nicht wirklich "billig". Wer wird zur Verantwortung gezogen?

  7. 4.

    Müssen die Insassen denn zahlen? Merkt man nicht dass das Rad stehenbleibt und alle Lichter ausgehen obwohl man noch oben ist? Still und leise? Sie müssen ja lange gewartet haben wenn der Mitarbeiter so lange für eine Rückkehr braucht.
    Unwahrscheinlich dass es stumme Personen waren oder die Masken jedwedes Geräusch absorbierten... oder waren sie anderweitig beschäftigt? Dann eher panikattacke die nicht erwähnt wird? Rätselhaft...

  8. 3.

    Rein sachlich und recht nüchtern betrachtet, nehmen m. E. solche Vorfälle zu. Ich will das nicht über Gebühr strapazieren, doch in ruhigeren und nicht per se abgehetzten Zeiten wurde weit mehr darauf geachtet.

    Jemand vergisst angesichts von Bauarbeiten an den Stützträgern der Wuppertaler Schwebebahn eine Hakenkralle in der Führungsschiene der Bahn. Dem Verantwortlichen fällt dies nicht auf, deshalb geht der Frühzug in die Wupper hinein.
    In Paris wird nach Beendigung der Arbeitsschicht am frühen Abend sich eine "Lulle" angesteckt, obwohl die physikal. Gesetzmäßigkeiten nach Arbeitsschluss ja nicht plötzlich andere geworden sind. Holz bleibt eben Holz. Offenbar keiner da, der den Zündelnden zurechtweist.

    Hier ist es glimpflich ausgegangen.

  9. 2.

    Haha, war auch mein erster Gedanke. Bei so einer überstürzten Schließung des Weihnachtsmarkts wegen Gefahr in Verzug kann das schon mal passieren. Es mussten sich ja schließlich alle umgehend in Sicherheit bringen. (Zynismus ende)

  10. 1.

    Dem Mitarbeiter ist kein Vorwurf zu machen! Es herrscht ja CORONAPANDEMIE und der Markt musste UMGEHEND geschlossen werden wegen der Gefahr die auch von Geimpften ausgeht! Diese unsäglichen Sozialschmarotzer die sich trotz Impfung erdreisten in weniger als 1,5m Abstand so ein Riesenrad zu nutzen an frischer Luft, wo sich doch da JEDER anstecken "könnte", geschieht das ganz Recht! *Zynismus*

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