Strukturwandel in der Lausitz - Leag-Mitarbeitende wechseln zur Deutschen Bahn

Di 08.02.22 | 12:00 Uhr
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Bahnvorstand Pofalla, Bahnchef Lutz, Ministerpräsident Woidke und Vizekanzler Scholz in Cottbus (Bild: rbb/Wussmann)
Video: Brandenburg aktuell | 08.02.2022 | Sebastian Schiller | Bild: rbb/Wussmann

Bei der Deutschen Bahn haben am Dienstag frühere Beschäftigte vom Energieunternehmen Leag ihre Arbeit aufgenommen. Die elf Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker würden ab 2024 für die ICE-Instandhaltung im neuen Bahnwerk Cottbus zuständig sein und bis dahin für die Arbeit an Zügen qualifiziert, kündigte die Bahn an. Im Laufe dieses Jahres sollen demnach rund 80 weitere LEAG-Beschäftigte zur DB kommen.

Neues Bahnwerk schafft 1.200 neue Arbeitsplätze

Wie die Bahn weiter mitteilt, sollen bis 2024 mehr als 500 neue Mitarbeitende und Auszubildende hinzukommen. Für die Jahre bis 2026 werden weitere 700 Stellen geschaffen. Insgesamt sollen durch das neue Werk in Cottbus 1.200 neue Industriearbeits- und Ausbildungsplätze entstehen. Nach eigenen Angaben ist in Cottbus die Instandhaltung für ICE-4-Züge geplant.

Strukturwandel in der Lausitz

Die Jobwechsel sind Teil einer Kooperationsvereinbarung im Rahmen des Strukturwechsels, der mit Blick auf das geplante Aus der Kohleförderung ansteht. Diese sieht vor, dass die beiden Unternehmen in den Bereichen Ausbildung, Qualifizierung und Übernahme von Personal eng zusammenarbeiten.

Die Bundesregierung von SPD, Grünen und FDP will laut Koalitionsvertrag den bisher für 2038 vorgesehenen Ausstieg aus der Kohle auf 2030 vorziehen. Der Bund hat versprochen, den Ausstieg aus Abbau und der Verstromung von Kohle mit insgesamt 40 Milliarden Euro abzufedern. Der größte Teil ist für eigene Investitionen des Bundes in den Kohleregionen vorgesehen, etwa in Bahnstrecken oder Straßen. 14 Milliarden Euro sollen als Finanzhilfen an die vier Kohleländer fließen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.02.2022, 10.30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Die Leag hat nen eigenen, genauso wie die Mibrag. Klar von der IG BCE.

    Die Bahn hat auch ihren eigenen.

    Suchen Sie mal und vergleichen, bzw. Fragen Sie einen Bahn Mitarbeiter, weil der Tarifvertrag ist kompliziert.

  2. 10.

    In weiten Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sieht eher schlechter aus.

    Und ja wenn ein LEAG Mitarbeiter zu irgendeinem Kleinbetrieb wechselt hat er im Extremfall wahrscheinlich 1000 Euro weniger brutto.

    Aber bezüglich dem DB Instandhaltungs-Werk ist das einfach Schwachsinn. Da kommt es dann sehr auf die genaue Eingruppierung und Schichtatbeitsmodelle an. Der Unterschied ist wohl marginal.

    Ich kenne genügend bei GF, Bosch, Infineon oder Zulieferern wie TE die verdienen deutlich übertariflich als Techniker. Bei EFW sind die Löhne auch nicht schlecht. Dresden ist aus vielen Bereichen der Lausitz nur 30-45 Minuten entfernt.

  3. 9.

    Ich helfe Ihnen noch einmal...Brandenburg ist Drittletzter (trotz Speckgürtel)

  4. 8.

    Wo sind denn die Löhne und Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit tiefer als in der Lausitz?
    Können Sie ruhig mal nachgoogeln (Einkommensatlas/Hans-Böckler-Stiftung)...am besten vorm nächsten Kommentieren, auch wenn's Mühe macht.

  5. 7.

    So ein Quatsch...Armenhaus Lausitz. Selbst wenn es so wäre rechtfertigt das nicht dieses mit massiver Umweltzerstörung wie es die LEAG tut zu ändern.

  6. 6.

    Sind Sie so naiv, dass Sie nicht erkennen, dass die Lausitz eines der Armenhäuser Deutschlands ist?? Dazu gibt es nun wirklich genug Statistiken, liegt nicht immer am Arbeitnehmer...
    Wegen der Lohnstruktur können Sie mal freundlich bei der IGBCE nachfragen, diese müsste die zuständige Gewerkschaft sein.

  7. 5.

    Bleibt die Frage was der Metallfacharbeiter falsch macht wenn er Mindestlohn bekommt.

    Wo findet man eigentlich den Haustarif der LEAG? Den der Bahn kennt man. Die Unterschiede sind wahrscheinlich marginal....

  8. 4.

    Der europäische Bahnverkehr wird weiter zusammenwachsen und da macht ein Werk in Cottbus durchaus Sinn. Der Personenverkehr nach Osteuropa wird zunehmen.

  9. 3.

    @ Steffen: Der Verdienst ist dann niedriger als bei der LEAG. Hat Vor- und Nachteile. Vorteil wäre, das die ehemaligen LEAG-MA nach sehen, das andere Branchen mit weniger auskommen müssen. Uns da haben sie bei der DB es noch gut erwischt. Irgendein privater Metallbauer o.ä. zahlt nicht mehr als Mindestlohn.

  10. 2.

    Klingt doch gut...auch wenn die Löhne nicht mit dem Bergbau mithalten. Wenigstens eine belastbare Perspektive für die Jugend der Lausitz.

  11. 1.

    Es wechseln nicht Mitarbeitende sondern Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, denn mitarbeitend sind sie dann ja nicht mehr. Die Bahn fängt sie nicht während ihrer Arbeit direkt vom Arbeitsplatz weg. ;-)
    Ansonsten: Sicher gut, dass ein paar Alternativarbeitsplätze geschaffen werden, aber erstens oft kein adäquater Ersatz (Bergleute verdienen extrem gut) und viel zu wenig. Für einen Strukturwandel reicht das nicht zumal niemand weiß, wie lange die Bahn das Betriebswerk abseits aller Hauptstrecken in Zukunft überhaupt am Leben erhält.

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